
Lübeck – Volleyball in Lübeck ist zurück auf höchstem Niveau! Nach einer zuletzt tristen Serie an Spielen, mit denen die Drittligamänner der VSG Lübeck in die Abstiegsplätze gerutscht sind, zeigten sich die Lübecker am gestrigen Sonnabend deutlich verbessert. Nach Siegen in Liga (Berlin) und Landespokal (Flensburg) boten die Hansestädter nun dem Zweitligaabsteiger Dessau in einem packenden Fünfsatzspiel die Stirn.
Das Personal
Dabei sah es zunächst gar nicht gut für die Lübecker aus: Kapitän Christoph Menge, seit Jahren das Herzstück der Lübecker Offensive, musste kurzfristig krankheitsbedingt passen. Auch Außen Moritz Krause fehlte noch verletzt. Von Beginn an dabei war dafür Ove Barkemeyer, der sich im Training stark gezeigt hat. Falk Bahlmann übernahm die wichtige Zuspielposition, Birger Pommerenke war zurück im Mittelblock. Dazu die Stützen der letzten Spiele, Litke, Moll, Ullerich und Vincent Rietz von Beginn an. Mit dabei auch Lasse Neumann, das Nachwuchstalent heute von der Zweitvertretung an die erste ausgeliehen.
Mit Rückenwind zum ersten Satzgewinn
Dessau startete aber mit dem Rückenwind von 15 Punkten aus fünf Spielen in das Spiel. Die Sachsen-Anhälter zogen mit starken Aufschlägen mit 16:11 weg. Coach Beitz brachte Routinier Lübbe ins Spiel, und Lübeck verkürzte auf 18:21. Hintenraus leisteten sich die Dessauer jedoch keine Fehler mehr, und gewannen den ersten Satz.
Hoher Druck der Gastgeber
Im Zweiten ging es zunächst auf hohem Niveau mit 7:7 los. Dann setzten die Lübecker zunehmend die Gäste unter Druck. Insbesondere mit präzisen Flatter-Aufschlägen, auf dem Niveau eher eine untypische Aufschlagvariante, hatten die Dessauer zu kämpfen. Der Lübecker Block stand jetzt gut, und die Hansestädter setzten sich Punkt für Punkt ab. Am Ende stand ein deutliches 25:18.
Euphorisierte Lübecker
Ein gutes Omen für den dritten Satz? Zunächst ging Dessau wieder in Führung, mit 8:6. Lübeck antwortete mit einer Serie, und ging jetzt ihrerseits mit 12:10 in Führung. Die Annahme um Litke stand jetzt gut, Moll trug viel Angriffslast und Ullerich fand ins Spiel. Dessau hielt dagegen, konnte aber den euphorisierten Lübeckern den Schneid nicht mehr abkaufen. Mit 25:22 ging Satz drei an die VSG Lübeck.
Fahrig im Aufschlag
Damit fehlte noch ein Satz zum Sieg. Doch leichter gesagt als getan: Lübeck begann Satz vier fahrig im Aufschlag. Dann fingen sich die Lübecker unterstützt von den Fans aber, und glichen beim Stand von 11:11 aus. In der Folge ging es hin und her, wobei Dessau über den späteren MVP und Routinier Adamowicz konstant punktete. Lübeck hatte hin und wieder in der Annahme Probleme, überspielte das aber mit Präzision. Dennoch setzte sich Dessau leicht auf 17:15 und später 23:21 ab. Lübeck setzte Dessau unter Druck, doch die Gäste hielten stand und gewannen den Satz 25:23.
Chance direkt genutzt
Es ging also in den Tie-Break. Lübeck gewann die Platzwahl, sicherte sich das Sideout und ging prompt in Führung. Von den Fans nach vorne gepeitscht stand es zum Seitenwechsel 8:5 für Lübeck. Könnte das die Revanche für die bittere Auswärtsniederlage zu beginn der Saison sein? Es sah sehr gut aus, als Dessau bei 9:13 die zweite Auszeit nahm. Doch Dessau kam zurück: Lübeck ein paar Mal unpräzise in allen Elementen, großer Druck der Gäste, und schon der Ausgleich bei 13:13. Dann aber Punkt Lübeck und Matchball. Doch Dessau wehrt die Chance ab, holt einen weiteren Punkt, und schlägt selbst zum Matchball auf. Dort zeigt sich die ganze Routine der Gäste, die abgeklärt den Lübecker Angriff verteidigen und die erste Chance zum Spielgewinn nutzen.
„Dann holen wir noch einige Punkte“
So verlieren die Lübecker trotz guter Chance ihr Heimspiel gegen Dessau mit 2:3 (21:25, 25:18, 25:22, 23:25, 15:17), nehmen aber einen wichtigen Punkt im Abstiegskampf gegen einen Aufstiegskandidaten mit. Ersatzkapitän Pommerenke war dennoch zuversichtlich: „Wenn wir die Saison weiter so aufspielen wie heute, dann holen wir noch einige Punkte. Mit den Fans im Rücken haben wir heute gutes Drittliganiveau gezeigt, so muss es weitergehen, wenn wir die Klasse halten wollen.“ Dazu haben die Lübecker schon nächste Woche wieder die Chance, wenn das Auswärtsspiel beim direkten Konkurrenten USC Magdeburg ansteht.
Bildquellen
- VSG M1: Mirko Rietz/oH
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