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Lübeck – Da ist er, der erste Heimsieg für die Raubmöwen in der Saison 2015/2016. Gegen die Bundesliga-Reserve des Buxtehuder SV schaffte das junge Team von der Ostsee nach nicht immer hochklassigen, aber doch spannenden 60 Minuten einen 29:25 (16:15)-Erfolg. Das verhalf dem TSV Travemünde vor der schwierigen Auswärtshürde am kommenden Sonntag um 19 Uhr in Henstedt-Ulzburg zu 4:2 Punkten, die positiv in die Zukunft blicken lassen.

Der Travemünder Start verlief dabei alles andere als vielversprechend. Zwei Buxtehuder Toren Paula Priors standen zwei Fehlversuche Marthe Nicolais von der Linksaußenposition gegenüber. Auch der vergebene Siebenmeter der eigentlich sicheren Schützin Laura Neu trug zunächst nicht zu mehr Sicherheit im Spiel der Raubmöwen bei. Laura Neu war es aber, die in der vierten Minute aus dem linken Rückraum den ersten TSV-Treffer beisteuerte. Die nächsten beiden Treffer gehörten dann wieder den Gästen, ehe das Schimpf-Team endgültig in die Spur fand. Travemünde verkürzte auf 3:4 und kam in der 13. Minute beim 6:6 durch Sophie Hartstock zum erstmaligen Ausgleich. Bis zum 8:8 legte der Buxtehuder SV vor und hätte mit dem zweiten Siebenmeter wiederum in Führung gehen können. Doch der Travemünder Torwartwechsel Hanna Patalas für Hanna Belgardt zahlte sich aus. Zunächst traf Paula Prior den Pfosten, den zweiten Versuch parierte die erst 16-Jährige mit dem Fuß. Zur Belohnung durfte Hanna Patalas für die nächsten zehn Minuten zwischen den Pfosten bleiben.

Es sollte für die Raubmöwen noch besser kommen: Aus dem Rückraum traf Sophie Hartstock zum 9:8. Nun war es an den Gastgeberinnen, den Vorsprung zu halten. Es lief besser, Pia Dalinger schaffte mit dem 11:9 in der 22. Minute die erste Zweitore-Führung. Die Partie verlief bis zur Pausensirene sehr ausgeglichen, was letztlich aber auch an der hohen Anzahl technischer Fehler auf beiden Seiten lag. Und den nicht immer glücklichen Entscheidungen des Schiedsrichtergespanns Mona Dekarz und Friedrieke Garbers aus Hamburg. Die Führung indes blieb beim TSV Travemünde. Beim Uhrenstand von 29:59 schlug es nach Sophie Hartstocks Gewaltwurf im Buxtehuder Winkel ein.

Auch der Beginn der zweiten Hälfe lief erfolgreich für die Raubmöwen. Laura Neu und Stefanie Schoeneberg brachten ihre Mannschaft zum 18:15 (32.). Zudem gab es gegen Buxtehudes Julia Herbst die erste Zeitstrafe des Spiels. Diese konnte der TSV jedoch nicht für sich nutzen.

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Durften die 157 Zuschauer in der ersten Halbzeit noch überdurchschnittlich viele Treffer bewundern, übertrafen sich Travemünde und Buxtehude in der Folgezeit im Auslassen bester Möglichkeiten. Erst Julia Herbst beendete die gut sechsminütige Torflaute beider Seiten. Das war das Signal für die Travemünderinnen, endlich selbst wieder zu treffen. So geschehen durch Stefanie Schoeneberg vom Kreis. Vorteil TSV Travemünde nach rund 45 Minuten: Er hatte die ohnehin spürbare Nervosität besser im Griff als der Buxtehuder SV. Es bewahrheitete sich, was sowohl Raubmöwen-Coach Olaf Schimpf als auch Buxtehudes Betreuer Andreas Krüger schon im Vorfeld dieses Duells voraussagten. Die Mannschaften kennen sich zu gut, es werde auf die Tagesform ankommen. Zur Mitte der zweiten Halbzeit lagen die Gastgeberinnen beim 24:18 jedenfalls mit sechs Toren vor. Der Traum vom ersten Heimsieg in dieser Drittliga-Saison konnte Realität werden.

Davon wollten die Buxtehuder Mädels natürlich nichts wissen, es gab ein kurzes Aufbäumen, so dass es in der 48. Minute nur noch 24:21 aus Travemünder Sicht stand. Die Reaktion des TSV: Pia Dalinger und Laura Neu sorgten wiederum für einen Fünftore-Vorsprung (49.). Es lief danach längst immer noch nicht alles rund, aber selbst nach verunglückten Abschlüssen blieben die Mädels um Spielmacherin Pia Dalinger oftmals in Ballbesitz, was wertvolle Zeit bedeutete. Auch Hanna Belgardts Leistungssteigerung trug ihren Teil zum jetzt auch verdienten Heimsieg bei. Und Marthe Nicolai hatte nach Szenen, die mit viel Pech behaftet waren, doch noch ihren Glücksmoment, als sie in der 58. Minute Treffer Nummer 29 erzielte.

Nach dem Spiel sprachen wir mit beiden Trainern. BSV-Coach Igor Sharnikau: „Wir haben viel zu viele Fehler gemacht, damit kannst du nicht gewinnen. Auch die beiden Schiedsrichterinnen waren nicht immer glücklich.“ Sein Gegenüber Olaf Schimpf: „Wir haben die vorausgesagte Temposchlacht gewonnen. Innerhalb eines Spiels haben wir noch nie so viele taktische Aufstellungen gebracht wie heute. In der ersten Halbzeit war es noch ein munteres Scheibenschießen, danach stand unsere Abwehr mit einer jetzt überragenden Hanna Belgardt im Tor.“

Notiz am Rande: Das Nachholspiel gegen die TSG Wismar wurde jetzt auf Mittwoch, den 11. November um 19.30 Uhr in Travemünde terminiert.

 
Die Raubmöwen gewannen mit: Belgardt, Patalas – Schoeneberg (4) Fischer (5/3), Gläfke, Nicolai (1), Hartstock (5), Karau, Kieckbusch (2), Welchert (2), Dalinger (3), Neu (6), Hani (1)
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