Enge Kisten, große Knaller, derbe Pleiten: Der DFB-Pokal bleibt alljährlich die große Wundertüte – nicht nur – vor Beginn einer Bundesliga-Saison. 32 Spiele von Freitagabend (mit St. Paulis obligatorischem Pokal-Flop – 2:3 nach Verlängerung bei Wehen Wiesbaden) bis zum späten Montagabend (mit Dortmunds Beinah-Crash in Fürth) brachten das Blut der Fußball-Fans mal mehr, mal weniger in Wallung – so wie es im ungeschriebenen Drehbuch dieses einmaligen Wettbewerbs steht.

Am späten Montagabend stand Borussia Dortmund bei der Spielvereinigung Greuther Fürth am Abgrund: Erst gelingt es Axel Witsel in allerletzter Sekunde (90.+5!!) die Fürther Führung von Sebastian Ernst (77. Minute) auszugleichen, dann bleibt es Marco Reus in der Verlängerung vorbehalten, in der 120. Minute das 2:1 für Dortmund zu erzielen. Pokal-Wahnsinn – zum Leidwesen der Fürther Fans und viele fragen sich: „Warum nur fünf Minuten Nachspielzeit?“ – Vor 22 Jahren haben die Gastgeber schon einmal Pokal-Geschichte geschrieben – dazu kommen wir später noch einmal.

Beginnen wir unsere Rundschau hoch im Norden: SC Weiche Flensburg war’s vergönnt, den Zweitligisten VfL Bochum mit 1:0 rauszukegeln – und 120.000 Euro Pokal-Prämie zu kassieren.

Holstein Kiel nahm in diesem Pokalwettbewerb beim TSV 1860 München Revanche für zerstörte Aufstiegsträume zur 2. Liga im Jahr 2015, behauptete sich mit 3:1.

Der Hamburger SV erfüllte die Pflicht mehr schlecht als recht mit 5:3 bei TuS Erndtebrück – mal sehen, was Sonntag die Auslosung bringt.

Bravourös Drittligist FC Hansa Rostock, der dem VfB Stuttgart zum vierten Mal die Pokal-Leviten las und einen feinen 2:0-Sieg feierte.

Bemerkenswert die Lauenburger, die in der Hamburger Oberliga mitspielen: TuS Dassendorf hielt in der Partie gegen Zweitligisten MSV Duisburg bis zuletzt mit, doch das 0:1 aus der 23. Minute war nicht mehr auszugleichen.

Schauen wir gleich mal weiter auf die engen Kisten: Montagabend, am Schlusstag der 1. Runde in vier Spielen drei Siege mit nur einem Tor Differenz, dazu dann noch das fatale Elfmeterschießen, mit dem der Bundesligist SC Freiburg beim Drittligisten Energie Cottbus gerade noch den Kopf – Verzeihung – aus der Schlinge zog. Bundesligist Hertha BSC schrammt mit einem 2:1 bei Eintracht Braunschweig, die im Keller der 3. Liga campiert. Aber all das wurde spät am Abend in Fürth ja übertroffen…

In Ulm und um Ulm herum wabert noch der Donnerschlag vom Sonnabend nach: Viertligist SSV Ulm 1846 knallt den Pokalverteidiger Eintracht Frankfurt mit 2:1 aus dem Wettbewerb! Womit die Hessen Aufnahme im Klub der in der 1. Hauptrunde gescheiterten Pokalsieger fanden – mit dem Hamburger SV (1963), Kickers Offenbach (1979), Werder Bremen (1994) und dem 1. FC Kaiserslautern (1996). Fürth, der Fast-Zweitliga-Absteiger der vergangenen Saison, schoss als damaliger Regionalligist den Pokalsieger 1.FC Kaiserslautern mit 1:0 ab.

In regulärer Spielzeit gab es in Berlin (BFC Dynamo 1:9 gegen den 1. FC Köln) und in der Partie BSC Hastedt – Borussia Mönchengladbach (1:11) die höchsten Siege.

Ein Elfmeterschießen, dazu drei Partien mit Verlängerung belegen, dass der Pokalwettbewerb
aber auch immer wieder einen Abenteuerspielplatz bietet.

 
Wie es weitergeht? Geduld, Freundinnen und Freunde: Die Auslosung für die 2. Hauptrunde läuft am kommenden Sonntag in der ARD-Sportschau (ab 18 Uhr). Die verbliebenen Underdogs wie Regionalliga-Nord-Meister SC Weiche Flensburg,

DFB-Pokal 2018/19 – Alle Ergebnisse der 1. Runde

SV Wehen Wiesbaden – FC St. Pauli 3:2
1. FC Magdeburg – SV Darmstadt 98 0:1
1. FC Schweinfurt – FC Schalke 04 0:2
SV Linx – 1. FC Nürnberg 1:2
SV Rödinghausen – Dynamo Dresden 3:2
SV Elversberg – VfL Wolfsburg 0:1
TuS Dassendorf – MSV Duisburg 0:1
VfR Wormatia Worms – Werder Bremen 1:6
SV Drochtersen/Assel – FC Bayern München 0:1
1. FC Kaiserslautern – TSG 1899 Hoffenheim 1:6
1. CfR Pforzheim – Bayer 04 Leverkusen 0:1
SSV Ulm – Eintracht Frankfurt 2:1
TuS Erndtebrück – Hamburger SV 3:5
Rot-Weiß Oberhausen – SV Sandhausen 0:4
Erzgebirge Aue – 1. FSV Mainz 05 1:3
Hansa Rostock – VfB Stuttgart 2:0
1. FC Lok Stendal – Arminia Bielefeld 0:5
TSV Steinbach Haiger – FC Augsburg 1:2
TuS Rot-Weiß Koblenz – Fortuna Düsseldorf 0:5
SC Weiche Flensburg 08 – VfL Bochum 1:0
BSG Chemie Leipzig – SSV Jahn Regensburg 2:1
BFC Dynamo – 1. FC Köln 1:9
SSV Jeddeloh – 1. FC Heidenheim 2:5
Viktoria Köln – RB Leipzig 1:3
Karlsruher SC – Hannover 96 0:6
TSV 1860 München – Holstein Kiel 1:3
Carl Zeiss Jena – 1. FC Union Berlin 2:4
BSC Hastedt – Borussia Mönchengladbach 1:11

Montag, 20. August, 18.30 Uhr:

SC Paderborn – FC Ingolstadt 04 2:1
Energie Cottbus – SC Freiburg 5:7 n.E.
Eintracht Braunschweig – Hertha BSC 1:2

Montag, 20. August, 20.45 Uhr:

SpVgg Greuther Fürth – Borussia Dortmund 1:2 n.V.

Und so geht es weiter:
2. Runde: 30./31. Oktober
Achtelfinale: 5./6. Februar 2019
Viertelfinale: 2./3. April 2019
Halbfinale: 23./24. April 2019
Finale in Berlin am 25. Mai 2019

Das Foto zeigt den Jubel von Flensburg