
Lübeck – Wenn am kommenden Wochenende die besten männlichen U16-Teams Deutschlands in Lübeck um den Titel spielen, richtet sich der Blick des gesamten Nachwuchshockeys auf die Hansestadt. Für Andreas Knechten, Vizepräsident Jugend im Deutschen Hockey-Bund (DHB), sind solche Turniere weit mehr als nur eine Meisterschaft.
„Diese Wettbewerbe sind unheimlich wichtig – aus zwei Perspektiven“, betont Knechten im Gespräch mit RADIO LÜBECK. Zum einen gehe es um die Spieler selbst, die hier um eine Deutsche Meisterschaft kämpfen. Zum anderen sei es für ausrichtende Vereine wie LBV Phönix Lübeck eine große Bühne: „Sie können sich als Spitzensport-Standort präsentieren. Mit der U16-DM ist die Blickrichtung von Hockey-Deutschland auf Lübeck gerichtet.“
Sprungbrett für die Nationalmannschaft
Wer bei einer U16-DM aufläuft, gehört zur nationalen Spitze – und hat nicht selten eine große Karriere vor sich. Knechten verweist auf die aktuelle Nationalmannschaft, die sich derzeit auf internationalem Parkett misst: „Wenn man sich unser A-Nationalteam anschaut – praktisch alle haben in ihrer Jugend eine Deutsche Meisterschaft gespielt.“
Auch prominente Namen aus der Vergangenheit hätten diesen Weg genommen. „Ein Beispiel aus dem Norden ist Moritz Fürste. Er ist aus der Jugend heraus zu einem Spieler geworden, der das deutsche Hockey über Jahre geprägt hat.“
Für Knechten ist klar: Die Deutsche Meisterschaft im Jugendbereich ist ein entscheidender Baustein in der Entwicklung späterer Spitzenathleten.
Nachwuchsarbeit auf Weltklasse-Niveau
Mit Blick auf die Nachwuchsarbeit zeigt sich der DHB-Vizepräsident überzeugt: „Wir sind aktuell U21-Weltmeister im männlichen Bereich und Europameister bei den Erwachsenen. Alle Spieler, die dort auf dem Feld stehen, sind durch die Jugendstrukturen gegangen.“
Gleichzeitig verweist er auf die besonderen Rahmenbedingungen im Hockey. „Wir sind eine Randsportart. Im Gegensatz zum Fußball leben unsere Jugendlichen nicht als Profis.“ Stattdessen trainierten viele fünfmal pro Woche, gingen zur Schule und organisierten daneben ihr Privatleben. „Was diese jungen Leute auf den Kunstrasen bringen, ist phänomenal – und das alles als Amateure.“
Extrem hohe Leistungsdichte
Gerade in der Altersklasse U16 sei das Leistungsniveau besonders ausgeglichen. Knechten berichtet von den westdeutschen Meisterschaften in Nordrhein-Westfalen: „Dort gab es sechs nahezu gleichwertige Teams, am Ende konnten sich nur zwei durchsetzen.“
Ähnlich spannend erwartete er die Qualifikationsturniere im Norden und Süden am vergangenen Wochenende. „Da kann sich keiner sicher sein, dass er nach Lübeck fahren darf. Die Mannschaften müssen am Wochenende Top-Leistungen bringen.“
Lob für Lübeck als Gastgeber
Was wünscht sich Knechten für das Wochenende in der Hansestadt? „Ich wünsche mir faire Spiele und glorreiches Hockey.“
Mit Lübeck verbindet er positive Erfahrungen. „Ich kenne das Organisationsteam sehr gut und bin überzeugt, dass sie den bestmöglichen Rahmen für die Jugendlichen schaffen.“
Besonders hebt er das Engagement des Vereins hervor: „Phönix Lübeck wird alles geben, damit es ein großartiges Finalwochenende wird.“
Am Ende richtet er seinen Wunsch an alle Beteiligten: „Ich drücke den Mannschaften die Daumen – aber genauso auch den Turnierleitern und den Schiedsrichtern.“
Für Lübeck ist die U16-DM damit nicht nur ein sportliches Highlight, sondern auch ein Signal: Hier wird Nachwuchshockey auf höchstem Niveau möglich gemacht – und vielleicht steht am Wochenende bereits der ein oder andere Nationalspieler von morgen auf dem Parkett.
Wer mehr zu dem Thema erfahren möchte, hat die Möglichkeit bei RADIO LÜBECK einzuschalten. Um 8.15 Uhr wurde das Interview erstmals ausgestrahlt, um 12.45 Uhr und 18.15 Uhr läuft das Gespräch dann nochmal. Weitere Infos zur DM gibt es ebenfalls dort oder bei HL-SPORTS.
Bildquellen
- Hockey: Lobeca/Felix Schlikis
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