
Lübeck – Mentale Stärke ist trainierbar – davon ist Lennart Kempke überzeugt. Der Mentalcoach arbeitet im Rahmen des Projekts der gemeinnützigen Sparkassenstiftung zu Lübeck eng mit der Trainerbank zusammen und begleitet dort Trainerinnen und Trainer in ihrer Entwicklung. Sein Ansatz: Persönlichkeit, Führung und Leistung ganzheitlich denken – und mentale Fähigkeiten genauso ernst nehmen wie Technik oder Taktik.
Elementarer Bestandteil der Persönlichkeitsentwicklung
„Bei mir war das ein Ergebnis der persönlichen und beruflichen Reise bis hierhin“, beschreibt Kempke seinen Weg. Früh habe er selbst erlebt, „wie sehr mentale Faktoren über Leistung, Entwicklung und Gesundheit entscheiden – nicht nur bei Athleten und Trainern, sondern in allen Lebensbereichen“. Nach einer umfangreichen Business-Coach-Ausbildung und jahrelanger Arbeit mit Unternehmen folgte aus der Leidenschaft zum Sport heraus die Spezialisierung: „Für mich gehört Mentalcoaching untrennbar zur Persönlichkeitsentwicklung.“
Innere Haltung als Faktor
Was Mental-Coaching ausmacht, fasst er klar zusammen: „Mentales Training heißt für mich: mentale Fähigkeiten genauso systematisch zu trainieren wie körperliche, technische oder taktische. Dazu gehören Fokus, Selbstvertrauen, Emotionsregulation, Entscheidungsstärke und innere Haltung.“ Im Zentrum stehe die Selbstwahrnehmung: „Gedanken, Emotionen, innere Bilder – all das steuert Verhalten, Entscheidungen und Auftreten.“
Klarer Plan, wissenschaftlich fundiert
Warum gerade der Sport dafür prädestiniert ist, erklärt Kempke ebenfalls deutlich: „Sport ist ein ideales Lernfeld für mentale Stärke und auch Führung. Nirgendwo sonst werden Druck, Emotionen, Erwartungen und Bewertungen so verdichtet erlebt wie im Wettkampf.“ Gleichzeitig sieht er Nachholbedarf: „Viele Athleten – und auch viele Trainer – trainieren permanent Technik und Taktik, aber kaum ihre innere Haltung. Dabei entscheidet genau die darüber, ob Potenzial wirklich auf den Platz kommt.“ Der Glaube, mentale Stärke sei Talent, sei längst überholt: „Das ist wissenschaftlich widerlegt. Es lohnt sich immer, planvoll an Resilienz und einem förderlichen Mindset zu arbeiten.“
Umfassendes Training
Seine Arbeit ist bewusst individuell angelegt. „Meine Trainings und Coachings sind eine Mischung aus Gespräch, Reflexion und konkreten mentalen Übungen – oft auch praktisch und am besten integriert in die jeweilige Sportart.“ Kempke arbeitet unter anderem mit „Visualisierung, Atemtechniken, Aufmerksamkeitssteuerung und mentalen Ritualen für Wettkämpfe“ – und ergänzt schmunzelnd: „Das Konzentrationstraining auf dem Balance Board darf natürlich auch nicht fehlen.“
Trainerbank? „Herzensprojekt“
Die Zusammenarbeit mit der Trainerbank beschreibt er als Herzensprojekt: „Die Trainerbank und die Gemeinnützige Sparkassenstiftung zu Lübeck leisten einen enorm wichtigen Beitrag für die Entwicklung von Trainern im Sport in der Region und für die Stärkung des Ehrenamts.“ Was ihn besonders überzeugt habe: „Was Martina Wagner, Frank Schumacher und Hanno Teßmer da an Leidenschaft in dieses Thema stecken, hat mich direkt abgeholt.“ In der Praxis unterstützt er Trainer gezielt „bei mentaler Stärke, Stressbewältigung, Führungsrolle, Kommunikation oder Selbstvertrauen – also genau die Fähigkeiten, die heute über gute oder überforderte Trainer entscheiden.“
Stolzer Coach
Die Effekte seiner Arbeit sieht Kempke täglich: „Ich erlebe oft, dass Athleten selbstsicherer und klarer werden“, etwa wenn Spieler nach Fehlern stabil bleiben oder die Freude am Sport zurückkehrt. Ähnlich bei Trainern: „mehr innere Klarheit, mehr Sicherheit in Entscheidungen und eine spürbar wirksamere Führung und Kommunikation.“ Am meisten bedeute ihm jedoch der langfristige Transfer: „Wenn gerade junge Sportler verstehen, dass sie diese Dinge zwar im Kontext Sport lernen, es aber ihr Mindset und ihre Fähigkeiten in allen Lebensbereichen stärkt – dann macht es mich ein wenig stolz.“
Bildquellen
- Lennart Kempke bei der Arbeit: Bastian Horn/oH
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