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Barmenia Roland Kahl

Timmendorfer Strand – Es war eine ganz schön turbulente Woche beim EHC Timmendorfer Strand. Nach der „Lehrstunde“ (Dave Rich) gegen Tilburg und dem Comeback-Sieg in Braunlage folgten die Hiobsbotschaften mit der Verletzung Gianluca Ballas und dem Abgang von Max Grassi. Doch nun liegt der Fokus der Beach Boys wieder auf dem Wochenende. Mit den Icefighters Leipzig am Freitag (20 Uhr) und den Hannover Scorpions am Sonntag (18.30 Uhr) warten wieder zwei schwierige Spiele auf die Timmendorfer Kufencracks, aber man rechnet sich gegen beide Teams durchaus was aus. Denn in den Hinspielen war man beide Male recht knapp dran.

Obwohl man das vom Hinspiel aus Leipzig gar nich vermuten sollte, schließlich verloren die Beach Boys das Auswärtsspiel bei den Icefighters mit 4:10. Doch 40 Minuten hielten die Timmendorfer gut dagegen, gingen sogar in Führung, ehe sie in den letzten 20 Minuten einem kleinen Kader und einer ganz schwachen Schiedsrichterleistung Tribut zollen mussten. Aber sie waren dann und das soll umgesetzt. Auf der anderen Seite sind die Icefighters natürlich der Favorit, als Tabellensiebter liegen die Sachsen richtig gut im Playoff-Rennen. Das liegt vor allem an einer sehr kompakten Defensive, lediglich fünf Teams kassierten weniger Gegentreffer. Sowohl der junge Patrik Cerveny wie auch der Ex-Timmendorfer Kevin Beech zeigen dabei gute Leistungen. Offensiv präsentiert sich der kleine Leipziger Kader sehr ausgeglichen, praktisch jede Reihe trägt ihren Teil zum Scoring bei. Florian Eichelkraut (26 Punkte) und Edward Gale (23) stechen dabei heraus. Dennoch: die Icefighters sind verwundbar, das haben die Beach Boys in Leipzig gezeigt und sie werden gewillt sei, endlich eine Überraschung zu schaffen.

Apropos Überraschung: wenn es so etwas wie eine negative Überraschung gibt, dann sind das die Hannover Scorpions. Der erfolgsverwöhnte Deutsche Meister von 2010 backt in dieser Saison ganz kleine Brötchen und findet sich auf dem vorletzten Tabellenplatz wieder. Gerade einmal vier Siege gab es in 20 Spielen, darunter den Erfolg nach Penaltyschießen in Timmendorf am ersten Spieltag. Ansonsten läuft aber eine ganze Menge schief bei den Scorpions, so richtig in Tritt kommt das stark verjüngte und neuformierte Team nicht. Und nun verzichtet man auch noch auf den punktbesten Verteidiger, denn Robin Thomson wurde bis auf weiteres von Geschäftsführer Marco Stichnoth freigestellt. Es hakt also gewaltig auf dem Eis, denn aktuell gehören sowohl Offensive wie auch Defensive zum Schlechtesten, was die Oberliga Nord zu bieten hat. Dies wurde schon im Hinspiel deutlich. Verlassen können sich die Scorpions immerhin auf ihren Paradesturm mit Kapitän Christoph Koziol, dem Kanadier Kyle DeCoste und Sachar Blank. Drei Punkte und damit der erste Sieg in der Historie sind machbar für die Beach Boys.

Auf die leichte Schulter nehmen sollte das Team von Dave Rich das Duell mit den Scorpions nicht. Denn gefestigt ist die Mannschaft aktuell nicht, gute Leistungen wechseln sich fast im zwei-Tage-Rhythmus mit schwachen Auftritten ab. Aber man hat noch ein großes Ziel vor Augen, denn die Pre-Playoff-Ränge neun und zehn sind durchaus noch in Reichweite. Drei Zähler beträgt der Rückstand auf die Harzer Falken. Allerdings sind Ausrutscher ab sofort verboten und die eine oder andere Überraschung muss auch mal drin sein.

Personell kann Dave Rich so weit wie möglich aus dem Vollen schöpfen. Die zuletzt erkrankten bzw. verletzten Paul Paepke, Denis Akimoto und Kenneth Schnabel stehen wieder zur Verfügung. Damit sind bis auf Balla alle Spieler an Bord, wobei sich die Einsätze von Jesper Delfs und Moritz Meyer wohl kurzfristig entscheiden werden. Ganz heiß auf seinen ersten Auftritt im Beach Boys-Trikot ist Neuzugang Deion Müller.

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