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Barmenia Roland Kahl

Timmendorfer Strand – Die Oberliga-Saison beim Eishockey geht mit der Endrunde, die in der kommenden Woche beginnt, in ihre heiße Phase. Doch bevor sich die besten Teams aus dem Norden, Westen und Osten der Republik im direkten Duell  gegenüberstehen, halten schlechte Nachrichten abseits der Eisfläche die Fans des Kufensports in Atem. So haben die Kassel Huskies Insolvenz angemeldet und auch die Oberliga-Zukunft des Adendorfer EC ist gefährdet.

Am heutigen Tag hat die Kasseler Eissporthalle Betriebsgesellschaft mbH (KEBG), die sich für den Spielbetrieb der Kassel Huskies in der Oberliga West verantwortlich zeigt, Insolvenz beim zuständigen Amtsgericht in Kassel angemeldet.  Da man sich mit den Betreibern der Eissporthalle nicht auf eine Verlängerung des Pachtvertrages über den 30.04.2014 hinaus einigen konnte und so nach Aussage der KEBG „die Geschäftsgrundlage ab dem 01.05.2014 endgültig entzogen ist“, sah sich die Geschäftsführung um Stefan Traut zu diesem Schritt gezwungen.

Hinzu kommen fehlende Einnahmen durch einen massiven Zuschauerrückgang und fehlende Sponsoren, die ein Loch im sechsstelligen Bereich in den Etat reißen. Dem gegenüber stehen ein teurer Kader, der gespickt ist mit Profis, und vor allem hohe Kosten für die Miete und den Betrieb der Eishalle, die im hohen sechsstelligen Bereich liegen.

Sportlich hat die Insolvenz zunächst keine Auswirkungen, da der Stammverein EJ Kassel Inhaber des Spielrechts ist, so dass einer Teilnahme des aktuellen Tabellenzweiten der Oberliga West an der Oberliga-Endrunde und ein eventueller Aufstieg in die DEL 2 möglich ist.
Wie es in Kassel genau weitergeht, wird sich in den nächsten Wochen entscheiden,  dem Vernehmen nach wollen Kassel und auch die Hallenbesitzer den Eishockeysport auf professioneller Ebene erhalten.
Etwas anders sieht es beim Timmendorfer Erzrivalen Adendorfer EC aus. Der Tabellensiebte der Oberliga Nord hat zwei Probleme.

Zum Einen lastet die Arbeit aktuell rund um das Oberliga-Team auf den Schultern von Geschäftsführer Finn Sonntag und Projektleiter Dan Krause, die dringend Unterstützung bräuchten. So appellierte Sonntag im Rahmen eines Stammtisches an die Fans und hofft auf ehrenamtliche Helfer zur neuen Saison.
Zum Zweiten werden die Heidschnucken von den Schatten der Vergangenheit eingeholt. Zwar ist die laufende Saison finanziell solide durch finanziert worden, allerdings hat man ähnlich wie Kassel und viele weitere Vereine mit Zuschauerschwund  und fehlenden Sponsoren zu kämpfen. Dennoch wäre die Oberliga wohl finanzierbar. Schwerer wiegt dabei, dass die Oberliga-Abteilung des AEC Schulden im mittleren fünfstelligen Bereich vor sich herschiebt, die allerdings schon deutlich älter sind. Diese müssten in den kommenden Wochen spürbar abgebaut werden, wenn man die erste Mannschaft in der Oberliga halten will.

Die Timmendorfer Fans nehmen die Meldungen aus Kassel und Adendorf mit Bestürzung zur Kenntnis. Mit den Fans der Huskies verbindet sie eine Fanfreundschaft, die vor allem in den letzten Jahren durch direkte Duelle und gegenseitige Besuche geprägt wurde, während bei einem Rückzug des AEC das traditionsreiche „Dorfderby“ wegfallen würde. Daher sind die Fans gespannt, wie es in den kommenden Wochen weiter geht.

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