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Barmenia Roland Kahl

Timmendorfer Strand – Unnötig spannend machten sie es und strapazierten die Nerven der 360 Zuschauer bis auf das Äußerste. Doch am Ende siegten die Beach Boys des EHC Timmendorfer Strand gegen die Black Dragons Erfurt,gewannen mit 4:3 (2:1, 2:2, 0:0) und holten damit den zweiten Heimdreier der Saison. Jesper Delfs traf dabei doppelt und war damit der „Chef-Drachentöter“ beim EHCT.

Die Partie begann für die Beach Boys, wie sie es sich wohl nur erträumt hatten. Es war keine Minute gespielt, als Kenneth Schnabel Dragons-Goalie Erik Reukauf die Scheibe durch die Beine schob und so für die ganz frühe Führung sorgte. Timmendorfs Nummer 81 hätte im Alleingang für ein höheres Ergebnis sorgen können, scheiterte aber an den eigenen Nerven. Und da auch Denis Akimoto zweimal von der blauen Linie in Erfurts Schlussmann seinen Meister fand, kam es wie es kommen musste. Aus einer eigentlich schon geklärten Situation heraus kam Christian Grosch völlig frei zum Schuss und markierte den glücklichen 1:1-Ausgleich.

Doch die Timmendorfer schüttelten sich kurz und spielten mutig nach vorne. Das Tor von Reukauf war aber wie vernagelt, immer wieder griff der Drachen-Goalie zu. Doch mit dem 17. und letzten Torschuss des ersten Drittels durften die Zuschauer doch noch jubeln. Jesper Delfs schlenzte die Scheibe von der blauen Linie in Richtung Tor. Vorbei an Freund und Feind schlug das runde Hartgummi-Tier zum hochverdienten 2:1 im Kasten ein.

In Abschnitt Nummer zwei passierte lange Zeit nichts, die ersten acht Minuten vergingen ohne größere Highlights. Erst eine Strafe gegen Erfurts Otte brachte Bewegung in die Partie und zum dritten Mal an diesem Abend trafen die Beach Boys im Powerplay zum 3:1. Erneut war es Delfs, der diesmal einen Querpass von Tim May einschieben konnte. Und keine zwei Minuten später legten die Timmendorfer nach, Jason Horst war im Alleingang eiskalt und überwand Reukauf zum 4:1.

Nun hofften alle Zuschauer auf eine entspannte, restliche Spielzeit, doch wie so oft machten es die Beach Boys wieder spannend. Erst stocherte Felix Schümann die Scheibe zum zweiten Drachen-Treffer über die Linie und dann ließ Timmendorfs Goalie Jordi Buchholz einen Schuss von Oliver Otte durchrutschen. Ob die Scheibe aber komplett über die Linie gerutscht war, ist zweifelhaft, das ansonsten starke Schiedsrichter-Duo Sochiera/Ehlers gab den Treffer zum 4:3 aus Timmendorfer Sicht. Anschließend rettete Buchholz allerdings zweimal stark und verhinderte den Ausgleich. Sein Gegenüber Reukauf parierte aber ebenfalls gut gegen May, so dass es mit dem knappen 4:3 in die zweite Pause ging.

Zerfahren ging es ins letzte Drittel. Nach einer diskutablen Strafe gegen Tristan Möbius gerieten die Beach Boys unter Druck und konnten sich nicht wirklich befreien. Erfurt bestimmte weite Teilen des dritten Abschnitts, kam aber selten zum Abschluss. Wenn doch, dann war Buchholz zur Stelle. Timmendorf kam kaum aus dem eigenen Drittel raus, doch wenn sie mal für Entlastung sorgen konnten, wurde es gefährlich. Doch May in Überzahl und Schnabel bei einem 3gegen1-Break scheiterten an Reukauf. Am Ende zitterten sich die Beach Boys aber zum verdienten 4:3-Heimerfolg.

Statistik
Tore: 1:0 Schnabel (1./ÜZ), 1:1 Grosch (11.), 2:1, 3:1 Delfs (20./ÜZ/30./ÜZ), 4:1 Horst (32.), 4:2 Schümann (35.), 4:3 O. Otte (36./ÜZ)

Schüsse: 34 – 27
Strafen: Timmendorf 12 – Erfurt 12
Zuschauer: 360

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