Diese Website benutzt Cookies.

Weitere Informationen OK
Navigation
Startseite
06.11.2018, 00:47 Uhr  //  Fußball

FCSP: Polizeieinsatz während Bielefeld-Auswärtsfahrt

FCSP: Polizeieinsatz während Bielefeld-Auswärtsfahrt
 Lobeca/Raasch (Bild) PM/ots/FCSP/red (Text) // www.hlsports.de


Hamburg – Eine Polizeimeldung und eine Stellungnahme: Anlässlich der Zweitligabegegnung DSC Arminia Bielefeld gegen den FC St. Pauli am vergangenen Sonntagnachmittag war die Bundespolizei und Landespolizei mit erhöhtem Polizeiaufkommen im Einsatz, um eine sichere An- und Abreise der Fußballfans sicherzustellen.

In der Anreisephase nutzen rund 250 Anhänger des FC St. Pauli einen Regelzug von Osnabrück in Richtung Bielefeld. Während der Zugfahrt kam es zu gezielten Provokationen gegen die begleitenden Polizeibeamten. Als die Zugbegleitkräfte der Bundespolizei die Identität der Provokateure mit Halt im Bahnhof Melle feststellen wollten, folgte eine Solidarisierung aller Beteiligten im Zug gegen die eingesetzten Beamten.

Die Beamten der Bundespolizei wurden unvermittelt körperlich und mit mitgeführten PVC Stangen angegriffen. Aufgrund des Ausmaßes der Angriffe gegen die eingesetzten Polizeibeamten musste für etwa 30 bis 40 Minuten die Streckengleise im Bahnhof Melle gesperrt werden, da sich eine Vielzahl von Personen im Gleisbereich aufhielten. Mit starken Unterstützungskräften der Landespolizei Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen sowie Kräften der Bundespolizei aus Osnabrück gelang es die Situation zu beruhigen.

Aufgrund der Straftaten und dass es den Gewaltstraftäter zunächst gelang in der Masse der friedlichen Fußballfans unter zu tauchen, wurde durch die Bundespolizei mit Unterstützung der Landespolizei NRW im Hbf. Bielefeld "Aufgang Neues Bahnhofsviertel" eine polizeiliche Bearbeitungsstraße zur Täteridentifizierung eingerichtet.

Hierbei konnten schon vor Ort 18 Tatverdächtige identifiziert wer-den. Durch die Bundespolizei wurden 18 Strafverfahren wegen Landfriedensbruch sowie wegen Körperverletzung und Beleidigung eingeleitet.

Die Vielzahl an aufgefundenen Vermummungsmaterial, sowie Zahnschutz, Quarzhandschuhe und weitere PVC Stangen wurde durch die Bundespolizei zunächst sichergestellt.

Die identifizierten "Problemfans" wurden mit eigens dafür alarmierte und mit Hubschraubern eingeflogene Bereitschaftskräfte der Bundesbereitschaftspolizei nach Abschluss aller polizeilichen Maßnahmen gegen 19.20 Uhr nach Hamburg zurückbegleitet.

Soweit die Polizeimeldung. Daraufhin kam am Montag folgende Stellungnahme des FC St. Pauli und des Fanladens St. Pauli zum Polizeieinsatz in Bielefeld:

Mit großer Betroffenheit hat der FC St. Pauli am Sonntag zur Kenntnis genommen, dass rund 250 Anhänger der Braun-Weißen aufgrund von polizeilichen Maßnahmen am Bielefelder Hauptbahnhof daran gehindert worden sind, das Spiel der Kiezkicker bei Arminia Bielefeld zu verfolgen.

In der Aufarbeitung der Vorfälle kritisieren die Verantwortlichen des Clubs und des Fanladens St. Pauli den Einsatz von Pfefferspray in einem geschlossenen Zugwaggon durch die Polizei während einer Auseinandersetzung zwischen mitreisenden St. Pauli-Fans und Polizeibeamten sowie das spätere, stundenlange „Einkesseln“ von rund 250 Fans als unverhältnismäßig. Darüber hinaus kritisieren Verein und Fanladen die Tatsache, dass eine große Gruppe für das vermeintliche Fehlverhalten Einzelner in Sippenhaft genommen worden ist.

Zudem fragen sich die Verantwortlichen, inwieweit die Maßnahmen der Polizei am Bielefelder Hauptbahnhof folgenlos bleiben können. Denn nach Analyse der Geschehnisse stellte sich heraus, dass unter den festgesetzten St. Pauli-Fans auch Minderjährige waren. Des Weiteren wurde die Verpflegung der „eingekesselten“ Personen nur nach Vorlage der Personalien gestattet, eine Versorgung durch Fanladen-Mitarbeiterinnen wurde bis kurz vor Ende verhindert. In diesem Zuge bleibt festzuhalten, dass sich die festgesetzten St. Pauli-Fans am Bielefelder Bahnhof kooperativ und gewaltfrei verhalten haben.

Kritisiert wird zudem die Tatsache, dass St. Pauli-Fans, die während des Spiels das Stadion verlassen wollten, ohne Angabe von Gründen daran gehindert worden sind.

Der FC St. Pauli prüft jetzt rechtliche Schritte gegen die verantwortliche Einsatzleitung der Polizei zu den Vorkommnissen am Bahnhof und dem Stadion.

Ausdrücklicher Dank geht an dieser Stelle an das Fanprojekt Bielefeld für die kooperative Zusammenarbeit vor Ort.

FC St. Pauli & Fanladen St. Pauli

Diese Website benutzt Cookies.

Weitere Informationen OK