Aigle/Schweiz – Mit dem Gewinn von vier Goldmedaillen ist Lea Sophie Friedrich (Foto) vom RST Dassow als erfolgreichste Teilnehmerin der Radsport-Bahnweltmeisterschaften der Junioren zurückgekehrt. In fünf Tagen – vom 15. bis 20. August – bestätigte sie einmal mehr ihr Ausnahmetalent. Nach dem Gewinn von zwei Silber- und einer Bronzemedaille bei der WM 2017 für den Bund Deutscher Radfahrer war sie in Aigle als Favoritin im Kurzzeitbereich an den Start gegangen.

Erich Eichberg, Vereinsvorsitzender des RST Dassow, der von 2013 bis 2017 Lea Sophie Friedrich trainierte, hat für HL-SPORTS die Gold-Tage von Aigle zusammengefasst:

„Die WM begann am Mittwoch für die weibliche U19 mit dem Teamsprint. Lea Sophie Friedrich konnte mit ihren Partnerinnen, Emma Götz aus Erfurt und Alessa Pröpster aus Kaiserslautern, beide Vorläufe souverän beherrschen und sich auch im Endlauf mit drei Zehntelsekunden Vorsprung gegen die starken Chinesinnen durchsetzen.

Am zweiten Tag stand für die Juniorinnen der Sprint auf dem Programm. Lea Sophie Friedrich blieb mit einer Zeit von 10,969 Sekunden über die 200 m fliegend in der Sprintqualifikation als einzige unter 11,00 Sekunden. Lea konnte alle Sprintläufe sicher für sich entscheiden und ließ im Finale der Chinesin HU Liafang in zwei Gewinnläufen keine Chance und konnte so ihren zweiten Weltmeistertitel gewinnen.

Am Sonnabend stand das 500-m-Zeitfahren auf dem Programm. Schon in der Qualifikation schockte die schnelle Dassowerin die Konkurrenz, sie fuhr mit 33,922 Sekunden einen neuen Weltrekord. Im Finallauf konnte Lea Sophie ebenfalls sicher die beste Zeit fahren und die Russin Iana Tyshenko mit sechs Zehntelsekunden Vorsprung sicher auf Platz zwei verweisen.

Am letzten Tag stand für die U19-Teilnehmerinnen das Keirin-Rennen auf dem Programm. Im entscheidenden Finale demonstrierte Lea Sophie nochmal ihre Überlegenheit und distanzierte ihre Gegner um fast 10 m. Platz zwei belegte die Polin Nikola Sibiak, die zwei Runden vor dem Ziel das Feld der sechs Finalteilnehmerinnen mit einem Vorstoß überraschte, aber zum Schluss von der schnellen Dassowerin noch sicher überspurtet wurde. Platz drei ging an die Russin Iana Tyshenko.

Mit dem Gewinn von vier Goldmedaillen war Lea Sophie Friedrich die erfolgreichste Teilnehmerin der Juniorenweltmeisterschaft 2018. Sie wird auch ab dem kommenden Jahr, wenn sie in die Frauenklasse wechselt, bei der Vergabe der Startplätze bei den Weltmeisterschaften und bei Olympia 2020, ein Wörtchen mitzureden haben.“

Soweit der Bericht von Erich Eichberg.

Lea Sophie Friedrich absolviert eine Ausbildung bei der Bundespolizei in Kienbaum und ist durch die Zugehörigkeit zur Sportfördergruppe der Bundespolizei ein Großteil des Jahres für das Training freigestellt. Sie trainiert seit 2013 am Bundesstützpunkt in Schwerin. Von 2013 bis 2017 – wie vorab erwähnt – hat Erich Eichberg sie trainiert, ab 2018 ist sie in der Trainingsgruppe von Ronald Grimm. Da Erich Eichberg als Landestrainer am Leistungszentrum in Schwerin arbeitet und Vereinsvorsitzender des RST Dassow ist, wird Lea Sophie Friedrich teilweise immer noch von ihm mit betreut.