Stadtderby endet Remis, TSV mit Kantesieg. TuS gewinnt gleich 5:1, der FCD II unterliegt in Breitenfelde

Lübeck – Mit einem 2:2-Unentschieden endete am Samstag das mit Spannung erwartete Stadtderby zwischen dem VfB Lübeck II und dem weiter sieglosen Nachbarn aus Moisling. Ein Remis, das beiden Teams nicht wirklich weiter hilft. Mehr Grund zur Freude hatte der TSV Travemünde, der zwei Stunden später in heimischen Gefilden den TSV Trittau mit einer 5:0-Niederlage im Gepäck nach Hause schickte. Am Sonntag setzte der TuS Lübeck mit einem eindrucksvollen 5:1 in Tangstedt seine Erfolgsgeschichte fort. Dornbreite II hingegen ging mit dem 0:2 bei zuletzt starken Breitenfeldern leer aus.

VfB Lübeck – RW Moisling 2:2 (2:1)

Die Voraussetzungen waren klar: Das Stadtderby am Samstag stand ganz im Zeichen des Abstiegskampfes! Zuvor sieglose Moislinger mussten bei verunsicherten Lohmühlenkickern antreten. Am Ende hieß es schiedlich, friedlich 2:2-Unentschieden. Eigentlich für beide Mannschaften in der derzeitigen Situation zu wenig. Immerhin: Die 73 Zuschauer die den Weg zum Platz gefunden hatten, bekamen ein durchaus ansehnliches, erwartungsgemäß aber auch nicht hochklassiges Verbandsligaspiel geboten.  Der VfB begann dominant. Gestützt auf die Achse Jan-Philipp Kalus und Paul Roelfs übernahm der Hausherr die Regie, erarbeitete sich so nicht nur ein optisches Übergewicht, sondern auch ein Chancenplus. Doch da Rezan Almosa (14.) und Tolga Arslan (16.) vergaben  jubelte nach 25 Minuten Rot-Weiß. Maik Brodersen traf mit Verzögerung (eigentlich schien die Situation im Strafraum schon geklärt) zum 0:1 (25.) für die Gäste. Doch statt daraus Sicherheit und Selbstvertrauen zu gewinnen brachte das Laszig-Team die VfB-Youngster durch einen Foulelfmeter wieder zurück ins Geschehen. Rezan Almosa nahm dankend an, schob das Spielgerät locker zum 1:1 (28.) in die Maschen. Damit nicht genug: Paul Roelfs traf noch vor der Pause für den agileren Gastgeber zum verdienten 2:1 (40.) ins Netz. Nach der Pause wurde die Partie von Minute zu Minute intensiver. Arslan verpasste eine mögliche Vorentscheidung (50.) für die Hausherren. Auch Moisling mobilisierte noch einmal alles und wurde schließlich belohnt. Der gerade zuvor eingewechselte Gunnar Kallweit verwertete eine schöne Linksflanke von Christian Repky zum 2:2-Ausgleich (67.). Danach hatten beide Teams in einem umkämpften Match noch die Chance zum Sieg. Für die Rot-Weißen, die fünfzehn Minuten lang nur mit 10 ½ Akteuren (bei Marc Bornemann war die alten Achillessehnenverletzung wieder aufgebrochen, doch da das Auswechselkontingent bereits erschöpft war, musste sich der Kapitän durchbeißen) agierten, vergab Suew aus Nahdistanz (81.). Für den VfB II hatte der im Feld eingesetzte Keeper Eric Schlomm den Siegtreffer auf dem Schlappen, traf aber den Ball freistehend nicht voll.

Und das sagten die Coachs nach den neunzig Minuten gegenüber HL-SPORTS: 
   
Serkan Rinal (VfB Lübeck II): „Das ist ein Punkt, der eigentlich keiner Mannschaft so richtig weiter hilft – uns im Endeffekt aber wohl ein bisschen mehr als den Moislingern. Ich bin mit dem Auftritt meiner Jungs im Großen und Ganzen trotzdem zufrieden. Der Wille war zu sehen, die Einstellung hat gestimmt. Auch nach dem 0:1-Rückstand haben wir uns nicht hängen lassen. Am Ende fehlte gegen einen kampfstarken Gegner auch ein bisschen das Glück um mehr zu erreichen.“
 
