Wie können wir mit Schmerzen umgehen?

Physio Power Lübeck als Ratgeber

Schmerz im Sport, wer kennt das nicht. Foto: Lobeca/Roberto Seidel

Hinlegen, ausruhen und warten – bis die Beschwerden vorbei gehen. Nein, diese Gedanken sind falsch, wenn wir uns verletzt haben. Der Umgang mit dem Schmerz sollte nach anderen Regeln laufen. Klar, wir wollen schnell wieder fit werden, doch zuerst steht die Diagnose: Welche Beschwerden plagen uns? Woher kommt die Verletzung? Und dann erst gilt es, die Strategie zu finden: Wie besiege ich den Schmerz?

Habe ich mich beim Sport verletzt, muss ich zwangsläufig pausieren – und am besten einen Arzt aufsuchen. Habe ich keine erkennbare Verletzung, sondern Beschwerden, die nicht ohne weiteres erklärbar sind, ist die Kommunikation mit einem Arzt unabdingbar.

Wenn nun der Schmerz uns auch noch so quält, gilt es, ihn objektiv einzuschätzen. Als Referenz, wie problematisch der Schmerz ist, lässt sich ganz gut ein Ampel-Modell verwenden. Zunächst beurteile ich meine Beschwerden auf einer Skala von 1 bis 10. Schätze ich meine Beschwerden zwischen 1 und 3 ein, steht die Ampel auf Grün – und ich kann recht sicher sein, dass ich im schmerzhaften Bereich keinen Gewebeschaden habe.

Beurteile ich meine Beschwerden zwischen 4 bis 7, steht die Ampel auf Gelb. Dabei gibt es in der Regel keine Gewebeschädigungen, aber Verletzung und Schmerzen sollten besonders aufmerksam beobachtet werden. Beurteile ich meine Beschwerden dagegen zwischen 8 und 10, ja, dann sollte ich mit einem Spezialisten und Arzt die weitere Behandlung besprechen.

Allerdings gilt auch für jene, die ihre Beschwerden zwischen 1 und7 einschätzen, und schon lange – mindestens drei Monate – leiden, dass eine Behandlung beim Spezialisten ratsam ist.

Angemessene Bewegung ist immer positiv

Grundsätzlich gilt jedoch, dass Bewegung etwas Positives ist. Umfang und Intensität aber sollten angepasst sein.

Probieren Sie etwas aus: Als einfachste Möglichkeit bieten sich Isometrische Spannungen an, dabei bauen wir Spannung in der Muskulatur auf, ohne dass eine Bewegung stattfindet. So kann man mit dem Arm an die Wand drücken oder auch mit der Hand gegen die eigene Stirn, ohne dass sich der Kopf bewegt. Dabei kann man steuern, wie stark und wie lange man drücken kann.

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Professionelles Schmerzmanagement

Die Idee, die im Schmerzmanagement verfolgt wird, ist, dass wir ein Missverhältnis von Belastung und Belastungsfähigkeit haben. Durch allgemeine körperliche Aktivität und auch spezifische Belastungen können wir die Belastungsfähigkeit erhöhen und damit die Beschwerden reduzieren.

Die Ausgangsposition zur ersten Übung sollte kurz vor dem schmerzhaften Bereich liegen. Aus dieser Stellung erzeugen wir eine isometrische Spannung.

Langsam versuchen wir dann, die Spannung in der Ausgangsposition zu erhöhen und spüren dabei, wie sich der Schmerz oder die Beschwerden verändern. Sollten die Beschwerden schwächer werden, sollte eine Übungsserie gestaltet werden. Halten Sie die Spannung zum Beispiel sechsmal zehn Sekunden lang – mit einer Pause von jeweils zehn Sekunden.

Heilung ist ein Prozess

Kommt es kurzzeitig zu einer Verschlechterung, sollte Sie das nicht beunruhigen: Leichte Bewegungen im schmerzfreien Bereich können die Symptome schnell lindern. Die Übungssequenz sollten Sie nun zwei- bis dreimal täglich ausführen, um eine Anpassung im Gewebe zu erzeugen und auch selbst das Gefühl zu entwickeln, dass Sie positiv mit der Situation umgehen können. Weil Sie selbst etwas tun können.

Außerdem sollten Sie probieren, ihre allgemeine körperliche Aktivität hochzuhalten. Versuchen Sie, sich viel zu bewegen und aktiv zu bleiben.

Sollten sich die Beschwerden allerdings verschlechtern, ist das weitere Vorgehen mit einem Arzt zu besprechen.

Weitere Infos gibt es hier.

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