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Barmenia Roland Kahl

Moskau/St. Petersburg –  War das schon die Qualifikation für das Viertelfinale? Noch nicht ganz, doch die deutsche Eishockeynationalmannschaft hat einen ganz großen Schritt in Richtung Runde der letzten Acht gemacht. Die Mannschaft von Marco Sturm besiegte die USA überraschend mit 3:2 (2:1, 0:1, 1:0) und könnte mit einem Sieg gegen Aufsteiger Ungarn am Montag sogar den dritten Platz für sich verbuchen. Finnland leistete wertvolle Schützenhilfe und schlug die Slowakei. In der Gruppe überraschte Dänemark Tabellenführer Tschechien und Schweden besiegte die Schweiz.

Doch zunächst zu Deutschland: Gegen das junge amerikanische Team erwischte das schwarz-rot-goldene Team einen Auftakt nach Maß. Bereits nach 139 Sekunden stand Patrick Hager goldrichtig und traf in Überzahl zum 1:0. Es entwickelte sich danach ein Spiel auf Augenhöhe, mit Chancen hüben wie drüben. Bei Vier gegen Vier traf Jake McCabe zum verdienten Ausgleich (11.). Aber Deutschland schlug zurück: Christian Ehrhoff brachte seine Mannschaft mit 2:1 in Führung (14.). Ein starker Thomas Greiss im Tor (am Ende 31 Paraden) verhinderte den Ausgleich, welcher dann aber zu Beginn des zweiten Drittels doch fiel. Jungstar Auston Matthews traf zum 2:2 in Überzahl (21.). Fortan hatten die deutsche Probleme mit dem schnellen Spiel der Amerikaner, welche aber immer wieder ihren Meister in Greiss fanden. Besser wurde es aus deutscher Sicht in den letzten zehn Minuten. Und als sich bereits alle auf die Overtime einstellten schlug Korbinian Holzer zu. Sein Schuss von der blauen Linie flog an Freund und Feind vorbei und überraschte Condon im Tor zum 3:2 – 33 Sekunden vor dem Ende. Die Führung brachte Deutschland über die Zeit und kann somit erstmals seit 2011 wieder vom Viertelfinale träumen.

Schützenhilfe in Sachen Viertelfinale gab es von Finnland. Die Skandinavier fertigten die Slowakei mit 5:0 ab. Allerdings dauerte es bis zur 32. Minute, ehe Mikko Koivu die Überlegenheit der Finnen in ein Tor ummünzen konnte. 40 Sekunden später erhöhte Antti Pihlstrom auf 2:0. Sasha Barkov (47.) und Jussi Jokinen (60./ÜZ) erhöhten auf 4:0, ehe Jungstar Patrick Laine drei Sekunden vor dem Ende sogar das fünfte Tor nachlegte.

Die Vorzeichen in der Gruppe A sind klar: sollte Frankreich am heutigen Montag nicht gegen Kanada gewinnen, ist Deutschland auf jeden Fall im Viertelfinale. Gewinnen die Deutschen heute ihr Spiel gegen Aufsteiger Ungarn (19.15 Uhr), dann sind sie auf jeden Fall Gruppendritter.

Eine faustdicke Überraschung gelang Dänemark in der Gruppe A. Die Wikinger besiegten Tabellenführer Tschechien mit 2:1 nach Penaltyschießen. Die Tschechen waren zwar haushoch überlegen, wirkten im Abschluss aber müde und scheiterten immer wieder am ganz starken Sebastian Dahm im dänischen Kasten. Dennoch gingen sie mit 1:0 in Führung, Tomas Plekanec traf zur Führung in der 25. Minute. Dänemark schlug durch Freezers-Stürmer Morten Madsen zurück. Dieser traf in Überzahl zum 1:1. Weitere Tore fielen nicht, so dass das Penaltyschießen entscheiden musste. Dänemark traf alle drei Schüsse, während Michal Repik einmal verfehlte. So gelang Nikolaj Ehlers der spielentscheidende Treffer und Tschechien musste die erste Turnierniederlage hinnehmen.

Ebenfalls im Penaltyschießen setzte sich Schweden durch und gewannen gegen die Schweiz mit 3:2. Zweimal gingen die Eidgenossen in Führung, erst durch Sven Andrighetto (19.) und dann durch Denis Hollstein (45./ÜZ). Schweden glich zweimal im Powerplay aus, erst durch Johan Sundström (32.), ehe Gustav Nyquist (51.) die Partie in die Overtime schickte. Im Penaltyschießen war schließlich Andre Burakovsky zweimal erfolgreich und sicherte seinem Team den Extrapunkt.

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