Nach dem Ausfall der TW 2020 und zwei Jahren Liga-Pause in der Lübecker Bucht kehrt das Format mit dem Kampf der besten Segelclubs in 2022 im Doppelpack zurück. Auf dem Programm steht die Champions League, die 2021 ihr Finale vor Sardinien segelte, und der dritte Spieltag der Bundesliga. Fotos: sailing energy (Sailing Champions League), Lars Wehrmann (Segel-Bundesliga/oH)

Lübeck – Mit einem großen Auftritt kehrt das Liga-Segeln zurück nach Travemünde: Neben der Ersten und Zweiten Segel-Bundesliga wird auch die Sailing Champions League (SCL) mit einem Qualifier zur Travemünder Woche 2022 Station machen. Damit kommt es zum Showdown der besten Segelclubs auf nationalem und internationalem Niveau in der Lübecker Bucht.

Seit der Premiere des Liga-Formats in 2013 gibt es eine enge Verbindung zur Travemünder Woche. Bis 2019 war die Bundesliga durchgängig zur Travemünder Woche vertreten, 2018 kürte zudem die Youth Sailing Champions League die ersten Sieger in ihrer Geschichte vor Travemünde. Nach dem Ausfall der Travemünder Woche 2020 pausierte das Liga-Segeln allerdings zwei Jahre in der Lübecker Bucht. Jetzt ist es mit einem Doppelschlag zurück.

Der Spieltag der Ersten und Zweiten Segelbundesliga vom 29. bis 31. Juli zur Travemünder Woche bildet den Abschluss der ersten Saisonhälfte und wird einen klaren Fingerzeig darauf geben, welche Clubs in 2022 um den Gewinn des zehnten deutschen Meistertitels mitspielen beziehungsweise welche Mannschaften aus der Zweiten Liga sich Hoffnungen auf den Aufstieg machen dürfen. Travemünde hat sich in der Vergangenheit stets als ein Highlight für die Liga-Segler erwiesen.

„Die enge Verbindung von Aktiven und Zuschauern an der Strandpromenade, der direkte Blick des Publikums auf das Segelspektakel vor dem Kurstrand ist eindrucksvoller Beleg, wie eng Sport, Zuschauer und Festival in Travemünde verzahnt sind. Das macht den Charme der TW aus“, freut sich Frank Schärffe, Geschäftsführer der Travemünder Woche gGmbH, auf das zuschauerträchtige Event.

Und die Zuschauer werden mit dem Liga-Segeln die ganze Woche hindurch mitten in den Segelsport hineingezogen. Bereits für 2020 war die Premiere eines deutschen Champions-League-Events vor Travemünde geplant. Durch die Corona-bedingte Absage der TW wurde daraus nichts. Jetzt aber kommt die Top-Serie des Liga-Segelns in die Lübecker Bucht. In der ersten TW-Hälfte vom 23. bis 26. Juli haben bis zu 32 Clubs aus ganz Europa die Chance, sich für das Finale zu qualifizieren. Der erste Qualifier der Saison wird vom 26. bis 29. Mai vor Vilamoura/Portugal ausgetragen. Der weitere Saisonverlauf nach der TW ist noch in der Abstimmung.

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In 22 europäischen Länder sowie in Australien gibt es inzwischen nationale Ligen. Aus Deutschland dürfen die Top-5-Teams (One Kiel, WV Hemelingen, Flensburger SC, Württembergischer YC, NRV Hamburg) an der SCL teilnehmen. Wer in Portugal und wer in Travemünde auf die Bahn geht, wird noch festgelegt. Fest steht aber, dass der Lübecker Yacht-Club als ausrichtender Verein eine Wildcard für den SCL-Auftritt auf heimischem Revier erhält.

„Das ist für die Travemünder Woche ein tolles Event und für uns als Mannschaft eine großartige Gelegenheit, um uns international zu präsentieren“, sagt Maximilian Gebhard, Team-Manager der Liga-Mannschaft des Lübecker Yacht-Clubs. „Wenn wir an den Start gehen, dann wollen wir uns aber auch vernünftig präsentieren. Deshalb werden wir jetzt unsere Möglichkeiten prüfen, innerhalb einer Woche zwei Mannschaften aufstellen zu können. Denn der Fokus liegt für uns auf der Zweiten Bundesliga. Da wollen wir über die gesamte Saison eine gute Performance abrufen.“

Für die sportliche Leitung der Travemünder Woche ist der Doppel-Auftritt der Liga-Segler in jedem Fall ein Leckerbissen. „Wir hatten uns schon 2020 auf die Ausrichtung eines Champions-League-Events gefreut. Dass die SCL-Verantwortlichen nach dem Ausfall der TW vor zwei Jahren nun wieder auf uns zugekommen sind, zeigt, wie glücklich die Segler mit dem Liga-Geschehen vor Travemünde sind“, sagt TW-Sportdirektor Jens Kath. Gesamtwettfahrtleiter Anderl Denecke sieht in dem Qualifier eine große Herausforderung: „Liga-Segeln ist für die Wettfahrtleiter mit den vielen, schnellen Rennen, den Crewwechseln, den ständigen Anpassungen der Bahn an die wechselnden Winde besonders anstrengend. Aber wir haben mit Wolfgang Stückl einen sehr versierten Wettfahrtleiter, der mit seinem Team voller Begeisterung sieben Tage Liga-Segeln angehen wird.“

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