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04.07.2013, 10:00 Uhr  //  Handball

Handball-Saisonrückblick: TSV Travemünde „Raubmöwen“

Handball-Saisonrückblick: TSV Travemünde „Raubmöwen“
 Felix König (Bild) rk (Text) // www.hlsports.de


Junge Raubmöwen müssen in die 3. Liga

Travemünde – Für die mit bis auf zwei Spielerinnen komplett neu aufgestellten Bundesliga-Handballerinnen des  TSV Travemünde begann die Saison gleich mit einer Niederlage. Im Pokal musste man sich gegen den Drittligisten TSG Wismar in eigener Halle geschlagen geben und flog in der ersten Runde aus dem DHB-Pokal raus. Das war natürlich nicht der Wunsch des neuverpflichteten Trainers Sören Jeppesen, der als Saisonziel den Klassenerhalt in der 2. Handball Bundesliga ausgab.

Die Niederlagenserie nahm in der Liga-Saison weiter seinen Lauf und die Eröffnungspartie beim BSV Sachsen Zwickau wurde mit 15:32 abgegeben. Die Freigabe der Neuverpflichtung Simone Larsen Poulsen durch den dänischen Verband war noch nicht eingetroffen.
Die erste Heimpartie in der 2. Liga gegen den TV Nellingen verlor das Jeppesen-Team ebenfalls deutlich, wobei man zur Halbzeit nur mit einem Tor hinten lag, ging das Spiel mit 23:36 an den Gegner. Es half auch nichts, dass Larsen Poulsen zum ersten Mal für das Team von der Travemündung ran durfte. Sie fügte sich aber schon gut in das Team ein konnte vier Tore beisteuern. Es folgten Niederlagen gegen Kirchhof, Greven, Bietigheim, Halle-Neustadt, Rosengarten-Buchholz und Celle. Neben den Punktverlusten zog zusätzlich das Verletzungspech ein und Carina Aselmeyer laborierte immer wieder an einer Knieverletzung.

Nach acht Niederlagen am Stück von Saisonbeginn an zahlte sich die harte Trainingsarbeit der jungen Mannschaft (im Durchschnitt 22 Jahre) im Heimspiel gegen den 1. FSV Mainz 05 aus. Am Ende durften die fast 300 Zuschauer in der Steenkamphalle ein 26:22 bejubeln und das zu Recht. Torhüterin Katrin Strauß hatte großen Anteil an dem Erfolg, denn mit 15 Paraden brachte sie die Mainzerinnen zur Verzweiflung. Aber Laura Riehl steuerte mit ihren sieben Toren zum ersten Sieg der Saison bei. Frank Barthel, sportlicher Leiter bei den Raubmöwen freute sich nach dem Spiel und genoss den ersten Erfolg.

Leider hielt die Freude beim Tabellenletzten nicht lange, denn es folgten wieder erfolglose Spiele gegen Bensheim Auerbach und eine knappe Niederlage gegen die BVB Füchse Berlin. Bis eine Viertelstunde vor Schluss lag man mit den Hauptstädterinnen gleich auf und verlor dann die Konzentration. Eine Aufholjagd zum Ende der Partie brachte nur ein 27:28 auf die Anzeigentafel.

Vor der Winterpause nahm die Jeppesen-Truppe noch zwei weitere Pleiten hin und man hoffte auf das neue Jahr. Das begann jedoch wie das alte aufhörte und man verlor gegen Nord-Harrislee. Das darauf folgende Spiel gegen Zwickau ging mehr als unglücklich und knapp verloren und auch gegen  Nellingen zog das Team den kürzeren. Nach dem Fehlstart und wo alle die TSV-Frauen schon komplett abgeschrieben haben, dann ein emotionaler Befreiungsschlag. 33:29 konnte man gegen Kirchhof zu Hause gewinnen und schöpfte wieder Hoffnung. Danach folgte dann ein knappes 26:28 in Greven, wo man nah an einem Sieg dran war. Nach 23 Spieltagen entschloss man sich dann zur Beurlaubung von Trainer Jeppesen, der versucht hatte mit jungen Spielerinnen das schier unmögliche wahr zu machen. „Wir gehen nicht im Bösen auseinander und können uns weiterhin in die Augen schauen“, sagte Jeppesen gegenüber HL-Sports und Co-Trainer Thomas Kruse versuchte den bereits feststehenden sportlichen Abstieg, der indes schon besiegelte Sache war zum Saisonende einigermaßen erträglich zu machen und konzentrierte sich darauf die Saison mit Anstand zu Ende zu bringen. Trotz eines Unentschieden in Mainz und einem unerwartet klarem Sieg gegen den BVB Dortmund Handball war an dem sportlichen Abstieg nicht mehr zu rütteln.

Die Verletzten Jenny Stapelfeldt, Carina Aselmeyer, Hannah Gahl, Svenja Glas und Laura Riehl machten es dabei natürlich nicht einfacher für den kleinen verbleibenden Rest des Teams.

Auch die finanzielle Situation spannte allen Verantwortlichen enorm an, denn der TSV Travemünde gab keine Hilfszusagen mehr für die kommende Saison. Es fehlten auf einmal 25.000 Euro im Etat, die es hieß zu schließen damit der Handball in Travemünde auf hohem Niveau weiterleben durfte.

Zu guter Letzt gab es aber doch noch mal ein sportliches Highlight, denn mit einem sensationellen 24:22 gegen den BVB 09 Dortmund wurde das vorletzte Heimspiel noch gewonnen und auch die letzten beiden Partien wurden nur ganz knapp verloren.

Alles in allem eine Saison mit ganz viel Regen bei den Raubmöwen, die nun in der 3. Liga und einem gesicherten Etat neu angreifen wollen.
Kruse bleibt dabei Cheftrainer in Travemünde und auch einige Spielerinnen gaben ihre Zusage für die Mission „Wiederaufstieg“, den man versucht anzupeilen.

Barthel’s Saisonfazit fiel folgendermaßen aus: „Die gesamte Mannschaft hat alle mit Ihrem Willen und Ehrgeiz mitgerissen. Wir wussten zu Beginn der Saison, dass es eine „Mission Impossible“ ist, aber das Team hat das beste daraus gemacht und hat sich unseren Respekt erarbeitet und verdient.“

Als Abgänge müssen die Travemünderinnen folgende Spiele verabschieden: Simone Larsen Poulsen, Katharina Pohle, Carina Aselmeyer, Svenja Glas, Stina Wieckberg, Frauke Staaß

Zugänge sind ebenfalls schon verpflichtet worden: Frederikke Laerke, Lina Pooch (beide VfL Bad Schwartau) schließen sich den TSV-Frauen in der 3. Liga Ost an.


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