Deutschland im WM-Halbfinale gegen Russland. Foto: twitch

Na klar, so ein League of Legends-Wettbewerb macht bestimmt jede Menge Spaß. Videospiele sind eine tolle Form der Unterhaltung – umso mehr, wenn es einen Gegner zu besiegen gilt. Aber hat so ein Turnier wirklich das Etikett „eSports“ verdient? Da dürfte so mancher Fußballer eher müde lächeln, wenn er verschwitzt und voller Grasflecken vom Platz geht. Zum Sport gehört doch mehr, als einfach nur ein bisschen mit der Maus auf dem Bildschirm herumzuklicken. Jahrelanges Training, Reflexe, Teamgeist und Einsatzbereitschaft, das sind die Dinge, die einen echten Athleten ausmachen. Stimmt genau. Und gerade deshalb ist es höchste Zeit, eSports ein wenig mehr Anerkennung entgegenzubringen. Denn mit oder ohne den Segen des Traditionssports werden sie wohl nicht mehr so schnell von der Bildfläche verschwinden.

Gaming ist nicht gleich Gaming

Das heißt natürlich nicht, dass jeder Gelegenheitsgamer jetzt automatisch eine Sportskanone ist. Die meisten Computerspiele sind für eSports gar nicht geeignet. Bei Single-Player-Spielen wie The Witcher oder Uncharted werden auch weniger talentierte Spieler für ihre Geduld mit einem vollwertigen Spielerlebnis belohnt. Und wer Slots Book of Dead kostenlos auf dem Handy spielt, kann überhaupt keine besonderen Fertigkeiten einbringen. Denn im Online-Casino entscheidet allein das Glück über Sieg oder Niederlage. Davon kann bei beliebten eSports-Titeln wie Dota 2, Overwatch oder Counterstrike nicht die Rede sein. Hier sind allein die Fähigkeiten entscheidend. Blitzschnelle Reaktionszeiten sind notwendig, um als erster den Gegner anzuvisieren und abzudrücken. Ebenso ist ausgefeilte Teamarbeit im Rahmen einer durchdachten Strategie die Voraussetzung, um einen Vorteil über den Konkurrenten zu erhalten. Dafür braucht es viel Disziplin und jahrelanges Training, genau wie in jeder anderen Sportart auch.

Mit eSports durch die Krise

Gerade eben haben eSports ihre Krisenfestigkeit im Vergleich zu traditionelle Sportarten unter Beweis gestellt. Während bei Sportarten wie Fußball, Handball oder Basketball über Monate hinweg der totale Stillstand herrschte, konnten viele eSports-Turniere mehr oder weniger problemlos stattfinden. Natürlich musste die Austragung an den üblichen Veranstaltungsorten abgesagt werden. Stattdessen fanden die Begegnungen einfach online statt und die teilnehmenden Spieler traten von zu Hause aus an. Das führte zwar zu gewissen Einbußen bei den Ticketverkäufen. Trotzdem konnte ein großes Publikum die eSports-Turniere auf Streamingdiensten wie Twitch verfolgen. Das bedeutete keine große Umstellung, denn bei der jungen Zielgruppe dieser Events nimmt dieser Übertragungsweg immer mehr Bedeutung ein.

Neue Vorbilder

In den Nachwuchsjahrgängen ist heutzutage fast jeder ein Gamer – zumindest gelegentlich. Da ist es nicht gerade hilfreich, wenn dieses Hobby wie früher mit Faulheit oder sozialer Isolation in Verbindung gebracht wird. Vielmehr brauchen die jungen Gamer von heute Vorbilder, die ihnen das Potential des Gamings vor Augen führen. Ehrgeizige junge Menschen, die erfolgreich das tun, was sie lieben. Wer ihnen ein wenig nacheifert, entwickelt dabei unweigerlich Fähigkeiten, die auch im späteren Leben von Nutzen sein können. Das gilt auch, wenn es mit der Karriere als Profi-Gamer doch nichts wird. Disziplin, Durchhaltevermögen und vor allem die Fähigkeit zur Zusammenarbeit mit einem Team sind in der heutigen Berufswelt gefragter denn je. Traditionelle Sportler werden schon lange als Vorbilder gefeiert. Warum nicht auch die Bildschirmhelden des 21. Jahrhunderts? (XP/FK)

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Ich denke, dass eSports wie jeder Sport Disziplin erfordert. Für mich bedeutet es, die Freude am Spiel selbst zu verlieren. Ich mag es nicht zu konkurrieren, sondern für mich selbst zu spielen, deshalb würde ich immer noch Slots wählen