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Barmenia Roland Kahl

Lübeck – Vier Spieltage sind es noch, dann ist die Vorrunde in der Eishockey Oberliga Nord vorbei. Während die Playoff-Ränge seit letzten Freitag alle vergeben, die Füchse aus Duisburg so gut wie Vorrundenmeister sind, geht es für die Teams auf den Rängen zwei bis acht nur noch darum, wer in der ersten Runde Heimrecht hat. Spannender ist es noch im Tabellenkeller, denn hier machen sich noch vier Teams Hoffnung auf  die zwei verbliebenen Nichtabstiegsränge. Zwei? Aber ja, denn kurzfristig hat der DEB die Regelungen zur Relegation noch einmal geändert.

Das Problem: die geplante Abstiegsrelegation mit acht Mannschaften (die letzten fünf der Oberliga plus drei Regionalligameister) kann so nicht stattfinden, weil sowohl aus dem Norden wie auch aus dem Osten und dem Westen kein Verein der vierten Liga für die Relegation melden wird. Was also tun? Die Verantwortlichen beim DEB haben gehandelt und den Vereinen mitgeteilt, dass nun auch der 14. Tabellenplatz zum Klassenerhalt reicht. Anschließend spielen die letzten vier Teams der Tabelle in einer Einfachrunde einen oder zwei weitere Teilnehmer (abhängig davon, ob es einen Absteiger aus der DEL2 gibt) für die kommende Saison aus. An den Terminen ändert sich nichts. Bedeutet also: an den letzten vier Spieltagen spielen vier Teams um die letzten zwei Nichtabstiegsplätze.

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Natürlich, theoretisch könnte es auch die Wedemark Scorpions (41 Punkte/38 Spiele) und die Harzer Falken (37/38) noch erwischen, wirklich dran glauben tut aber keiner mehr. Wedemark hat durch drei Siege in den letzten vier Spielen noch die Kurve bekommen und kann sich entspannt zurücklehnen. Die elf Punkte Vorsprung reichen, denn kein Team wird noch alle vier Spiele gewinnen. Ähnlich sieht es bei den Falken aus, die sieben Punkte Vorsprung sollten reichen. Zumal das Team aus Braunlage noch zweimal gegen Schlusslicht Crocodiles Hamburg ran muss und dort auch die theoretisch noch nötigen Punkte sammeln kann.

Bleiben also noch vier Mannschaften, welche sich um die Ränge 13 und 14 streiten. Die besten Karten haben aktuell die Black Dragons aus Erfurt, mit einem kleinen Polster vor dem Hamburger SV, dem EHC Timmendorfer Strand und FASS Berlin. Diese vier Teams wollen wir etwas genauer beleuchten.

13. Black Dragons Erfurt – 38 Spiele – 34 Punkte
Bilanz letzte sechs Spiele: 1-1-2-2
Restprogramm: Saale Bulls Halle (H/A), Wedemark Scorpions (H/A)

Seit dem Trainerwechsel vor wenigen Wochen läuft es besser bei den Drachen aus Thüringen. Sie sammeln derzeit munter Punkte und knöpften überraschend Tilburg am letzten Spieltag einen Zähler ab. Und genau dieser Punkt könnte am Ende das Zünglein an der Waage sein, denn die Chancen, dass die Erfurter gegen Wedemark sechs Punkte holen, stehen nicht so schlecht. Und gegen Halle konnte man zum Saisonauftakt auch punkten. Weiterer Vorteil für die Drachen: sie haben alles selbst in der Hand.

14. Hamburger SV – 38 Spiele – 30 Punkte
Bilanz letzte sechs Spiele: 2-0-0-4
Restprogramm: Hannover Indians (H), Harzer Falken (A), EHC Timmendorfer Strand (A), Wedemark Scorpions (A)

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Der HSV hätte schon einen Schritt weiter sein können, doch die überraschende wie blöde 3:4-Heimniederlage gegen FASS Berlin hat die gute Arbeit der letzten Wochen fast zu Nichte gemacht. So könnte der 14:4-Rekordheimsieg gegen Rostock schon fast ein Muster ohne Wert sein. Zudem ist das Restprogramm nicht ohne. Die Indians wollen den Heimvorteil in den Playoffs waren, die Falken vor heimischer Kulisse den Klassenerhalt endgültig perfekt machen und die Timmendorfer Beach Boys sind ein direkter Konkurrent. Andererseits: warum sollte der HSV nicht in allen vier Partien punkten können?

15. EHC Timmendorfer Strand 06 – 38 Spiele – 30 Punkte
Bilanz letzte sechs Spiele: 0-0-2-4
Restprogramm: Moskitos Essen (A), Crocodiles Hamburg (H), Hamburger SV (H), Rostock Piranhas (A)

Vor wenigen Wochen sah es so aus, als wären die Beach Boys in der Lage aus eigener Kraft frühzeitig den Klassenerhalt zu schaffen. Doch fünf Wochen und acht Niederlagen später ist das ganze Makulator, die Timmendorfer sind arg ins Hintertreffen geraten. Nun stehen sie gewaltig unter Druck – einem Druck, dem sie bisher in den direkten Duellen nicht standhalten konnten. Das Gute für die Beach Boys: noch ist was drin. Die beiden Hamburger Clubs sind zu Hause auf jeden Fall schlagbar, aber auch bei der aktuellen Wundertüte Essen und beim Lieblingsrivalen in Rostock sind Zähler drin. Allerdings brauch man wohl auf Nachbarschaftshilfe nicht hoffen.

16. FASS Berlin – 39 Spiele – 28 Punkte
Bilanz letzte sechs Spiele: 4-0-0-2
Restprogramm: Füchse Duisburg (H), Tilburg Trappers (A), Preussen Berlin (A)

Heimlich still und leise haben sich die Akademiker aus dem Berliner Wedding herangekämpft und haben somit zumindest theoretische Chancen, den Klassenerhalt noch zu schaffen. Vor allem wenn man bedenkt, dass FASS die erste 21 (!) Spiele allesamt verlor. Diese Leistung ist auf jeden Fall erwähnens- und anerkennenswert. Doch wenn man nur auf das Restprogramm schaut, dann ist eigentlich schon klar, dass die Akademiker keine Chance mehr haben. Tilburg und Duisburg schlagen? No Way, sorry liebe Leute im Wedding. Auf der anderen Seite: Totgesagte leben auch in Berlin länger.

Einschätzung
Wedemark und Braunlage sind durch, das ist eigentlich klar. Denn zwölf Punkte holen weder Timmendorf noch der HSV, so dass ein dreifacher Punktgewinn den Falken wohl reichen wird. Schwierig ist die Sache bei FASS Berlin. Ein Spiel mehr als die Konkurrenz, dazu zwei richtige harte Brocken vor der Brust: es würde an ein Eishockeywunder grenzen, wenn die Akademiker mehr als drei Punkte holen. Es läuft also auf einen Showdown zwischen dem HSV und den Beach Boys heraus. Und hier sollten sich die Fans beider Lager den 4. März ganz dick im Kalender markieren, denn dort könnte das direkte Duell über Wohl und Wehe entscheiden.