Hamburg – Mit einem 3:1-Sieg (20:25, 25:23, 25:17, 27:25) am vergangenen Samstag beendete der VSG Lübeck die acht Spiele anhaltende Niederlagenserie der Regionalliga beim Niendorfer TSV.

Verletzungs- und krankheitsbedingt fehlten bei den Gästen beide nominellen Zuspieler Jürgen Witte, Merten Hannemann und Mittelblocker Steffen Garbers. Zudem war Sebastian Nock aufgrund beruflicher Verpflichtungen gebunden und drückte der Mannschaft nur aus der Hauptstadt gedanklich die Daumen.

Nichtsdestotrotz reiste Trainer Thomas Kranz mit zehn Lübeckern zum Auswärtsspiel in Hamburg-Niendorf an, da Finn Degner und Finn Swonke aus der zweiten Herrenmannschaft der VSG LT/TGR Lübeck das Team bereicherten und sich nahtlos in das Mannschaftsgefüge integrierten. Infolgedessen gab es für den VSG-Coach vielerlei Möglichkeiten, um die Pleitenserie der vergangenen Wochen endlich zu beenden. Er entschied sich, dem gelernten Zuspieler und nunmehr Universalspieler Malte Nagursky das Vertrauen im Passspiel zu schenken, was sich als taktischer Glücksgriff erwies.
Weiterhin kam Michael Marek zu seinem ersten Auswärtsspieleinsatz und glänzte als Libero, indem er die Annahme stabilisierte und mit mehreren Rettungsaktionen im Hinterfeld sein Können zeigte.

Im ersten Satz merkte man beiden Mannschaften die Verunsicherung der vergangenen Wochen an und es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit vielen Fehlern auf beiden Seiten. Dessen ungeachtet waren beide Annahmeleistungen stabil und Zuspieler Nagursky schöpfte aus seinem reichen Repertoire an Passspieloptionen. Es gelang es den VSG-Angreifern nicht dauerhaft diesen Vorteil entscheidend zu nutzen, was sich aber im Laufe des Spiels deutlich verbesserte.
Mit allerhand unnötigen Fehlern gelang es den Trave-Männern nicht den ausgeglichenen ersten Satz für sich zu entscheiden und wurde daher folgerichtig mit 20:25 verloren.

Mit deutlichen Worten von Kranz in der dreiminütigen Satzpause nahmen sich die VSGler einiges für den zweiten Satz vor und wollten den Worten auch Taten folgen lassen. Das gelang dem stark aufspielenden Außenangreifer Till Antrack am besten, der seine bisher beste Saisonleistung zeigte. Immer wieder wurde er von Nagursky glänzend in Szene gesetzt, was nicht zuletzt am ebenfalls grandios agierenden Mittelblocker Degner lag, der durch seine platzierten und variantenreichen Angriffe den gegnerischen Mittelblocker aktiv band und somit seine Regionalligaligatauglichkeit unter Beweis stellte. Der zweite Satz war trotz allem hart umkämpft, da vor allem der Diagonalangreifer des Niendorfer TSV einen sehr guten Tag erwischten und den Doppelblock der Trave-Städter das eine oder andere Mal überwand. Am Ende des Satzes setzen sich die VSG durch und gewann den Satz verdient mit 25:23.

Nach dem Satzgewinn spürte man die Euphorie im Team deutlich und die Eigenfehlerquote sank auf ein Minimum. Zudem stieg auch das Niveau in der Angriffsqualität aller Spieler deutlich. Aus diesem Grund variierte der Zuspieler nach Belieben im Angriff, da die Annahmespieler ihn mit guten Bällen versorgten und Nagursky sich zu gegebener Zeit selbst in den Angriff mit einschaltete, indem er immer wieder den zweiten Ball direkt im gegnerischen Feld unterbrachte. Auch die Kurve des VSG-Blocks zeigte spürbar nach oben. Alles in Allem eine geschlossene Teamleistung, an dessen Satzende ein annehmbares 25:17 stand.

Auch im letzten Satz schien sich diese aufsteigende Form weiter fortzusetzen, was den Kulttrainer des NTSV, Viacheslav Ivantsov, an den Rand der Verzweiflung zu bringen schien, jedoch besann sich das Heimteam des Niendorfer TSV nach einem Timeout noch einmal und ging im vierten Satz in der Crunchtime in Führung, da die Lübecker wieder wackelten und verunsichert wirkten. Beim Satzball des NTSV (24:22) schlug der nervenstarke Rene Kriesen einen seiner gefürchteten Flatteraufschläge über das Netz, der zwischen zwei Annahmespielern zu Boden fiel. Den Folgepunkt zum Stand von 24:24 versenkte Degner im gegnerischen Feld. Den ersten Matchball wehrte der Niendorfer TSV noch ab, jedoch scheiterten sie danach am Block der VSG und der vierte Satz endete umkämpft und mit glücklicheren Ende für die Gäste mit 27:25.

Damit übergaben die VSG-Männer die imaginäre Rote Laterne an den NTSV und wollen die positive Stimmung mit in das nächste Heimspiel gegen die zweite Mannschaft des Eimsbüttler TV nehmen und weitere Punkte gegen den Abstieg sammeln. Es gilt daher dem Lübecker Publikum die geschlossene Mannschaftsleistung des dritten Satzes zu präsentieren und auch selbst wieder an den Klassenerhalt zu glauben. Darüber hinaus sollte erwähnt werden, dass Zuspieler Swonke erstmalig Regionalligaluft schnupperte und mit Degner eine Investition in die Lübecker Volleyballzukunft darstellen.

Für die VSG spielten: Till Antrack,Finn Degner, Rene Kriesen, Michael Marek, Axel Martens, Malte Nagursky, Jari Pottharst, Andreas Puls, Christian Schiemenz, Finn Swonke. Coach: Thomas Kranz

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