Norbert Laszig (Rot-Weiß Moisling): „Das Spiel hatte keinen Sieger verdient. Für uns ist das Remis allerdings zum Leben zu viel und zum Sterben zu wenig. Der Elfmeter, der zum Ausgleich führte, war für mich keiner. Das war einfach nur clever gemacht vom VfB-Spieler – und der Schiedsrichter ist darauf reingefallen. Am Ende war es vor allem Pech für uns, das sich gerade in unserer guten Phase auch noch Marc Bornemann verletzte, wir aber nicht mehr wechseln konnten. Schade, sonst wäre vielleicht ein Dreier drin gewesen.“

So spielte der VfB Lübeck II: Alberti – Frank, Naumann, Kalus, Kornberger – Roelfs (80. Eckmann), Sindy – Er, Almosa, Cicek – T. Arslan (63. Schlomm).
Rot-Weiß Moisling:  Ketbanjong – Barten, Bischkopf, M. Bornemann, Repky– Özdemir, Alhas, Erenkaya (62. Kallweit), Confalone (46. Schmüser) – J. Bornemann, Brodersen (62. Suew).
Tore: 0:1 Maik Brodersen (25.), 1:1 Rezan Almosa (28., Foulelfmeter), 2:1 Paul Roelfs (40.), 2:2 Gunnar Kallweit 67.).

TSV Travemünde – TSV Trittau 5:0 (0:0)

Mit einer 1:2-Niederlage im Marlistadion gegen den TuS Lübeck verpassten es die „Monte-Kicker“ am letzten Wochenende noch den 6. Platz zu festigen. Doch dieser kleine Fauxpas konnte am Samstag wettgemacht werden – und wie. Gleich mit 5:0 fertigte Travemünde am Samstag den TSV Trittau ab und hielt dadurch den Anschluss ans obere Tabellengebilde. Dabei bekamen die gut 100 Zuschauer einiges geboten auf dem Rugwisch: Drei Foulelfmeter wurden den Hausherren zugesprochen, alle auch verwandelt. Dazu „beschenkte“ der Unparteiische auch noch zwei Gästekicker mit einem Platzverweis. So wurde das Match, nach trost- und torloser erster Hälfte zu einem Selbstgänger nach dem Wideranpfiff. Dort wurde zunächst Jonas Wiese zu Fall gebracht. Den fälligen Strafstoß verwandelte Davis Klak zum 1:0 (56.). In Überzahl (Trittaus Anton hatte nach der Notbremse Rot gesehen) ging es weiter: Nach einer Einzelaktion erhöhte Levent Sengün zum 2:0 (61.), ehe Martin Szymczyk einen erneuten Foulelfmeter zum 3:0 (64.) verwertete. Das war es immer noch nicht: Lennart Kurth (73.), mit dem dritten Elfmetertor und erneut Sengün (nach Hinz-Flanke) schraubten gegen nur noch zu neunt agierende Stormarner das Ergebnis noch auf 5:0 in die Höhe.

Travemündes Co-Trainer Sven Mielke äußerte sich wie folgt bei HL-SPORTS zum Kantersieg: „Das war kein gutes Match, aber natürlich freuen wir uns über den Sieg. Das Ergebnis ist um zwei bis drei Tore zu hoch ausgefallen. Trittau hat vor allem im ersten Abschnitt defensiv gut gestanden, nach den Platzverweisen und in Unterzahl uns dann aber mehr Platz gelassen. Den haben wir dann ausgenutzt.“
So spielte der TSV Travemünde: Müller – Klak, M. Beckmann, Wiese, Szymczyk (67. Bölke), Pätsch (71. Hinz), Kurth, Engler, Heimann (78. Schydel), Sengün, Mielke.
Tore: 1:0 Davis Klak (56., Foulelfmeter), 2:0 Levent Sengün (61.), 3:0 Martin Szymczyk (64., Foulelfmeter). 4:0 Lennart Kurth (73., Foulelfmeter), 5:0 Levent Sengün (84.).
Rote Karten: Anton (55., Notbremse) und Schmechel (76., Tätlichkeit)

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Breitenfelder SV – FC Dornbreite II 2:0 (1:0)

Einen starken Kontrahenten, ein echtes Kampfspiel erwartete Interimscoach Andre Venzke im Vorwege und forderte von seinem Team eine Steigerung im läuferischen und kämpferischen Bereich. Worte, die anscheinend ungehört blieben, denn nach neunzig Minuten standen die Kicker vom Steinrader Damm ohne etwas da.

