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24.03.2013, 16:31 Uhr  //  Handball

Raubmöwen und Jeppesen trennen sich vorzeitig

Raubmöwen und Jeppesen trennen sich vorzeitig
 Felix König (Bild) rk (Text) // www.hlsports.de


Travemünde - Die Travemünder Raubmöwen und ihr dänischer Chef-Trainer Sören Jeppesen (Foto) haben sich vorzeitig getrennt. Bereits nach dem Spiel gegen SVG Celle kam es zu einem persönlichen Gespräch zwischen dem 38-jährigen Dänen und dem sportlichen Leiter, Frank Barthel, in dem unterschiedliche Meinungen zum Saisonabschluss zur Sprache kamen. Barthel wollte den Druck von der Mannschaft nehmen und Jeppesen gerne bis zum Schluss in seiner gewohnt professionellen Art durchziehen. Samstag nun die einvernehmliche Übereinkunft, einen sofortigen Urlaub des Trainers zu bevorzugen.

"Wir gehen nicht im Bösen auseinander und können uns weiterhin in die Augen schauen", sagte Jeppesen am Sonntag zu HL-Sports. Er bestätigte, dass in der Mannschaft die Luft raus sei, er aber gerne bis zum Ende der Saison professionell weitergemacht hätte. "Mit sieben Feldspielerinnen und drei Torhüterinnen war ein normales Training für eine Zweitliga-Mannschaft in der letzten Zeit nicht mehr wirklich möglich. Es besteht für mich ein Unterschied zwischen Leistungssport und Freizeithandball", fügte der Trainer hinzu, der erst vor der Saison aus Bad Wildungen an die Ostsee kam und das Experiment selbstbewusst anging.

Ohne die verletzten Jenny Stapelfeldt, Carina Aselmeyer, Hannah Gahl, Svenja Glas und zuletzt Laura Riehl, war das Team nicht zweitligatauglich. "Es war von Anfang schwer, mit dem Team in der Bundesliga zu bestehen. Das Team und ich haben das Beste rausgeholt, was möglich war", attestierte Jeppesen seinen Spielerinnen und sich selbst.

Auch Barthel unterstrich am Sonntagnachmittag nochmal die ausgezeichnete Arbeit des dänischen Chef-Coach und sagte zu HL-Sport: "Ich bin Sören sehr dankbar für die gute Arbeit, die er geleistet hat. Dass er als gestandener Profi-Trainer überhaupt nach Travemünde gekommen ist und mit einer Mannschaft mit Drittliga-Niveau gearbeitet hat, muss man ihm sehr hoch anrechnen. Er hat die Mädchen und uns auf jeden Fall weitergebracht."

Die Verlängerung des bis zum Sommer laufenden Vertrages, war indes schon seit Verkünden der finanziellen Notlage bei den Raubmöwen nicht mehr möglich. Es fehlt dem TSV Travemünde das Geld, einen hauptamtlichen Trainer zu beschäftigen. Vom Hauptverein war signalisiert worden, dass man die Handball-Frauen finanziell nicht mehr in dem Maße unterstützen kann, wie bisher (HL-Sports berichtete). Darum auch der nicht nur sportliche Abstieg, sondern auch die geplante finanzielle Ausrichtung der Raubmöwen.

Barthel und sein Team arbeiten momentan an einer GmbH nach dem Schwartauer Vorbild. "Wir brauchen dringend finanzielle Unterstützung aus der Wirtschaft, um hochklassigen Frauen-Handball in der Region anbieten zu können", gab Barthel erneut gegenüber HL-Sports zu verstehen. 60.000 Euro beträgt der Etat für die 3. Liga und dazu fehlen noch 25.000 Euro.
Sollte man diese Spielbetriebs-GmbH bis Mitte April nicht auf den Weg bringen, wird es einen Niedergang in die Oberliga Hamburg/ Schleswig-Holstein geben.

Eine bittere Sache für den gesamten Handballsport in der Region, haben doch die Jugendnationalspielerin Laura Riehl, Torhüterin Katrin Strauß, Leonie Wulf und Carina Aselmeyer ihre Zusage für die 3. Liga gegeben. Sie bilden jetzt schon den Stamm der Bundesliga-Mannschaft und würden eine sehr gute Grundlage für ein solides Team nach dem Neuanfang bilden.
Ob die Zusagen allerdings in der Oberliga noch bestehen, ist fraglich und die Region würde eventuell weitere hoffnungsvolle Talente verlieren, wie es in anderen Sportarten und Vereinen der Fall war.
"Ich bleibe und ich glaube fest daran dass wir es schaffen", sagte Riehl am Sonntag zu HL-Sports. Traurig über den vorzeitigen Abschied ihres Trainers, ist die 18-jährige gewisser Weise aber auch.

Der scheidende Jeppesen ist ebenfalls nach wie vor davon überzeugt, dass Spitzenhandball an der Ostsee weiterhin möglich ist und wünschte dem Verein sowie den Spielerinnen viel Erfolg für die Zukunft. Um seine persönliche Zukunft als hauptamtlicher Trainer macht er sich keine Sorgen.

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