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16.08.2013, 12:25 Uhr  //  Fußball

Wenn Spieler zu den Leidtragenden werden

Wenn Spieler zu den Leidtragenden werden
 Christoph Kugel / Collage (Bild) nw (Text) // www.hlsports.de

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Bad Oldesloe - Kann das noch im Sinne des Sports sein? Der FFC Oldesloe steht noch vor dem Saisonbeginn als erster Absteiger der Regionalliga fest und wird nur noch mit einem Team in der SH-Liga spielen. Die ehemaligen 2. Liga Spielerinnen, die einen Neuanfang in der Regionalliga mit Oldesloe wagen wollten, sollen nun bei einem Wechsel bis 2014 gesperrt werden.

In den letzten zwei Wochen folgte eine Hiobsbotschaft nach der anderen rund um den Frauenfußball Club aus Bad Oldesloe: FFC kann keine Regionalliga-Mannschaft melden, zu viele kurzfristige Absagen von eingeplanten Spielerinnen, Oldesloe kann nur noch mit einem Team in der SH-Liga spielen, steht bereits vor Beginn der Saison als erster Absteiger aus der Regionalliga fest, Coach Bohnensack tritt darauf von ihrem Amt zurück, Spielerinnen wollen kurzfristig den Verein wechseln, um weiterhin in der Regionalliga zu kicken.

„Für mich ist ganz klar, dass ich wechseln werde. Wir wollen einfach nur Fußball spielen. Uns geht es weder um Geld noch um andere Dinge. Wir wollten unter der Prämisse in Oldesloe spielen, dass wir mit einem jungen Team etwas Neues in der Regionalliga aufbauen. Wir ehemaligen 2.Liga-Spielerinnen sollten dabei als Stütze fungieren. Dafür hätten wir die weiten Fahrten aus Hamburg zum Training auch gerne auf uns genommen. Aber nun ist ein Fall eingetreten, den wir nicht vorhersehen konnten und für den wir auch nichts können. Nach dem Abstieg aus der 2. Liga wollten wir in der Regionalliga spielen, damit auch der sportliche Anreiz immer noch da ist. Daher wollten wir jetzt kurzfristig in ein anderes RL-Team aus der Umgebung wechseln.“ sagt Torfrau Jennifer Weber zu der aktuellen Situation. Dazu zählen außerdem die ehemaligen 2.Liga-Spielerinnen Kristin Engel, Vanessa Hamed, Carina Wolfgramm und Malin Hegeler, die bereits Kontakt zu anderen Regionalliga-Mannschaften aus der Umgebung aufgenommen haben.

Nun werden sie dafür mit Spielsperren bis zur Rückrunde 2014 bestraft. Der FFC gibt seinen ehemaligen Spielerinnen zwar grünes Licht für einen Wechsel, jedoch macht die Satzung des SHFV ihnen jetzt einen Strich durch die Rechung. „Wir wollen den Mädels keine Steine in den Weg legen. Von uns bekommt keine, die jetzt kurzfristig zu einem anderen Verein wechselt, eine Spielsperre“ erklärt Anja Völker, 1. Vorsitzende des FFC Oldesloe. Aber, fügt sie an „da sie offizielle Test- und Freundschaftsspiele nach dem 30.6. für den FFC bestritten haben, werden sie nun vom Verband bis Ende des Jahres gesperrt.“ Heißt, die Kickerinnen könnten nur in anderen Teams mittrainieren, dürften am Liga-Wettbewerb bis zur Rückrunde 2014 nicht teilnehmen.

Dagegen wollten die Mädels gemeinsam vorgehen, war die Situation nach Bekanntgabe der Insolvenz des VfB Lübeck für die Spieler, die darauf kurzfristig zu einem neuen Verein wechseln konnten, ganz ähnlich. Eine unvorhersehbare Situation, für die die Spieler absolut nichts können. Doch nach Aussage von Jutta Kaack, Passwesen SHFV, gibt es hier keine Ausnahme für die Spielerinnen, da dieses auch in anderen Ligen ständig passiert. Einzige Möglichkeit wäre ein Amateurvertrag, den aber keiner der umliegenden Vereine den Fußballerinnen geben kann. 

„Das kann doch nicht im Sinne des Sports sein! Das ist einfach nur unfair. Der FFC musste ja nicht zurück ziehen, weil wir gesagt haben, wir gehen, sondern wir gehen ja nur, weil der Supergau, keine Regionalliga-Mannschaft, eingetreten ist. Wir schaden ja niemandem mit einem Wechsel. Jetzt werden wir für etwas bestraft, für das wir absolut nichts können“ sagt Weber frustriert, die wohl zusammen mit ihren ehemaligen Teamkolleginnen vorerst nur noch am Spielfeldrand stehen wird.


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