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14.07.2019, 12:00 Uhr  //  Fußball

Schiri-Mangel: Vereine wollen Paragraph 9 kippen

Schiri-Mangel: Vereine wollen Paragraph 9 kippen
 Pixabay (Bild) rk (Text) // www.hlsports.de


Lübeck – Während der FC Dornbreite (minus sechs Punkte) und der TSV Travemünde (minus 3) wegen Schiedsrichtermangel mit schweren Brocken in die neue Saison starten, ist der Kelch beim dritten Landesligisten, Lübecker SC, vorübergegangen. Das aber auch nur, weil der Club vom Thomas-Mann-Platz keine dritte Herrenmannschaft meldete.

Abteilungsleiter Marc Liese sagte zu H-SPORTS: „Wir haben vier neue Jungschiedsrichter gewinnen können. Das ist finde ich schon eine super Leistung. Allerdings müssen diese auch bis Ende dieses Jahres die erforderliche Anzahl von Lehrabenden besuchen und die erforderliche Anzahl von Spielen leiten. Aber es kann natürlich jederzeit passieren, dass ein junger Schiedsrichter, der eventuell sein Abitur oder schon eine Ausbildung macht, überlastet ist und das Handtuch schmeißt. Das wäre fatal, denn dann hätten wir natürlich ein Problem. Wir hätten auch gerne eine 3. Herren für die kommende Saison angemeldet, aber dafür hatten wir nicht genügend Schiedsrichter, weitere Mannschaften anzumelden. Aber ist das noch normal? Ein Verein möchte wachsen und wird aufgrund dieser irrsinnigen Regelung daran gehindert. Nach meiner Meinung unfassbar.“

Liese ist mit seinen Kollegen der anderen Clubs weites gehend einig, dass etwas passieren muss. Und er dürfte weitere Unterstützung vom SV Weissenrode bekommen. Dort ist man ebenfalls gekniffen, muss Punktabzüge und Geldstrafen in Kauf nehmen. Trainer Benjamin Zimmermann meint: „Uns fehlen zwei Schiedsrichter und die Strafen sind einfach ein Witz.
Zumal wir vorhatten, zwei Leute zum Lehrgang zu schicken, der aber aufgrund zu weniger Zusagen nicht stattfand. Wenn wir diesen Winter zwei Leute hinschicken, macht es für diese Saison auch keinen Unterschied mehr. Das ist schon extrem frech.“

Man macht Front gegen den Paragraphen 9, der vor einigen Jahren durchgesetzt wurde. Lieses Verein, der zwar gerade noch einmal davonkam, ist trotzdem sauer, kündigt an: „Aus diesem Grund werden wir uns nächste Woche mit einigen Vereinen beim FC Dornbreite zusammensetzen, um hier aufzuzeigen, so geht es nicht weiter und wir akzeptieren diese Vorgehensweise des SHFV nicht weiter, Vereine mit Punktabzügen zu bestrafen, die ihr Schiedsrichtersoll nicht erfüllen können.“ Genug Unterstützung dürfte man dabei nicht nur aus den betroffenen Reihen erhalten. Auf dem ländlichen Gebiet ist die Thematik sicher nicht viel besser.

Der Verband muss neue Überlegungen anstellen, um alle einigermaßen unter einen Hut zu bekommen. Fakt ist aber auch: Geldstrafen alleine bringen nichts und Punktabzüge für die höchstklassig spielende Mannschaft kann auch nicht die Lösung sein. Allerdings würde Strafen in unteren Klassen ebenfalls zu nichts führen.

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