Harte Nummer gegen Amateur-Verein: TV-Moderator Carsten Spengemann im Visier

Football-Verband verliert immer weiter sein „Macht-Monopol“

Moderator Carsten Spengemann. Foto: Lobeca/Marcus Kaben
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Schwarzenbek – „Der Moment, wenn du im Urlaub erfährst, dass deine Tätigkeit als Moderator für das Fernsehen und Football für „rannfl“ bei der European League of Football dafür gesorgt hat, dass dein Verein sich jetzt dem Verband gegenüber rechtfertigen muss und sogar Konsequenzen im Raum stehen… unbezahlbar!“ Ein Social Media-Post von TV-Moderator Carsten Spengemann, der nicht nur hauptberuflich für ProSieben und ransport tätig ist, sondern auch als Coach bei den Schwarzenbek Wolves im Herzogtum Lauenburg.

AFVD verliert „Macht-Monopol“

Der Hintergrund liegt beim American Football-Verband Deutschland (AFVD), der strikt gegen die European League of Football (ELF) schießt und womöglich seine Felle davonschwimmen sieht. Die ELF hat in diesem Sommer den Spielbetrieb auf europäischer Ebene gestartet, unter anderem mit den Hamburg Sea Devils. Die neue Liga kommt sehr gut an, ist erfolgreich und lief dem Verband innerhalb von kürzester Zeit den Rang ab.

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Esume will Football in Deutschland fördern  

Dabei ist Patrick „Coach“ Esume als Commissioner der Liga – und wohl aktuell der Football-Experte in Deutschland – gewillt die „Football-Family“ zusammenzubringen und den Sport nach vorne zu bringen. Die Begeisterung stößt nicht überall auf Gegenliebe, denn die ELF sieht man im Verband eher als „illegalen Spielbetrieb“. Doch die Teams der Liga werden nicht als Vereine, sondern als Franchises geführt, müssen sich somit nicht im AFVD organisieren. Viele Spieler aus der German Football League (GFL), die dem Verband unterstellt sind, wagten den Schritt in die ELF. Für die GFL und dessen Organ ein herber Verlust.  

„Restart21“ wehrt sich gegen Verband

Es geht sogar so weit, dass den Vereinen vom AFVD drakonische Strafen angedroht wurden. Die Initiative „Restart21“ hatte dazu vor kurzem Stellung bezogen: „Passend dazu wird auch der Ton gegenüber Vereinen rauer, die sich eine Zusammenarbeit mit einem ELF Franchise vorstellen können. Während ein Großteil der Passagen der BSO vor keinem deutschen Gericht standhalten würde, wird mit §5 weiter gedroht, dass man Vereine und Einzelpersonen mit Geldstrafen von bis zu 25.000 Euro belegen könnte. Außerdem drohe der Lizenzentzug und eine Sperre im Verband.“

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Roman Motzkus, Maskottchen Cody Cougar und Carsten Spengemann bei den Lübeck Cougars. Foto: Lobeca/Roberto Seidel

Regional laufen Kooperationen an

Dabei gibt es bereits Kooperationen der ELF auf regionaler Ebene, beispielsweise mit dem American Football und Cheerleading Verband Hamburg (AFCV). Dort unterstützen Esume & Co. ein Junior Player Development (JPD) in diesem Sommer. Auch in Köln gibt es so etwas zwischen dem dortigen Franchise Cologne Centurions und dem früheren GFL-Club Cologne Falcons für den Nachwuchs.

Spengemann ist Stadionsprecher bei den Cougars

Spengemann könnte zum Stolperstein für den AFVD werden, denn er ist in seiner Tätigkeit bei den Schwarzenbekern nicht im Auftrag der ELF dabei. Auch bei den Heimspielen der Lübeck Cougars ist der 48-Jährige zu Gast – als Stadionsprecher in der GFL2.

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