
Lübeck – Der Ring ist aufgebaut, die Spannung steigt – und für einen Lübecker Athleten geht es um weit mehr als nur einen Sieg. Wenn am 9. Mai die Storm Fighting Championships Volume 2 in der Hansestadt ausgetragen werden, steht Zemaray Afzali im Mittelpunkt eines Abends, der seine Karriere prägen könnte. Es ist der bislang wichtigste Kampf seines sportlichen Lebens. Im Kampf um den nationalen Titel der International Kickboxing Federation (IBKF) trifft der 24-Jährige auf Suren Bejanyan aus Oppenheim. Ein Duell zweier Topkämpfer – und eine Geschichte, die bereits ein Kapitel hat.
Der Weg an die Spitze
Wer sich in Lübeck mit Kampfsport beschäftigt, kommt an seinem Namen kaum vorbei. Zemaray Afzali hat sich in den vergangenen Jahren Schritt für Schritt nach oben gearbeitet. Ausgebildet im Combat Sports Lübeck, gilt er heute als einer der vielversprechendsten K1-Kämpfer Norddeutschlands. Unter der Führung von Headcoach Andreas Wiechmann hat Afzali nicht nur physisch, sondern auch mental den nächsten Schritt gemacht. „Zemaray hat sich alles hart erarbeitet“, sagt Wiechmann. „Dieser Titelkampf ist keine Momentaufnahme – er ist das Ergebnis jahrelanger Disziplin, Opfer und konsequenten Trainings.“ Der Gürtel der IBKF wäre der nächste Meilenstein. Ein nationaler Titel, der Afzalis Namen endgültig auf die Landkarte des deutschen Kickboxens setzen würde.
Ein Ziel, das keinen Zweifel kennt
Für Afzali selbst gibt es keine Ausflüchte, kein taktisches Zurückrudern. „Der Gürtel wird Lübeck nicht verlassen“, sagt er mit ruhiger Entschlossenheit. „Ich kämpfe nicht nur für mich, sondern für mein Team, meine Stadt und alle, die mich auf diesem Weg unterstützt haben.“ Es ist diese Mischung aus Bodenständigkeit und kompromisslosem Ehrgeiz, die Afzali auszeichnet – im Ring wie außerhalb.
Ein Gegner mit offener Rechnung
Mit Suren Bejanyan wartet kein Unbekannter. Bereits bei Storm FC Volume 1 im vergangenen Jahr trafen beide aufeinander. Damals setzte sich Afzali nach fünf kräftezehrenden Runden durch – unter den sogenannten Storm Rules, einem Regelwerk mit Elementen aus K1 und MMA. Doch der Sieg war hart erkämpft. Bejanyan, Teil des Muaythai-Nationalteams, verlangte Afzali alles ab. Nun kommt es zum Wiedersehen – diesmal unter klassischen K1-Regeln. Die Ausgangslage ist neu, die Motivation auf beiden Seiten maximal. „Ich freue mich nicht darüber, wieder gegen ihn kämpfen zu müssen“, sagt Afzali offen. „Der letzte Kampf war brutal. Ich weiß, wie stark Suren ist – und genau deshalb nehme ich diese Aufgabe extrem ernst.“
Für Bejanyan geht es um Revanche. Für Afzali um Bestätigung.
Heimat, Druck und Rückenwind
Obwohl Kampfsport ein Eins-gegen-eins-Duell ist, weiß Afzali um die Bedeutung der Kulisse. Tausende Zuschauer, ein lautstarkes Publikum – und eine Halle, die seinen Namen ruft. „Wenn du im Ring stehst und deine Heimatstadt hinter dir weißt, setzt das Kräfte frei“, sagt Afzali. „Storm FC Volume 1 war nicht mein erster großer Kampf, aber der erste große Kampf vor heimischem Publikum. Dieses Gefühl, diese Unterstützung – das vergisst du nicht.“ Der Heimvorteil kann zum entscheidenden Faktor werden. Und Afzali hofft, ihn erneut zu nutzen.
Mit Rückenwind in den Titelkampf
Seinen letzten Auftritt absolvierte Afzali im Dezember 2025 – mit Nachdruck. In beeindruckender Manier sicherte er sich dort den nationalen K1-Titel des IPTA-Verbandes . Mehrfach schickte er seinen Gegner in der ersten Runde zu Boden, ehe der Kampf in der zweiten Runde vorzeitig beendet wurde. „Unser Matchplan ist voll aufgegangen“, sagt Wiechmann. „Zemaray geht konstant nach vorne, setzt den Gegner unter Druck. Das ist extrem fordernd – für den Gegner und für ihn selbst.“
Afzalis Kampfstil gilt als kompromisslos offensiv. Kaum Pausen, kaum Raum zum Atmen. Ein Stil, der Gegner zermürbt – und Zuschauer begeistert.
Ein Abend mit Signalwirkung
Storm FC Volume 2 ist mehr als nur ein Kampfabend. Für Afzali ist es die Chance, sich endgültig in der nationalen Spitze zu etablieren. Für Lübeck die Möglichkeit, einen seiner Athleten auf dem Weg ganz nach oben zu begleiten. Ob der Gürtel am Ende tatsächlich in der Hansestadt bleibt, entscheidet sich am 9. Mai – Schlag für Schlag, Runde für Runde. Tickets für die Storm Fighting Championships Volume 2 sind ab 25 Euro erhältlich und können unter www.stormfc.de erworben werden.
Bildquellen
- StormFC2025-264: Visual Ethos by Madeleine Kriese,
- MF4_7167: Michael Freitag/oH
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