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Barmenia Roland Kahl

Timmendorfer Strand – Dem Kampf um die Halle und der ungewissen Zukunft zum Trotz geht es für den EHC Timmendorfer Strand am Wochenende sportlich weiter. Dabei warten zwei richtig, schwere Aufgaben auf die Beach Boys, denn heute (20 Uhr) geht es zu den sehr gut gestarteten Crocodiles Hamburg und am Sonntag (18 Uhr) reisen die Moskitos Essen an den Strand. Für den EHCT geht es dabei nicht nur um weitere Punkte, sondern auch darum verlorenes Vertrauen bei den eigenen Zuschauern zurückzugewinnen.

Denn die Beach Boys haben in der Vorwoche viel Kredit bei ihren treuen Anhängern verspielt. „Peinlich“, „beschämend“, „Arbeitsverweigerung“ – das waren nur ein paar Stichworte, welche die Fans über die Social Media-Kanäle los wurden. Und die Worte waren nach dem 5:9 gegen FASS Berlin sicherlich nicht unberechtigt. Auch wenn viele Spieler unter der Woche berufs- und krankheitsbedingt beim Training fehlten, was Trainer Dave Rich Woche für Woche gebetsmühlenartig wiederholt, so ist die kämpferische „Nicht-“ Einstellung des letzten Freitags ein Unding. Immerhin: mit dem nicht erhofften 2:1-Sieg bei Preussen Berlin holte man immer drei Punkte am letzten Wochenende und beruhigte das Umfeld wieder etwas. Allerdings sollten sich Auftritte wie gegen FASS nicht so schnell wiederholen.

Denn Punkte erwartet am kommenden Wochenende niemand, aber zumindest eine Mannschaft, welche den Willen zeigt, eventuelle Schwächen des Gegners zu nutzen und sich nicht abschlachten zu lassen. Allerdings die Personalsituation ist unter aller Katastrophe. Der Virus geht nach wie vor in Timmendorf um. Neben den verletzten Patrick Saggau und Tjalf Caesar werden Maximilian Spöttel, Marco Meyer und Kenneth Schnabel erkrankt ausfallen. Dazu stehen hinter Tim May, Viktor Engert und Jason Horst auch noch Fragezeichen. Es droht in jedem Falls das dreckige Dutzend beim EHCT.

Am Freitag geht es erstmals in dieser Saison gegen den „Lokalrivalen“ Crocodiles Hamburg. Die Farmsener profitierten bekanntlich am Meisten vom Aus der Hamburg Freezers, nicht nur weil mit Christoph Schubert die Club-Ikone nun ein Krokodil ist. Auch zuschauertechnisch hat sich das positiv ausgewirkt, mehr als 1800 sind es im Schnitt, was nach Tilburg und Hannover den dritten Platz in der Zuschauertabelle bedeutet. Und mit den Zuschauern im Rücken schwimmen die Crocodiles auf einer Erfolgswelle, gewann sieben der ersten zehn Spiele und haben als Sechster Tuchffühlung nach ganz oben. Zuletzt überzeugten die Hamburger mit einem 4:0 über die Indians. Allerdings sind die Crocos enorm von ihrer ersten Reihe abhängig. Schubert, die Kanadier McGowan und Mitchell sowie Israel und Marek erzielten zusammen 33 (!) von 40 Toren. Schaffen die Beach Boys das Unmögliche und nehmen dieses Quintett aus dem Spiel, dann wäre ein Überraschung durch aus drin. In der Vorbereitung trafen beide Teams schon einmal aufeinander. Beide Spiele gewannen die Crocodiles mit 6:1 und 6:4. Auf eine tolle Kulisse dürfen sich alle freuen, bereits am heutigen Vormittag kam aus Farmsen die Meldung, dass das Spiel mit 1955 Zuschauern ausverkauft ist. Die Crocos müssen im Spiel auf Nikolai Varianov, welcher seinen Vertrag aufgelöst hat, und auf den verletzten Timo Gless verzichten. Ein besonderes Spiel wird es für Crocos-Sportchef Sven Gösch: „Anderthalb Jahre Crocos können 30 Jahre Timmendorf nicht aufwiegen. Natürlich schlagen nachwievor zwei Herzen in meiner Brust doch für 60 Minuten müssen die Sympathien und die Liebe zu Timmendorf ruhen.“

Nochmal ein Stück schwerer wird das Heimspiel der Beach Boys. Denn dann ist der aktuelle Tabellenführer zu Gast. Die Moskitos Essen verloren nur ihr Auftaktspiel und sind seit acht Partien ungeschlagen. Kein Wunder, dass man an der Spitze steht. Prunkstück ist die starke Defensive um den neuen Goalie Sebastian Staudt. Lediglich zwei Gegentore pro Partie kassierten die Stechmücken bisher und bestechen offensiv durch sehr ausgeglichene Reihen. Gleich sieben Spieler erzielten pro Partie mindestens einen Punkt, wobei allerdings die beiden Kontingentspieler Andrej Bires Michal Velecky mit je sieben Toren und zusammen fünf spielentscheidenden Treffern etwa herausragenden. Die junge Mannschaft der Essener ist vom -nicht immer ganz einfachen- Trainer Frank Gentges gut eingestellt und besticht durch hohes Tempo über die vollen 60 Minuten. Ein besonderes Spiel wird es für Maximilian Spöttel, welcher zu Saisonbeginn ein Kurz-Intermezzo am Westbahnhof gab. In der letzten Saison siegten die Moskitos jeweils locker mit 6:1 und 6:0.

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