Hamburg – Es war eine Szene, wie sie schon tausendfach praktiziert wurde. Das Training ist beendet, einige Spieler sind schon in der Kabine und andere helfen noch beim Abbau des Platzes mit. Die C-Jugend von Dersimspor trainierte am Freitagabend auf dem Sportplatz Baererstraße in Hamburg-Harburg und der siebenjährige „Effi“ schaute bei seinem großen Bruder noch mit zu, wo die „Großen“ auf ein umgekipptes Tor spielten (das macht man ab und zu so, wenn man ohne Torhüter spielt um das Ziel zu verkleinern). Nach dem Training sollte das Tor wieder aufgestellt werden, doch „Effi“ bolzte noch ein bisschen rum und lief nach einigen Aussagen unachtsam gegen das Tor. Andere Zeugen sagten aus, dass das 100-Kilo-Tor beim Aufrichten wieder umkippte und dem kleinen Stürmer genau auf den Kopf fiel. Der herbeigerufene Notarzt kämpfte um das Leben von Kornlan-Effrahim F., der nur „Effi“ genannt wurde und versetzte ihn mit einem schweren Schädelbruch in ein künstliches Koma nachdem sie ihn reanimiert hatten. Im Krankenhaus verstarb der Junge dann noch am Abend und ganz Hamburg ist in tiefer Trauer. Die Polizei ermittelt und wollte sich nicht weiter zu dem tragischen Unglück äußern.

Nun muss die rechtliche Situation geklärt werden. Hat der Trainer seine Aufsichtspflicht verletzt? Wobei man auch hier sagen muss, dass ein Trainer auch nicht überall sein kann. Die Ermittlungen werden es zeigen.

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Auch in Lübeck und überall anders wird so nach dem Training Verfahren. Hier handelt es sich leider um ein tragisches Unglück, dass passiert ist. Vielleicht ist es ratsam, hier dieses Thema anzusprechen um alle Aktiven zu sensibilisieren.

Boris Hoffmann, Schiedsrichter im Kreis Lübeck sagte zu HL-Sports: „Das ist sehr schrecklich und mein Mitgefühl gilt allen Angehörigen und denjenigen, die das alles miterleben mussten. Die Schiedsrichter jedenfalls sind angewiesen, auf verankerte Tore zu achten und spielende Kinder am Spielfeldrandrand entfernen zu lassen. Wichtig ist mir der Hinweis, dass es zum Schutz der Kinder gemacht wird, sondern nicht um sich da aufzuspielen. Aber nicht nur die Schiedsrichter sind gefordert. auch alle Vereinsvertreter die so eine Situation wahrnehmen und erkennen werden gebeten, entsprechend zu handeln.“

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