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30.09.2015, 15:00 Uhr  //  Handball

Pokal-Hit in der Hansehalle: Raubmöwen hoffen auf viele Zuschauer

Pokal-Hit in der Hansehalle: Raubmöwen hoffen auf viele Zuschauer
 Felix König/Fotoagentur 54 Grad (Bild) svm (Text) // www.hlsports.de


Lübeck – Der Countdown nähert sich unaufhaltsam der Null. Nur noch gut 52 Stunden bis zum ersten, großen Saisonhighlight für die Travemünder Raubmöwen. Am Freitagabend empfangen die TSV-Mädels in der zweiten Runde des DHB-Pokals den Erstligisten HSG Blomberg-Lippe. Anpfiff in der Lübecker Hansehalle ist um 19.30 Uhr. Das ursprünglich für den 3. Oktober angesetzte Punktspiel bei der TSG Wismar wurde auf Antrag des TSV Travemünde auf Freitag, den 9. Oktober verlegt. Beide Mannschaften haben sich auf einen Heimrecht-Tausch geeinigt, so dass das Spiel um 19.30 Uhr am Travemünder Steenkamp angepfiffen wird. Das Rückspiel in Wismar wurde entsprechend für den 13. Februar 2016 terminiert.

Nach dem souveränen 28:20-Erstrundensieg beim TV Verl meinte es die Losfee gut mit den Handballerinnen von der Ostsee; mit der HSG kommt ein Gegner, der in einer ersten Reaktion nach der Auslosung in die Kategorien Traum- oder auch Hammerlos fiel. Damit hat sich die (nicht selbstverständliche) Entscheidung, im nicht überall beliebten Pokalwettbewerb mitzumachen, bereits jetzt als richtig erwiesen.

Die HSG Blomberg-Lippe weiß, wie DHB-Pokal geht. In der Saison 2013/2014 ging es bis ins Final Four, wo im Halbfinale sensationell Bayer Leverkusen geschlagen wurde, ehe gegen den HC Leipzig im Endspiel Schluss war. Der Lohn für diesen Erfolg war der erstmalige Einzug in den europäischen Pokal der Pokalsieger. Auch dort sorgte das Team aus Ostwestfalen für Furore. An FTC Budapest kam die Mannschaft um Xenia Smits jedoch nicht vorbei. Nach einer vorentscheidenden 25:34-Niederlage in Ungarn gab es im Rückspiel mit einem 33:33 immerhin einen Abschied mit Anstand.

Die gebürtige Belgierin und 2013 in Deutschland eingebürgerte Xenia Smits wird am Freitag nicht mit dabei sein. Denn die 21-jährige, mehrfache deutsche Nationalspielerin wechselte im Sommer 2015 zum französischen Erstligisten Metz Handball. Ein Verlust, dem nicht nur HSG-Trainer André Fuhr nachtrauert: „Mit Xenia haben wir Kopf und Herz der Mannschaft verloren. Wir müssen umdenken, in der Bundesliga geht es für uns einzig und allein um den Klassenerhalt. Mit einem Durchschnittsalter von knapp 22 Jahren haben wir den jüngsten Kader der Liga.“ Hier gibt es eine Gemeinsamkeit mit den Raubmöwen, denn diese stellen mit nicht einmal 18 Jahren im Schnitt den Juniorkader der 3. Liga Nord.

Der Blomberger Saisonstart verlief ähnlich dem des TSV Travemünde (ein Sieg, eine Niederlage). Ein knapper 26:25-Sieg gegen die SG BBM Bietigheim, eine etwas deutlichere 27:35-Niederlage in Bad Wildungen und zuletzt das 32:32 gegen Rosengarten-Buchholz. Gerade das Unentschieden gegen den Aufsteiger aus der Nordheide bereitet André Fuhr Sorgen: „Dieser Punktverlust war bitter und ist alarmierend. Das Spiel hätten wir unbedingt gewinnen müssen.“

Am Freitag gilt aber auch im HSG-Lager alle Konzentration dem Pokalduell in der größten Lübecker Sporthalle. Eine Austragung am heimischen Steenkamp ist unter anderem auf Grund der fehlenden Kapazität von mindestens 500 Zuschauern nicht möglich. André Fuhr ist die Hansehalle nicht gänzlich unbekannt: „Ich war vor Jahren einmal dort, als euer SC Buntekuh in der 1. Bundesliga gespielt hat.“ Von der Begegnung gegen den Underdog aus Travemünde hat der Coach ganz konkrete Vorstellungen: „Wir wollen in die nächste Runde einziehen, etwas anderes gibt es nicht. Den TSV haben wir uns auf diversen Videos angesehen. Der Unterschied zwischen dritter und erster Liga ist da schon erkennbar. Wir wissen, dass ein Großteil der Mannschaft parallel für die Bundesliga-A-Jugend des VfL Bad Schwartau spielt. Diese habe ich im letzten Jahr in einem Zwischenrundenspiel gegen unser Juniorenteam gesehen. Wir nehmen die Aufgabe gegen den TSV Travemünde sehr ernst und werden uns entsprechend auf den Gegner vorbereiten. Ein Weiterkommen ist aber fest eingeplant; für uns ist  der DHB-Pokal ein Wettbewerb, in dem es relativ gute Chancen gibt, sehr weit zu kommen.“

