Leif Krause als Sportlicher Leiter beim TESV mit Kids. Foto: oH
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Timmendorfer Strand – Eishockey an der Ostsee hat seit anderthalb Jahren zwei Gesichter. Eines davon ist der Timmendorfer Eissportverein (TESV). Die Jugend ist gefragt, denn die trägt den jungen Club. Leif Krause ist Sportlicher Leiter, selbst Eishockeyspieler in Timmendorf und anderen Clubs bundesweit. HL-SPORTS führte ein Interview mit ihm.

HL-SPORTS: Hallo Leif, du bist Sportlicher Leiter und Co-Trainer beim TESV. Vor rund anderthalb Jahren habt ihr euch gegründet. Welche Entwicklung habt ihr seitdem genommen und mit welchen Hindernissen hattet ihr zu tun?

Leif Krause: Der Verein wurde vorsorglich gegründet, weil zu befürchten war, dass der EHCT in eine Insolvenz laufen würde. Das hat sich bewahrheitet und unsere Mitgliederzahlen haben sich inzwischen vervierfacht, so dass wir aktuell über 200 Mitglieder zählen. Das ist eine tolle Entwicklung. Hindernisse waren eher Unruhen, da man sich fragte, warum es zwei Vereine gibt. Der CET hat sich erst nach dem TESV gegründet und es wurden von beiden Clubs sicher einige Fehler gemacht. Das ist nun sehr viel besser und ich habe inzwischen viele gute Gespräche mit Michael Weissin, Jörg Dittrich und Sahra Spieß geführt. Da schauen wir, wo die Reise hingeht.

Weihnachten beim TESV. Foto: oH

HL-SPORTS: Ihr bietet sehr viele Aktionen an. Para-Eishockey, Kids on Ice-Day und Soccer on Ice. Welchen Antrieb habt ihr dabei und welches Feedback bekommt ihr dazu?

Leif Krause: Das Feedback ist toll. Wir sind in der Breite super aufgestellt. In der neuen Saison darf man sich auf neue Sachen freuen. Um nur eines zu verraten werden wir ein Mutter-Kind-Eislaufen anbieten. Nicht jeder, der Eissport liebt, möchte Eishockey spielen. Auch das Para-Eishockey machen ganz wenige Vereine in Deutschland. Mit Tjalf Caesar, den ich von Benefizspielen kenne, ist ja derzeit auch gerade ein Fall dabei, der das Thema aufgreift. Das hat uns erschüttert. Seinen Bruder kenne ich noch vom alten Verein. Wir waren aber vorher schon in Verhandlungen zum Para-Eishockey, also war das nicht der Grund, dass wir so etwas anbieten. Der Verdienst dabei geht hier komplett an Imme. Sie plant das schon seit Vereinsgründung und das hat sie ganz toll hinbekommen. Soccer on Ice ist mein Bereich, weil ich im Fußball ganz gut vernetzt bin. Wir hatten die Trainermannschaft des VfB Lübeck eingeladen. Da kam dann leider eine Absage wegen Verletzungsgefahr, wie auch bei der U13. Andere Vereine waren da und die hatten ihren Spaß und das ist das Ziel gewesen.

HL-SPORTS: Laufschule, Eiskunstlauf, U9- und U11-Eishockey gibt es bei euch. Wie werden diese Programme angenommen und was draf man noch erwarten in der Zukunft?

Leif Krause: In der neuen Saison wird es durchgehend von der U7 bis zur U13 Teams und eine Hobbyherrenmannschaft geben. Die Laufschule wird dabei zweimal die Woche erhalten bleiben. Der Unterbau ist bei uns perfekt. Da hoffen wir auf noch mehr Mitglieder, damit wir noch eigenständiger werden. Es gibt dazu Spielgemeinschaften mit anderen Vereinen. Die Hobbyherren sind ein wenig ausgegliedert und finanzieren sich selbst. Da gibt es Hobbycups und die Mannschaft war zuletzt in Hamburg sehr erfolgreich.

Leif Krause als Schiedsrichter. Foto: oH

HL-SPORTS: Was ist genau deine Aufgabe im Verein als Sportlicher Leiter?

