Acht Wochen Hitze, Härte und Hoffnung: Luka Gaćanović bereitet sein Comeback in Thailand vor

Trainingslager in der Sonne

Luka Gaćanović in der Offensive. Foto: Copyright: Nils Glieden Fotografie, Instagram: @fotografie_nilsg/oH

Lübeck – Während in Norddeutschland der Frühling ganz langsam Fahrt aufnimmt, beginnt für Luka Gaćanović eine Phase, die weniger mit Erholung als mit Verzicht zu tun hat. Keine Strände, keine Ausflüge, kein klassischer Urlaub. Stattdessen: frühes Aufstehen, schweißtreibende Einheiten, harte Sparrings. Der 23-jährige Kickboxer vom Combat Sports Lübeck bricht Mitte Februar zu einem achtwöchigen Trainingslager nach Thailand auf – mit einem klaren Ziel vor Augen: Am 9. Mai bei den Storm Fighting Championships Volume 2 in der Lübecker Hansehalle seinen dritten Kampf zu bestreiten. Und seinen dritten Sieg einzufahren.

Training dort, wo Kickboxen zu Hause ist

Thailand gilt seit Jahrzehnten als Sehnsuchtsort für K1- und Muay-Thai-Kämpfer aus aller Welt. In einfachen Gyms, oft ohne Klimaanlage, treffen dort Technik, Tradition und kompromisslose Trainingsmentalität aufeinander. Für ambitionierte Athleten ist das Land kein Urlaubsziel, sondern ein Ort der Weiterentwicklung. Gaćanović gehört zu jener wachsenden Gruppe von Kämpfern, die ihren Jahresurlaub bewusst für ein Trainingslager nutzen. „Für mich war schnell klar, dass ich diese Chance ergreifen will“, sagt er. „Nach meiner langen Verletzungspause möchte ich mich optimal auf mein Comeback vorbereiten. Ich will in Lübeck hundertprozentig fit sein.“ Der Tagesablauf in Thailand ist streng getaktet: häufig beginnt das Training bereits um sechs Uhr morgens, eine zweite Einheit folgt am Nachmittag. Technik, Ausdauer, Sparring – oft bei tropischen Temperaturen. „Kickboxen ist für mich mehr als nur ein Hobby“, sagt Gaćanović. „Da nehme ich es gerne in Kauf, im Urlaub früh aufzustehen und an meine Grenzen zu gehen.“

Ein perfekter Start – dann der abrupte Stopp

Sportlich hätte der Einstieg in seine Karriere kaum besser verlaufen können. Bei der Premiere der Storm Fighting Championships Newcomer im September 2024 gab Gaćanović ein eindrucksvolles Debüt und gewann seinen ersten Kampf durch technischen K.o. Im Dezember folgte der zweite Sieg – erneut souverän. „Nach diesem Start war klar, dass Luka auch 2025 auch in der Hansehalle kämpfen sollte“, sagt sein Trainer Andreas Wiechmann. „Er ist eines unserer vielversprechendsten Talente: fleißig, diszipliniert und technisch sehr sauber.“ Doch dann kam ein Jahr, das den jungen Kämpfer ausbremste. Mehrere Verletzungen machten weitere Kämpfe unmöglich. Statt Wettkampf folgten Reha, Geduld und der Versuch, den Blick nach vorne zu richten. „Das war natürlich frustrierend“, sagt Gaćanović rückblickend. „Aber das, was war, kann ich nicht mehr ändern. Ich konzentriere mich auf das, was kommt.“

Foto: Copyright: Nils Glieden Fotografie, Instagram: @fotografie_nilsg/oH

Der nächste Schritt auf der Karriereleiter

Ein Sieg bei Storm FC Volume 2 hätte für Gaćanović weitreichende Bedeutung. Neben dem Ausbau seines Kampfrekords würde er damit in die nächste Leistungsklasse aufsteigen – ein wichtiger Schritt für jeden ambitionierten Kickboxer.

„Er bringt alles mit, was es dafür braucht“, sagt Wiechmann. „Jetzt geht es darum, wieder in den Rhythmus zu kommen und die Leistung im Ring abzurufen.“ Dass Gaćanović dafür einen Teil seiner Vorbereitung nach Thailand verlegt, ist kein Zufall. „Du lernst dort Demut“, sagt der 23-Jährige. „Du bist in einem einfachen Gym, trainierst mit Kämpfern aus der ganzen Welt – und merkst sehr schnell, woran du noch arbeiten musst.“

Lübeck gegen Kiel – ein Duell mit Vorgeschichte

Der Gegner am 9. Mai kommt aus Kiel. Philipp Westphal von der Aquinos Fight Academy stand bereits 2025 bei Storm FC Volume 1 im Ring – damals gegen einen weiteren Kämpfer des Combat Sports Lübeck. Ein Cut am Auge führte zum Kampfabbruch, der Sieg ging nach Lübeck. „Entsprechend wird er hoch motiviert sein“, sagt Wiechmann. „Das ist sportlich eine brisante Paarung.“ Auch Gaćanović spürt die Bedeutung dieses Duells. „Lübeck gegen Kiel ist immer etwas Besonderes“, sagt er. „Das treibt mich zusätzlich an. Ich werde alles dafür tun, dass das Combat Sports und die Stadt Lübeck auch diesmal die Oberhand behält.“

Ein Heimspiel – egal wo

Was Gaćanović bei jedem Kampf begleitet, ist sein lautstarker Anhang. Selbst bei Auswärtskämpfen reisen regelmäßig 50 Personen und mehr mit – Freunde, Familie, Trainingspartner. Auch sein jüngerer Bruder, seines Zeichens ebenfalls Kämpfer des Combat Sports Lübeck, gehört dazu. „Bei vielen kleineren Veranstaltungen sind vielleicht 200 Zuschauer in der Halle“, erklärt Wiechmann. „Wenn ein Kämpfer davon ein Viertel selbst mitbringt, ist das ein enormer Faktor.“ Gaćanović weiß diese Unterstützung zu schätzen. „Du bist im Kampf zwar im Tunnel“, sagt er. „Aber du spürst den Support. Das gibt dir ein gutes Gefühl – und manchmal den entscheidenden Extraschub.“ In der Hansehalle, wo die Lübecker Kämpfer traditionell lautstark unterstützt werden, dürfte es mit Gaćanovićs Fanbase noch einmal besonders laut werden.

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Blick nach vorn

Für Gaćanović ist der 9. Mai mehr als nur ein weiterer Kampftermin. Es ist das Ende einer langen Pause – und der Beginn eines neuen Kapitels. Acht Wochen Thailand sollen dafür das Fundament legen. „Ich will zeigen, dass ich zurück bin“, sagt er. „Nicht mit großen Worten – sondern im Ring.“ Tickets erhältlich Tickets für die Storm Fighting Championships Volume 2 sind ab 25 Euro erhältlich unter www.stormfc.de.

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  • Luka Gaćanović Punch: Copyright: Nils Glieden Fotografie, Instagram: @fotografie_nilsg
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