Nach zuvor zwei Siegen in Folge lief es auf dem Sportplatz am Uhlenbusch in Breitenfelde trotzdem nicht schlecht. In einer ordentlichen und fast ausgeglichenen Partie hatte Dornbreite, ebenso wie der Gastgeber, Chancen zur Führung, vergab diese aber durch Tietz, Özkaya und Jasek (nur Pfosten). So folgte die Strafe: Klassisch ausgekontert hieß es zur Pause 1:0 durch einen Treffer vom agilen Stürmer Marc Oden für den Breitenfelder SV. Auch im zweiten Abschnitt klingelte es erneut – und zwar im FCD-Gehäuse! Nach einer Flanke aus dem Halbfeld und Kopfballvorlage von Römer drückte Moschet das Spielgerät zum 2:0 ein. Danach versuchten die Lübecker noch einmal alles, doch Zählbares kam gegen die clever agierenden Gastgeber nicht mehr dabei heraus.

Interimstrainer Andre Venzke äußerte sich wie folgt gegenüber HL-SPORTS: „Natürlich kann man in Breitenfelde verlieren, die Art und Weise wie das aber passiert ist ärgert mich schon. Beim 0:1 wurden wir trotz Überzahl ausgekontert, beim 0:2 haben wir schlichtweg gepennt. Schade, denn eigentlich war mehr drin. Doch so ist halt Fußball. Am nächsten Spieltag geht es weiter, empfangen wir Siebenbäumen. Für uns die nächste Möglichkeit zu punkten.“

So spielte der FC Dornbreite II: Rudowsky – Cete, Lange, Venzke, Posanski (65. B. Demircan), Leischner, Jasek, Tietz, Schliesser, S. Demircan (70. Bierle), Özkaya (82. Bahe).
Tore: 1:0 Marc Oden (0.), 2:0 Moschet (61.)

WSV Tangstedt – TuS Lübeck 1:5 (0:0)

Es läuft weiter richtig gut beim Turn- und Sportverein von 1893. Mit einem deutlichen 5:1 im beschaulichen Tangstedt entledigte sich das Team von Ali Calha auch seiner nächsten „Pflichtaufgabe“ und festigte so seinen Platz im Spitzenquartett. Nach torloser erster Halbzeit brachte Mark Seemann seine Farben, auch ohne das Mitwirken von Toptorjäger Marcel Stellbrinck (neun Saisontore), mit 1:0 in Front. Auch wenn die Freude darüber zunächst nur sechzig Sekunden dauerte, Henkies glich postwendend aus, begann der TuS-Zug nun an zu rollen. Zunächst brachte Marcel Skordos per Foulelfmeter (Seemann war zu Fall gebracht worden) die Marlikicker wieder in Front, dann legte Patrick Warnemünde per Doppelpack nach.  Am Ende markierte Mark Seemann, mit seinem zweiten Treffer, auch noch den 5:1-Endstand.

So durfte TuS-Trainer Ali Chalha erneut jubeln: „Ich bin stolz auf meine Jungs. Den Sieg haben wir auch für Marcel Stellbrinck erzielt, der derzeitig seinen wohlverdienten Urlaub in der Türkei verbringt. Wir haben unseren Stürmer sofort eine SMS nach dem Abpfiff geschickt, ihn informiert. Jetzt freuen wir uns aber erst einmal über den Sieg, genießen ihn und gönnen uns ein Bier.“

So spielte der TuS Lübeck: Törper – Rehberg, Krause (55. Spoddig), Warnemünde, Seemann, Ozuna, Skordos, Kieckssee, Raabe, Rivera, Richter (81. Tasduvar)
Tore: 0:1 Mark Seemann (51.), 1:1 Tim Henkies (52.), 1:2 Marcel Skordos (57., Foulelfmeter), 1:3 Patrick Warnemünde (73.), 1:4 Patrick Warnemünde (80.), 1:5 Mark Seemann (87.).

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