Mit Wind, Wasser und Begeisterung: Paulina Wagner formt den Segel-Nachwuchs

Sie ist Teil des Bronze-Teams der Trainerbank 2026

Paulina Wagner ist Trainerin beim Lübecker Yacht-Club. Foto: (privat)

Lübeck – Wenn Kinder zum ersten Mal den Wind richtig „lesen“, ihr Boot kontrollieren und mit wachsendem Selbstvertrauen übers Wasser steuern, dann ist das für Paulina Wagner der schönste Moment ihrer Arbeit. Die Segeltrainerin vom Lübecker Yacht-Club engagiert sich im Nachwuchsbereich und ist Teil der „TrainerBank 2026“ der Gemeinnützigen Sparkassenstiftung zu Lübeck im Bronze-Team.

Physik außerhalb des Klassenzimmers

Was sie am Trainersein besonders fasziniert, sind genau diese Entwicklungsschritte. „Mich fasziniert am meisten, den Kindern bei ihren Fortschritten zuzusehen“, sagt Wagner. Vor allem imponiere ihr die Hartnäckigkeit der Kinder: „Sie probieren Dinge immer wieder, geben meistens nicht auf und machen so lange weiter, bis es klappt.“ Dabei gehe es nicht nur um sportliche Fähigkeiten. Auch das Verständnis für Zusammenhänge wachse mit jeder Einheit: „Die Kinder lernen, wie ihre Handlungen mit dem Wind zusammenhängen – und verstehen dabei ganz nebenbei physikalische Grundlagen, oft ohne es überhaupt zu merken.“

Klare Ziele – auch persönlich

Für ihre Trainingsgruppe hat Wagner klare Ziele. Die Anfängerinnen und Anfänger sollen Schritt für Schritt an neue Herausforderungen herangeführt werden. „Mein Ziel ist es, dass ein Teil der Gruppe zum Ende des Jahres von der Wakenitz auf die Ostsee wechselt und alle an ihrem ersten LYC-Kidscup teilnehmen“, erklärt sie. Besonders wichtig sei ihr, dass die Kinder die Rennen nicht nur starten, sondern auch vollständig segeln. Parallel dazu arbeitet sie auch an ihrer eigenen Entwicklung: „Ich möchte regelmäßig unserem Haupttrainer über die Schulter schauen und meine Trainer-C-Lizenz machen.“

Chance und Anerkennung zugleich

Die Teilnahme an der TrainerBank sieht Wagner als große Chance. Sie erhofft sich vor allem Austausch und neue Perspektiven: „Ich freue mich auf Kontakte im Sport und darauf, über ähnliche Probleme zu sprechen und neue Lösungsansätze kennenzulernen.“ Gleichzeitig ist das Projekt für sie auch eine Form der Anerkennung: „Ich empfinde es als Wertschätzung meines Ehrenamts und als Ansporn, meinen Trainerschein endlich anzugehen.“

Die Mischung macht es

In ihrer Rolle als Trainerin setzt Wagner auf eine ausgewogene Mischung aus Konsequenz und Lockerheit. „Wenn Kinder Grenzen überschreiten, spreche ich das klar an. Mir ist wichtig, dass sie Fortschritte machen“, sagt sie. Gleichzeitig steht der Spaß immer im Mittelpunkt: „Die Kinder sollen die Freude am Segeln nicht verlieren.“ Gerade im Anfängerbereich setzt sie dabei auf kreative Lösungen. Wenn etwa an heißen Sommertagen die Konzentration nachlässt, findet sie pragmatische Kompromisse: „Dann vereinbaren wir zum Beispiel, dass wir erst noch eine Übung konzentriert durchziehen und danach gemeinsam Kentertraining machen oder früher ins Wasser gehen.“

Erfolg ist mehr als nur Medaillen

Erfolge misst Wagner nicht an Medaillen, sondern an Entwicklung und Mut. „Für mich bedeutet Erfolg vor allem, dass die Kinder sich etwas trauen und Neues ausprobieren“, betont sie. Besonders stolz ist sie, wenn ihre Schützlinge ihre erste Regatta segeln oder beim Kidscup alle Rennen ins Ziel bringen.

Ein besonderes Erlebnis war für sie die Entwicklung zweier Kinder, die sie von Beginn an begleitet hat. „Sie sind von der Wakenitz auf die Ostsee gewechselt und haben dort so große Fortschritte gemacht, dass sie später vom Opti auf den Open Skiff umgestiegen sind“, berichtet Wagner. Beim Sommerfestival sammelten sie sogar erste Erfahrungen im Katamaransegeln – ein Moment, der ihnen neue Perspektiven eröffnete.

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Für Paulina Wagner sind genau das die Erfolge, die zählen: wenn aus ersten Versuchen echte Begeisterung wird – und aus kleinen Fortschritten große Schritte auf dem Wasser entstehen.

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