Leif Krause: Gespräche mit Eltern zu führen, Ideen zu entwickeln, so dass wir noch besser aufgestellt sind und attraktiver werden. Die Zusammenarbeit ist sehr angenehm und ich bin ganz froh, dass die Mitglieder mir bei der Wahl ihr Vertrauen geschenkt haben. Ich werde in der neuen Saison wieder zur Verfügung stehen.

HL-SPORTS: Du bist mit deinem Unternehmen zudem noch Namensgeber des „Maler Krause-Cup“, der am Ende dieses Monats ausgetragen werden sollte. Ihr hattet viele tolle Mannschaften eingeladen, doch natürlich musste das Turnier über zwei Tage abgesagt werden. Das ist bitter. Was wäre der Hintergrund des Cups gewesen und wie geht ihr mit der Absage als Verein um?

Leif Krause: Wir wollten ein Abschlussturnier. Die Gemeinschaft zwischen Eltern, Kindern und Trainern sollte im Vordergrund stehen. Ursprünglich war eine Reise zu einem Turnier nach Berlin geplant, nur das hat nicht geklappt. Da haben wir gesagt, dass wir einen eigenen Cup machen. Durch mein Netzwerk haben wir das Turnier organisiert. Es wäre ein toller Cup geworden und Kinder aus verschiedenen Bundesländern hätten sich getroffen. Vormittags wäre Eiszeit, nachmittags hätte es andere Aktivitäten für die Kids geben sollen. Dazu kommt es ja aufgrund der aktuellen Situation um das Corona-Virus nicht. Wir haben aber schon mit den anderen Mannschaften besprochen, dass wir das Turnier nachholen und genau die Kinder, die in den Cup-Meldelisten eingeplant waren, bei uns spielen, auch wenn sie dann schon neun oder zehn Jahre alt sind. Der Cup wird also stattfinden und nur verschoben. Wann wissen wir natürlich jetzt noch nicht – ob es September oder doch Dezember ist, weiß noch keiner. Da müssen wir mit der Gemeinde erst Rücksprache halten. Und auch zukünftig wird es dieses Turnier geben. Ich persönlich hatte mich am meisten auf Selb gefreut, weil wir mit Selb eine Spielgemeinschaft gebildet hätten.

Wir sind stolz darauf, zum ersten Mal in diesem Jahr unseren U9 Maler-Krause-Cup veranstalten zu können. Wir freuen uns auf hochrangige Gäste. Kommt vorbei am 28. und 29. März und schaut unseren Birdies beim Kämpfen zu. 

Gepostet von TESV am Mittwoch, 4. März 2020

HL-SPORTS: Für die Kids ist es ebenfalls enttäuschend. Was machen die denn aktuell, wo sie keine Schule haben und auch kein Training?

Leif Krause: Da haben wir uns beispielsweise einen Malwettbewerb ausgedacht, den wir auswerten. Oder sie können sich Gedanken zu einem neuen Vereinslogo machen, dass wir vielleicht für die Weihnachtszeit nutzen. Einen kleinen Sommertrainingsplan haben wir für die Kinder ebenfalls erstellt. Viele haben zuhause die Möglichkeit alleine zu üben. Wir sind da in einem engen Austausch und den Kindern geht’s gut – ihnen wird keine Angst gemacht. Wir werden da jede Woche neue Möglichkeiten finden, um sie aufzuheitern und sie ihre Zwangsferien mit Ablenkung nutzen können. Digital gucken wir gerade, was wir machen können, damit sie so untereinander in Kontakt bleiben.

HL-SPORTS: Unter der Corona-Krise haben alle zu leiden – Menschen wie auch Vereine. Wie geht ihr im Verein damit um?

Leif Krause: Wir nehmen die Situation an, wie sie ist und sind sehr verantwortungsvoll, wie man beispielsweise an der Turnier- oder Trainingsabsage sieht. Das war schon vor den behördlichen Erlassen so. Über die Whats App-Gruppen hatten und haben wir mit den Eltern einen Austausch, der uns ganz wichtig ist. Wir gehen mit der ernsthaften Notwendigkeit heran, aber wir dürfen keine Ängste verbreiten. Die Eltern müssen ihrerseits Aufklärung betreiben. Jeder hat seine persönliche Meinung zu dem was gerade passiert und es ist schwer für Außenstehende da den Mittelweg zu finden. Wir bewerten es als Verein so, dass gerade Pause ist.

HL-SPORTS: Dankeschön und alles Gute für die Zukunft.

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