Lübeck – Das Schicksal der ersten Herrenmannschaft der VSG Lübeck ist nun besiegelt. Nach nur einem Jahr in der Regionalliga Nord steigt das Team direkt wieder in die Verbandsliga ab. In den beiden letzten Spielen gegen die HSG Universität Greifswald (11.3. auswärts) und den Kieler TV (letztes Heimspiel am 17.3.) können die Mannen um Coach Thomas Kranz sowohl im Abstiegskampf, als auch in der Meisterschaft das Zünglein an der Waage sein. Es gilt sich gebührend aus der Liga zu verabschieden und sich für die Zukunft neu aufzustellen.                                                    

Das vergangene Saisonspiel gegen den 1. VC Norderstedt verloren die VSGler erwartungsgemäß mit 0:3 (18:25, 15:25, 22:25). Lediglich im dritten Satz waren die Hansestädter zeitweilig auf Augenhöhe mit den sehr gut aufspielenden Norderstedtern. Besonders Zuspieler Sebastian Meiser und Diagonalangreifer Justus Kreyenberg fielen durch ihre persönliche Variantenvielfalt auf und ließen die vielen Zuschauer in der Thomas-Mann-Halle anerkennend Beifall klatschen. Nichtsdestotrotz ließen auch die Trave-Männer das ein oder andere Mal ihr wahres Können aufblitzen. Leider konnten sie nicht an die geschlossene Mannschaftsleistung der vorherigen Spiele anknüpfen, jedoch war der 1. VC Norderstedt ein deutlich anderes Kaliber als die „Mett-Igel“ aus Kiel.

Co-Trainer Axel Martens musste seine B-Lizenz wieder einmal aktivieren, weil der etatmäßige Trainer Kranz immer noch an einer Virusinfektion laborierte. Verletzungs-, urlaubs- und krankheitsbedingt mussten die Lübecker auf Jürgen Witte, Malte Nagursky und Sebastian Nock verzichten. Spielertrainer Martens konzentrierte sich ausschließlich auf das Coachen, um die notwendige Inputs von der Seitenlinie aus zu geben. Somit erhielt der junge Zuspieler Merten Hannemann das Vertrauen des Trainers und gab das auch würdevoll zurück.

Bis zur Mitte des ersten Satzes war kein deutlicher Klassenunterschied zwischen beiden Teams auszumachen, da auch die Norderstedter in der Annahme Defizite aufzeigten, jedoch stabilisierte sich diese durch die Einwechselung von Kersten Fock, der für Jannik Krüger beim Stand von 16:15 aus Norderstedter Sicht aufs Paket kam. Auch die Aufgaben der Gastgeber stellten die Norderstedter danach nicht mehr vor größere Herausforderungen und so zeigten die Rand-Hamburger deutlich, warum sie zurecht zumindest die Vizemeisterschaft feiern können. Überdies setzten sie sich ab und selbst die Auszeiten von Martens beim Stand von 15:19 und 17:22 sollten den Matchplan von VCN-Trainer Frank Koch nicht ins Straucheln bringen, dennoch gewannen die Gäste souverän mit 25:18.  

Der zweite Satz sollte die Moral der Hausherren komplett brechen, dementsprechend verschärften die Norderstedter das Tempo im Angriff und Zuspiel und die Mittlerblocker der VSG Lübeck, Steffen Garbers und Birger Pommerenke, waren froh, dass sie im Hinterfeld auf ihren Libero Michael Marek zählen konnten. Auf VSG-Seite versuchten Andreas Puls und Christian Schiemenz das Blatt zu wenden, aber die Gegner waren an diesem Tag einfach übermächtig. Man Verhinderte zumindest ein Debakel, nichtsdestoweniger verloren die Lübecker mit 15:25 deutlich.  

Im dritten Satz hielt Trainer Martens an seiner Aufstellung zum Ende des vorherigen Satzes fest und hier zeigte sich, dass die VSG Lübeck immerhin bis zur Mitte des Satzes gut mithielt und damit ihre Regionalligatauglichkeit unter Beweis stellte. Ein Satz im Volleyball dauert  mindestens bis zum 25. Punkt und eine starke Aufschlagsserie von Timo Gewecke zwang Trainer Martens beim Stand von 14:18 deutliche Worte in der bereits zweiten Auszeit an das Team zu richten, die Wirkung zeigte. Danach entwickelte sich in der Crunchtime des dritten Satzes ein hart umkämpftes Spiel, das sich mit beiden Teams als schlussendlicher Sieger hätte begnügen können. Schließlich waren es die Norderstedter, die mit viel Angriffsdruck am Ende auf der Siegerstraße mit 22:25 landeten.  

Nunmehr geht es in den folgenden Spielen der VSG Lübeck um einen würdevollen Abschied aus der Regionalliga Nord. Schlussendlich bleibt das positive Gefühl, in keinem Spiel völlig chancenlos gewesen zu sein. Die Zukunft wird zeigen, wo die Reise für die Volleyballer der VSG Lübeck hingeht und inwiefern eine Neuausrichtung für die kommende Saison zielführend sein wird. Der Volleyball in Lübeck erlebte in der vorausgegangenen Saison eine Sternstunde, doch konnte man dieses Gefühl nicht in die Regionalliga Nord übernehmen und es gilt nunmehr neue Prioritäten festzulegen, aber die ersten Herren der VSG Lübeck sind zuversichtlich, dass in der nächsten Saison sehenswerter Volleyball in der Hansestadt eine volleyballtechnische Heimat finden wird.  

Für die VSG spielten: Till Antrack, Steffen Garbers, Merten Hannemann, Michael Marek, Axel Martens, Birger Pommerenke, Jari Pottharst, Andreas Puls und Christian Schiemenz.  

Coach: Axel Martens

Anzeige
FB Datentechnik