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Barmenia Roland Kahl

Timmendorfer Strand – Es war kein schönes Eishockey-Spiel, es war viel Eishockey-Krampf. Aber es blieb spannend bis zur letzten Sekunde und am Ende konnte der EHC Timmendorfer Strand den zweiten Saisonsieg feiern. Gegen den ewigen Ostsee-Rivalen Rostock Piranhas siegten die Beach Boys glücklich mit 4:3 (1:1, 1:1, 1:1, 0:0) im Penaltyschießen. Jesper Delfs verwandelte den entscheidenden Schuss. Es war das erste Mal seit 2011, dass der EHCT das erste Ostseederby der Saison gewinnen konnte.

Die Ausfallliste ist lang beim EHCT. Neben den langzeitverletzten Patrick Saggau und Tjalf Caesar musste Trainer Dave Rich auf Viktor Engert und Max Grassi verzichten. Dafür wirkten heute Jesper Delfs und Moritz Meyer mit, so dass die Beach Boys immerhin mit 16 Feldspielern antreten konnten.

Das erste Drittel bestimmten weitestgehend die Rostocker, ohne allerdings die ganze große Torgefahr auszustrahlen. Anders die Beach Boys: Einen Konter spielte Gianluca Balla perfekt auf Maximilian Spöttel und der Neuzugang aus Essen traf zum ersten Mal für seinen neuen Club (4.). Und der EHCT versuchte nachzulegen, hatte durch Kenneth Schnabel (5.)., Dominic Steck (9.) und Tim May (12.) weitere gute Gelegenheiten. Rostock kam nur einmal durch einen Ullmann-Schuss von der blauen Linie zu einer halben Gelegenheit (13.). Eine fragwürdige Strafe gegen Tauno Zobel sorgte dann für den Ausgleich: in Überzahl spielte Bezouska den bis dato blassen Tomas Kurka frei, der zum 1:1 (17.) traf. Zuvor hätte Spöttel im Konter allerdings fast das 2:0 erzielt, sein Schuss ging aber knapp über das Tor. So blieb es im ersten Drittel beim 1:1.

Mit viel Tempo und dem Willen in Führung zu gehen, kamen die Piranhas aus der Pause. Die Beach Boys kamen zu Beginn des Mittelabschnitts kaum zu Entlastungsangriffen. Stattdessen häuften sich nun die guten Rostocker Chancen, doch Kurka (22.), Bezouska (24.) und Lemmer (26.) scheiterten an Timmendorfs Goalie Leon Hungerecker, der allerdings auch das eine oder andere Mal das nötige Glück hatte. Aus dem Nichts fiel dann das 2:1 für den EHCT: In Unterzahl konnte Jason Horst sich befreien und mogelte die Scheibe unter gütiger Mithilfe von Piranhas-Schlussmann Dustin Haloschan zur Führung ins Netz (27.). Die Antwort der Rostocker folgte zwei Minuten später. Diesmal war es Hungerecker, der einen harmlosen Schuss über die Schultern trudeln ließ, so dass Ulib-Gleb Berezovskyy zum 2:2 abstaubte. Im Anschluss war der Timmendorfer Goalie wieder auf dem Posten, parierte gegen Striepeke und Koopmann gut. Erst in den letzten fünf Minuten konnten sich die Beach Boys endlich mal wieder befreien und wurden gleich gefährlich. Akimoto, Delfs und May fanden aber in Haloschan ihren Meister. So ging es auch nach 40 Minuten mit einem Remis in die Pause.

43 Sekunden dauerte es im Schlussdrittel, dann zappelte die Scheibe im Netz der Beach Boys. In Unterzahl hatte die Timmendorfer Verteidigung das Zentrum offen gelassen, Dörner fand Bezouska und der Slowake traf völlig freistehend zum mittlerweile verdienten 3:2. Wirklich in die Partie kamen die Beach Boys im Schlussabschnitt kaum noch. Eine doppelte Überzahl nach 45 Minuten war an Harmlosigkeit kaum zu überbieten. Kurz danach konnte man sich bei Goalie Hungerecker bedanken, der sowohl gegen Kurka (48.) als auch gegen Bezouska (50.) stark parierte. Aus dem Nichts schlugen die Beach Boys dann aber doch noch zu. Marco Meyer bearbeitete solange einen Verteidiger, bis dieser fast freiwillig die Scheibe vor dem Tor hergab. Beim Schlenzer in den Winkel war Haloschan machtlos – 3:3 (54.). Und fast hätte Timmendorf nachgelegt, doch Henry scheiterte an Haloschan (57.). Rostock vergab kurz vor Schluss durch Kröber den Sieg in der regulären Spielzeit.

Also musste wieder die Verlängerung entscheiden. Diese blieb trotz Timmendorfer Überzahl torlos, die beste Chance vergab dabei Kenneth Schnabel, der an Haloschan scheiterte. Ansonsten war in den fünf Minuten Zusatzzeit wenig geboten, erst Sekunden vor dem Ende hielt Hungerecker einen Schuss von Bezouska fest. Also gab es dann auch noch etwas Eishockey-Lotterie im Penaltyschießen. Hier hatten die Beach Boys das etwas glücklichere Ende für sich, denn Jesper Delfs traf als Einziger zum 4:3-Heimsieg.

Nach dem Spiel war Trainer Dave Rich zufrieden mit dem Ergebnis: „In Anbetracht der Tatsache, dass wir kaum regelmäßig trainieren können, war das okay. Klar könnte es vor allem offensiv besser sein, das Powerplay besser sein, das Unterzahlspiel auch, aber letztlich haben wir zwei Punkte geholt und das zählt. Auch dank der fantastischen Unterstützung der Zuschauer.“

Am kommenden Wochenende steht für die Timmendorfer zweimal Berlin auf dem Programm. Freitags kommt FASS ins ETC, sonntags reist man zum ECC Preussen.

Statistik:
Tore: 1:0 Spöttel (4.), 1:1 Kurka (17./ÜZ), 2:1 Horst (27./UZ), 2:2 Berezovskyy (29.), 2:3 Bezouska (41./ÜZ), 3:3 Ma. Meyer (54.), 4:3 Delfs (GWS)

Schüsse: 31-43
Strafminuten: Timmendorf 12 + 10 Akimoto – Rostock 12 + 10 Stratmann + 10 Kurka
Zuschauer: 824

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