
Lübeck – „So etwas habe ich noch nicht erlebt“, sagt Karsten Schwarz als Geschäftsführer des Turn- und Sportbundes Lübeck (TSB) am Donnerstag. „Wir sind auch Betroffene, hätten eine Veranstaltung, hatten uns schon Gedanken gemacht, wie wir das machen. Sicherheit geht vor und die Entscheidung ist uns jetzt abgenommen. Wir wissen auch nicht, was am Wochenende passiert.“ Schnell noch die Teilnehmer informieren und dann dem angekündigten Extrem-Schnee entgegentreten, so gut es geht. Alle Lübecker Sporthallen sind für dieses Wochenende gesperrt. Wann gab es das schonmal?
Vergleich mit Chaos-Winter vor fast 50 Jahren
Schwarz hat den Horror-Winter 1978/1979 mitgemacht und vergleicht: „Dieses Ereignis wurde in den vergangenen Tagen nun schon einige Male bemüht, ist allerdings nicht zu vergleichen mit heute. Heute haben wir Frühwarnsysteme und Apps, damals gab es nur die Zeitung und den Rundfunk.“ Er erinnert sich ebenso an 2006, als in Bad Reichenhall nach starkem Schneefall eine Sporthalle einstürzte – 15 Menschen starben.
Hallendach droht einzustürzen
Und am vergangenen Mittwoch, gar nicht soweit weg, wurde eine Turnhalle in der Gemeinde Großenwiehe (Kreis Schleswig-Flensburg) gesperrt. Das Gebäude ist sanierungsbedürftig, die Schneelasst könnte einen Einsturz befeuern. Solche Risiken will man in Lübeck natürlich nicht eingehen und deswegen hat die Hansestadt am Donnerstag alle Turn- und Sporthallen gesperrt (HL-SPORTS berichtete). Auch wegen der freien Gehwege, die man nicht gewährleisten kann. Ein freies Wochenende also für die Hand- und Volleyballer sowie andere Indoor-Sportevents.
Vorfreude auf Haus des Sports
Schwarz ist sowieso gerade beschäftigt – mit dem Haus des Sports. Am Sport- und Bewegungspark Falkenwiese entsteht ein neuer zentraler Sportstandort. In direkter Nachbarschaft zum LBV Phönix sowie nahe der Flussbadeanstalt, des Hochschulsports und mehrerer Wassersportvereine wird aktuell ein moderner Sportcampus realisiert.
Gebaut wird dort eine rund 3.400 Quadratmeter große Anlage mit zweigeschossiger Sporthalle. Im Erdgeschoss trainieren künftig unter anderem die Budo-Sportler des Lübecker Judoclubs, das Obergeschoss ist für Tanz, Bälle und Turniere vorgesehen. Ergänzt wird das Ensemble durch ein dreigeschossiges Funktionsgebäude mit Vereinsräumen, Büros, Seminarräumen und einem Multifunktionsraum. Der Spatenstich erfolgte im November 2024. Nun folgt bald der nächste Akt.
Schwarz zu HL-SPORTS: „Das Richtfest wird laufen. Auch hier ist der Bau zwar eingeschneit, aber wir sind für Ende Januar bereit und nehmen, wie es kommt. Der Umzug ist geplant für das vierte Quartal 2026. Ob es der Oktober oder November wird, wissen wir noch nicht genau. Im neuen Jahr 2027 wollen dann richtig loslegen.“
Der Geschäftsführer des Verbandes freut sich sehr darauf und das merkt man: „Ein Haus des Sports in Lübeck gab es auch noch nie. Jahrzehntelange Wünsche und Planungen gehen in Erfüllung. Der Sport in der Hansestadt hat bald eine feste Adresse. Wir wollen nicht nur dass es unser Haus wird, sondern auch für alle Vereine. Wir wollen Möglichkeiten schaffen, dass die Verbände und Vereine dort auch eine Anlaufstelle haben. Wenn man etwas sucht, darf man erst in der Falkenstraße schauen. Es ist ein Haus für alle Sportlerinnen und Sportler in Lübeck. Wir schaffen etwas, womit sich die Sportszene identifizieren kann. Das ist eine herausragende Entwicklung.“







