
Travemünde – Anspruchsvolle Wind- und Wellenbedingungen haben den ersten vollen Regattatag der 137. Travemünder Woche geprägt. Während einige Klassen ihre Wettfahrten absolvieren konnten, mussten andere Rennen vorzeitig beendet werden oder blieben sogar komplett im Hafen. Die ersten Sieger der Veranstaltung stehen dennoch bereits fest.
Vor allem die Nachwuchssegler der RS-Tera-Weltmeisterschaft bekamen die Bedingungen auf der Ostsee zu spüren. Zahlreiche Aktive kenterten oder mussten ihre Wettfahrten wegen Erschöpfung aufgeben. Zwei Rennen konnten dennoch beendet werden. In der Kategorie Pro führt ein britisches Trio mit Charlie Hunt vor Edvard Knowles und Thomas Hill. In der Sport-Kategorie liegt die Irin Alexis Skinner an der Spitze.
Auch die Europameisterschaften der RS 500, RS 700 und RS 800 starteten unter schwierigen Bedingungen. Die RS 500 konnten zwei Wettfahrten absolvieren, bei den RS 700 und RS 800 blieb es jeweils bei einem Rennen. Die inklusive Klasse RS Venture Connect verzichtete nach Absprache mit der Wettfahrtleitung aufgrund der Wetterlage komplett auf einen Start.
Die ersten Sieger der Travemünder Woche wurden dagegen bereits auf der Langstrecken-Regatta rund Fehmarn ermittelt. Nach berechneter Zeit setzte sich Hendrik Decker mit seiner Crew auf der „Cedo Nulli“ vor der zweihand gesegelten „Grace“ von Andreas und Birthe Grasteit sowie der „Bona Tempora“ von Hinrich Klatt und Crew durch.
Klatt berichtete nach mehr als 17 Stunden auf See: „Es war hoch interessant. Auf dem Hinweg nach Fehmarn hatten wir einen phantastischen Blick mit Wetterleuchten, Gewitter und Sonnenuntergang. Die Bedenken zum Sperrgebiet am Fehmarn Belt können wir nicht teilen, es war alles gut markiert. Der Rückweg über Wismar war dann spannend mit viel Wind bis 25 Knoten und ordentlich Druck im Boot. Aber es war eine tolle Regatta, und wir werden versuchen, für die Zukunft mehr Teilnehmer hierher zu locken.“
Wettfahrtleiter Jan Fischer zog ebenfalls Bilanz: „22 haben gemeldet, 17 waren am Start und 11 sind schließlich durchgesegelt.“
Nicht alle Crews konnten die Regatta beenden. Dirk Meiburg brach gemeinsam mit seiner Frau Jenny auf der „Feinschliff“ vor Fehmarn ab. „Ich bin das erste Mal mit meiner Frau doublehanded gestartet. Vor Fehmarn haben wir noch mal aufs Wetter geschaut und beschlossen: ‚Das geben wir uns nicht‘. Und dann haben wir abgebrochen“, sagte der Segler vom Segler-Verein Trave.
Auch Jonas Franke kehrte mit der „Aquilon“ vorzeitig zurück. „Wir haben verkürzt und sind nicht mehr Richtung Wismar gesegelt. Die Wellen waren heftig, und es hatten zu viele von uns mit Seekrankheit zu kämpfen. Da war es keine Option weiterzusegeln.“
Auch auf den weiteren Regattabahnen verlangten die Bedingungen den Teilnehmern alles ab. Bei den Finn Dinghys kamen lediglich 22 der mehr als 40 gemeldeten Segler in die Wertung. Den Tagessieg sicherte sich André Budzien aus Schwerin. Bei den German Open der J/22 übernahm Wolf Jeschonnek aus Berlin die Führung, während Holger Köhne aus Berlin die H-Boot-Konkurrenz anführt. Die Hobie-16-Katamarane absolvierten drei Wettfahrten, an deren Ende Maurice Schwarz und Roman Kühler aus Bocholt die Gesamtwertung anführen.