Für den Raubmöwen-Anhang gibt es am Freitag ein Wiedersehen mit Gisa Klaunig. Die gebürtige Preetzerin spielte von 2010 bis 2012 für den TSV Travemünde, wo sie unter ihrem damaligen Trainer Andreas Juhra einen wahren Leistungsschub durchlebte. Auch ein Kreuzbandriss, den sich die 23-Jährige im November 2011 in einem Zweitliga-Heimspiel gegen den TSV Nord Harrislee zuzog, warf sie trotz monatelanger Zwangspause nicht zurück. Ihr im Herbst 2012 beginnendes Sportstudium brachte den Wechsel zum 1. FC Köln mit sich. Die Verletzung war bald vergessen, mit über 180 Treffern holte sich Gisa Klaunig die Torjägerkrone der 3. Liga West. Nach nur einer Saison in Köln dann das Angebot der HSG Blomberg-Lippe. Dort hat sie sich bis heute zu einer der Leistungsträgerinnen entwickelt und zählt damit zu den Paradebeispielen, die das „Sprungbrett Raubmöwen“ für höhere Aufgaben genutzt haben. Und das sagt André Fuhr über seine Nummer 4: „Gisa hat sich bei uns in den letzten Jahren, aus der dritten Liga kommend, zur Stammspielerin in der Bundesliga entwickelt. Sie besticht durch ihre herausragende Athletik, ihren Ehrgeiz, Charakter und Persönlichkeit. Sie ist sogar Mitglied des Mannschaftsrates und eine ganz wichtige Spielerin bei uns.“

Klaunig wird am Freitag auch auf Travemündes Torhüterin Lorena Jackstadt treffen, die noch bis zum letzten Jahr sowohl das Tor der Blomberger A-Jugend (Deutscher Vizemeister 2015) als auch des Juniorenteams in der 3. Liga hütete. Jackstadt, die parallel zu den Raubmöwen auch für die HSG Jörl Doppeleiche-Viöl (Tabellenführer der Oberliga Hamburg/Schleswig-Holstein spielt) zum Duell am Freitag: „Klar, es ist aufregend und spannend, gegen den ehemaligen Verein zu spielen. Die Mannschaft hat Klasse und spielt fair. Ich bin gespannt und freue mich schon sehr auf das Treffen. Die Aufteilung ist klar gestellt... Ein Erstligist trifft auf einen Drittligisten, da wird das Ergebnis sicher auch so ausfallen. Aber ich bin davon überzeugt, dass wir es Ihnen nicht all zu leicht machen werden. Wir wollen uns von unserer besten Seite zeigen und die Halle mit tollen handballerischen Emotionen füllen. Und ich denke, dass beide Teams dafür sorgen werden!“

Die Raubmöwen der jetzigen Generation haben mit der Mannschaft, für die Gisa Klaunig zwei Jahre lang spielte, nichts mehr gemein. Trainer sind mittlerweile Olaf Schimpf und Thomas Hartstock; das Team besteht zu einem Großteil tatsächlich aus Spielerinnen, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Da ist die Aufregung mit einem gesunden Schuss Lampenfieber mehr als verständlich. Olaf Schimpf zum bevorstehenden Auftritt vor einem hoffentlich großen Publikum: „Wir freuen uns darauf und werden das Spiel nutzen, um uns auf hohem Niveau weiter zu verbessern. Die Mädels können ohne Druck aufspielen und haben sich so ein Highlight mal verdient.“

Es ist also alles andere als verwunderlich, dass die jungen Raubmöwen gegen einen attraktiven Erstligisten auf eine gut gefüllte Halle hoffen.

Einlass ist ab 18.30 Uhr.  Ganz bewusst verzichtet das Umfeld der Raubmöwen auch trotz des Umzugs in die wesentliche größere Hansehalle auf einen Top-Zuschlag. Die Preise von 6,00 Euro für Erwachsene beziehungsweise 3,00 Euro für Jugendliche entsprechen denen der Drittliga-Punktrunde.

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