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07.03.2019, 11:20 Uhr  //  Fußball

TSV Kücknitz ohne Trainer – Kreft mit knallharten Worten zum Abschied

TSV Kücknitz ohne Trainer – Kreft mit knallharten Worten zum Abschied
 Cindy Scherf (Bild) rk (Text) // www.hlsports.de


Lübeck – Kurz vor dem Restrundenstart am kommenden Wochenende in der Kreisliga Süd-Ost gibt es Veränderungen auf der Trainerbank des TSV Kücknitz. Michael Kreft (Foto) legte sein Amt nieder. „Am vergangenen Sonntag teilte mir Michael Kreft mit, dass er ab sofort nicht mehr als Trainer unserer 1. Herren zur Verfügung steht. Leider konnten wir, als Spartenleitung und auch der Vorstand, ihn nicht umstimmen. Jetzt müssen wir schauen wie wir die Zukunft angehen“, sagt Abteilungsleiter Thorsten Heltewig zu HL-SPORTS.

Kreft gab folgende Erklärung ab: „Mit der Winterpause begann der personelle Einbruch. Spieler, die es zeitlich nicht mehr schaffen, Spieler, die keine Lust mehr haben auf Leistungsfußball, Umzüge aufgrund von Studium, Personelle Entscheidungen, die den einen oder anderen dazu animiert haben aufzuhören... Diese genannten Faktoren bringen einen 28-Mann Kader Mal eben auf 13 aktive Spieler. Leider erhält man gewisse Informationen nicht zeitig, sodass man personell hätte im Winter noch aktiv werden können. In solch einer Situation appelliert man an die Vernunft, der noch vorhandenen Spieler, dass noch enger zusammengerückt werden muss und man vielleicht die eine oder andere möglich Trainingsabsage überdenken sollte. Ich als Trainer stehe für Weiterentwicklung und Fortschritt. Die Entwicklung jedes einzelnen Spielers und die Entwicklung des gesamten Teams. Man kann sich als Spieler und als Team aber nur weiterentwickeln, wenn man zusammen trainiert - logisch, einfach und verständlich. Du musst nichts anderes machen, als Dienstag und Freitag zum Training zu kommen - zuhören, zugucken, verstehen und umsetzen. Etwas nicht verstanden - dann fragen! Leider steht bei einigen Fußball und speziell das Training nicht an oberster Stelle ihrer Prioritätsliste, somit kommen Training für Training die unterschiedlichsten Gründe, warum man genau heute nicht zum Training kommen kann - sorry für den Ausdruck, aber es kotzt und widert mich einfach nur noch an! Man verarscht sich mit den Bullshit-Ausreden nicht nur selbst, sondern man lässt seine Teamkollegen eiskalt im Stich. Ich möchte denjenigen, deren Gewissen gerade Alarm schlägt einfach raten - bitte hört auf euch selbst zu bescheißen und lasst es lieber mit dem Fußball einfach sein! Das ist übrigens an den gesamten Amateur-Fußball gerichtet, nicht nur an Kücknitz!“

Kreft bemängelte die Bereitschaft innerhalb des Vereins, wie folgt: „Bedauerlicherweise fehlte uns in dieser prekären Situation die Unterstützung der 1. A-Jugend und der 2. Herren. In akribischen Gesprächen wurden Kompromisse vorgeschlagen, die für mich leider nicht in Frage kamen. In solch einer Situation benötigen wir drei bis vier Spieler Minimum direkt hochgezogen in die 1. Herren. Das ist für mich und meine fußballerische Philosophie die einzige logische Konsequenz, da wir Woche für Woche entsprechende Spieler benötigen. Leider blieb dieser Schritt bis heute aus. Ich hätte mir seitens des Vorstandes und der Fußballabteilungsleitung gewünscht, dass sie die Notsituation konsequenter angegangen wären. Diese genannten Faktoren haben mich nicht nur zu meiner Entscheidung bewogen - sie haben sie unumgänglich gemacht! Mir tut es für die Spieler Leid, die ständig dabei waren und Gas gegeben haben. Dies sind leider - wie so oft - die Leidtragenden! Ich bedanke mich für das mir entgegengebrachte Vertrauen und wünsche den Spielern und dem Verein weiterhin alles erdenklich Gute!“

Heltewig sagte danach: „Wir vom Verein werden jetzt alle Möglichkeiten durchgehen und hoffentlich bald eine Lösung für den Trainerposten präsentieren. Es wird kein Schnellschuss sein. Erstmal hat es jetzt Priorität eine spielfähige Mannschaft für das Spiel am Sonntag zu stellen, da wir aufgrund vieler Verletzte sehr knapp an Spielern sind. Aus der A-Jugend und der 2. Herren werden in den nächsten Wochen immer wieder Spieler aushelfen. Am Wochenende werden wir erstmal eine interne Lösung an der Seitenlinie haben. Wir bedauern Michaels Entscheidung sehr und danken ihm für seine Arbeit und seinen Einsatz auch als langjähriger Spieler in unserem Verein und wünschen Michael alles Gute für seine Zukunft.“

Kreft übernahm die Mannschaft im vergangenen September von Rene Sternberg, der zwei Jahre am Roten Hahn an der Linie stand. Nun sucht der Kreisligasechste nach einem neuen Chefcoach. Am Sonntag spielen die Kücknitzer beim Tabellenfünften SC Buntekuh.


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