VSG Lübeck vor dem Re-Start: Zwischen Abstiegskampf, Entwicklung und einem starken Unterbau

Zweite Frauenmannschaft dominiert und macht es vor

Leiter der VSG Lübeck Thomas Kranz. Foto: Lobeca/Wolf Gebhardt

Lübeck – Am kommenden Wochenende startet die VSG Lübeck aus der kurzen Winterpause in die Rückrunde. HL-SPORTS hat mit Leiter Thomas Kranz über die erste Saisonhälfte, die sportliche Situation der Erwachsenenmannschaften und die Perspektiven im neuen Jahr gesprochen. Die Ausgangslage ist dabei sehr unterschiedlich – von Abstiegssorgen bis hin zu Tabellenführung.

Die volleyballfreie Zeit rund um die Feiertage nutzten die Teams vor allem zur Regeneration. „Jedes Team hat so seine eigene Geschichte und alle haben sicherlich die Weihnachtszeit und Saisonpause zum Regenerieren und Auftanken genutzt. Einige sind ja seit Freitag bereits wieder im Training“, erklärt Kranz. Parallel liefen im Hintergrund bereits Gespräche und Abstimmungen für die kommenden Wochen.

Klassenerhalt bleibt erklärtes Ziel

Sportlich verlief die Hinrunde für Männer und Frauen insgesamt schwerfällig. In der 3. Liga Nord steht die VSG Lübeck nach elf Spielen mit fünf Siegen und 14 Punkten auf Rang zehn und damit mitten im Abstiegskampf. Die Liga ist eng zusammengerückt, zwischen Platz fünf und dem Tabellenkeller liegen nur wenige Zähler. An der Spitze steht Chemie Volley Mitteldeutschland, Schlusslicht ist VCO Berlin II. „Die Liga ist weiterhin sehr ausgeglichen und jeder kann jeden schlagen – ich befürchte, das wird bis zum Ende alles sehr eng bleiben“, sagt Kranz.

Erschwerend kommt für die Drittligamänner die Dauer hinzu. „Die Saison ist sehr lang durch die große Staffel – 22 Spieltage zuzüglich der Pokalspiele sind vier Spiele mehr als letzte Saison und der Kader ist dafür weiterhin zu klein, um hier eine konstantere Leistung abzuliefern.“ Teilweise habe man mit minimiertem Kader zu Auswärtsspielen reisen müssen. Zwar gelangen dabei Siege, doch gerade die häufigen 3:2-Erfolge bringen nur zwei Punkte. Positiv bewertet Kranz die Arbeit des neuen Trainers: „Alexander Beitz als Nachwuchstrainer macht da gerade einen Riesenjob, in dem wir Nachwuchsspieler wie Johan Moll ins Team integrieren und mit einigen Neuzugängen zum Saisonstart weiter am Zusammenspiel des Teams auf dem Feld arbeiten müssen.“ Der Klassenerhalt bleibt das klare Ziel – wie schon in der Vorsaison dürfte die Entscheidung erst spät fallen.

Großer Jubel bei der VSG Lübeck im Spiel gegen Potsdam. Archivfoto: Mirko Rietz/oH

„Nicht jedes Jahr zittern“

Auch bei den Frauen in der Regionalliga Nord ist die Lage angespannt. Nach der starken Vorsaison mit Platz vier steckt das Team aktuell im unteren Tabellenbereich fest. Mit bislang zwei Siegen aus neun Spielen und acht Punkten belegt die VSG Rang acht und befindet sich im Abstiegskampf. „Bei den 1. Frauen wird aktuell leider nicht das Potenzial abgerufen, was sie haben. Ich bin da zuversichtlich, dass sie jetzt nach der Winterpause wieder angreifen werden“, so Kranz. Nach gutem Saisonstart sei das Team in eine Negativserie geraten, an der nun vor allem mental gearbeitet werden müsse. Das Ziel bleibe eine nachhaltige Etablierung in der Regionalliga: „Für die Regionalliga gilt für uns das gleiche wie bei den 1. Männern damals: Etablierung in der Regionalliga, so dass man nicht jedes Jahr zittern muss.“ Hoffnung mache dabei die Nachwuchsarbeit, auch wenn dies noch Zeit brauche.

Mehr als motiviert, es kann losgehen: Frauen-Team der VSG Lübeck im Sommer Foto: Tom Wetterich

Aushängeschild des Vereins

Die 2. Frauen sind dagegen das klare Aushängeschild des Vereins. In der Verbandsliga stehen sie nach elf Spielen mit elf Siegen und 32 Punkten souverän an der Tabellenspitze. „Die 2. Damen haben gerade einen guten Flow und sind mit erfahrenen Spielerinnen und Nachwuchs besetzt“, beschreibt Kranz die Situation. Gleichzeitig ordnet er den Erfolg realistisch ein: „Man sieht aber auch, ohne die Leistung zu schmälern, dass auch hier wieder ein großer Unterschied zwischen Landesebene und Regionalebene liegt.“ Dennoch sei diese Entwicklung enorm wichtig für den Verein und bestätige die Arbeit im Unterbau.

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Weniger erfreulich ist die Lage bei der zweiten Männermannschaft, die in der Regionalliga punktlos das Tabellenschlusslicht abbildet.

Kranz motiviert und zuversichtlich

Trotz der sportlichen Herausforderungen blickt Kranz insgesamt zuversichtlich nach vorn. Neben dem Kampf um den Klassenerhalt in der 3. Liga und der Stabilisierung der Regionalliga-Teams stehen für ihn die langfristigen Themen im Fokus: Nachwuchsarbeit, Professionalisierung und infrastrukturelle Projekte. „Für mich persönlich ist die Bedeutung der dritten Liga, die Entwicklung der Nachwuchsarbeit (Landesstützpunkt), die Professionalisierung des Vereins und die geplante Beachhalle neben der Leitung der VSG weiterhin die Hauptaufgabe auch in diesem Jahr. Es wird nie langweilig, aber solange alle weiterhin nicht den Spaß an der Sache verlieren und wir uns weiterentwickeln, bin ich da motiviert und zuversichtlich.“

Mit dem Re-Start am Wochenende beginnt für die VSG Lübeck nun eine richtungsweisende Phase – sportlich eng, aber mit klarer Perspektive.

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Bildquellen

  • VSG Lübeck: Mirko Rietz/oH
  • VSG Lübeck: Tom Wetterich
  • Kranz: Lobeca/Wolf Gebhardt
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