Das gibt es nicht alle Tage. Vor der Regionalliga-Partie zwischen dem Heider SV und dem VfB Lübeck am Mittwochabend im Stadion an der Meldorfer Straße ließ es sich Sönke Beiroth nicht nehmen, an den Gästeblock zu gehen und sich am Zaun mit den grün-weißen Fans zu unterhalten. Dabei war es HSV-Cheftrainer ganz wichtig, sich bei ihnen für eine Aktion aus der Saison 2012/13 zu bedanken. Die Heider verloren am 29. September 2013 deutlich mit 1:5 auf der Lohmühle. Die VfB-Mannschaft war bereits in der Kabine und die HSV-Kicker waren noch zum Auslaufen im Stadion. Die Lübecker Anhänger zollten ihnen ihren Respekt und applaudierten dem unterlegenen Team. „Das habe ich den Lübecker Fans nicht vergessen und darum wollte ich mich heute dafür bedanken. Sie haben einen schlechten Ruf und ich kann das nicht nachvollziehen“, sagte Beiroth nach der 0:4-Niederlage seiner Mannschaft bei HL-SPORTS.

Die VfB-Fans waren wieder top, unterstützten ihre Mannschaft über die kompletten 90 Minuten. 300 von ihnen hatten den Weg quer durch das Land auf sich genommen und wollten die Eroberung der Tabellenspitze sehen. Sie bereuten es nicht.

Die Leistung auf dem Rasen war okay. Ahmet Arslan war nicht nur wegen seiner zwei Tore der ins Augen stechende Kicker des Abends. Er rackerte und ackerte und hatte viele Ideen. Man merkt, dass der Ex-Profi eine Menge Erfahrung gesammelt hat und dem VfB Lübeck definitiv weiterhilft. Bei der neuen Mittelfeld-Konstellation Sven Mende und Ryan Malone, die Cheftrainer Rolf Landerl ausprobierte, zeigte sich eine Option, die ausbaufähig war. Gerade in der Anfangsphase gab es Abstimmungsschwierigkeiten und Heide verpasste es aus den Nadelstichen „Big Points“ zu machen. Die Arslan-Führung gab den Lübeckern Sicherheit.

Auf den Regen hätten alle gerne verzichtet, aber das tat der sonst sehr guten Stimmung keinen Abbruch. Die war vor, während und nach der Partie einfach klasse. Die Haupttribüne applaudierte den Gästen und ihren Fans, als diese vom Stadionsprecher begrüßt wurden. Chapeau Heide! Auch das kennen die Grün-Weißen von anderen Stadien in der Regionalliga anders. Das Gefühl der Lübecker war „zu Besuch bei Freunden“. Und noch etwas: Im gesamten Spiel musste Schiedsrichterin Susann Kunkel keine einizige Gelbe Karte zücken. Respekt an beide Teams.

Nur drei Tage hat der VfB nun Pause. Am Sonnabend kommt der FC St. Pauli auf die Lohmühle – mit seiner Reserve – und auch nicht mit, wie vergangenen Sonntag mit den Profis, rund 2.000 Anhängern. Die Lübecker wollen sich bestimmt bei den Kiezkicker-Youngsters für die Niederlage im Elfmeterschießen revanchieren.

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