Fünf Spiele, fünf Siege, Tabellenführer, ein Titel: Das steht für Rekordmeister SSC Palmberg Schwerin nach dem ersten Monat der aktuellen Volleyballsaison – gestartet am 27. September mit dem Supercup – bereits auf dem Papier. Für SSC-Chefcoach Felix Koslowski zählen andere Fakten momentan allerdings noch mehr als diese Erfolge.

Felix Koslowski, ein erster Spielmonat ist eigentlich noch kein riesiger Meilenstein in einer Saison. In diesem Jahr fühlt es sich aber schon so an. Wie fällt Ihr erstes – sportliches – Fazit aus?

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Sehr zufrieden. Wir sind deutlich besser gestartet als gedacht. Natürlich haben wir noch Ecken und Kanten. Uns fehlt mit dieser neuen Mannschaft, mit neuen Spielerinnen, die in Schlüsselpositionen hineinwachsen müssen, mit jungen Spielerinnen, die erstmals in diesem Umfang Verantwortung auf dem Feld bekommen, noch die Konstanz und Erfahrung. Damit, uns zu stabilisieren, werden wir auch im weiteren Verlauf der Saison noch zu tun haben. Aber die Mannschaft hat schon gezeigt, dass sie auf einem sehr guten Niveau spielen kann. Wir haben bisher alle Spiele gewonnen, auch bei großen Mannschaften, sind Tabellenführer, haben mit dem Supercup schon den ersten Titel der Saison geholt. Das ist doch eine sehr gute Startbilanz.

Das holprige 3:2 in Straubing am letzten Wochenende ändert daran nichts?
Für mich nicht. In Schwerin fühlt sich so ein Spiel immer an, als hätten wir 3:0 verloren. Natürlich war das nicht schön, der Punktverlust tat weh. Aber am Ende steht für mich da ein Sieg. Das Team ist stark gestartet, war sehr konzentriert, und hat sich dann im zweiten Satz von ein paar Fehlern zu sehr verunsichern lassen, hat im Nachhinein Fehlerketten produziert, die mir auch neu waren, während bei Straubing alles lief. Aber entscheidend ist, dass das Team dem Druck standhalten und das Spiel wieder drehen konnte. Da muss man nicht immer das Haar in der Suppe suchen.

Von den ersten fünf Ligaspielen, Aachen an diesem Samstag eingerechnet, ist nur eines ein Heimspiel. Macht das Probleme?
Darüber denken wir nicht groß nach. Letztlich, was weg ist, ist weg, auch an den weiten Fahrten. Für die Rückrunde ist es sicher von Vorteil, wenn wir dann, wenn wir stabiler sind, zusätzlich auch mehr zuhause spielen können.

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Wie ist denn generell die Stimmung im Team angesichts der Besonderheiten dieser Saison, gerade jetzt, wo alles wieder auf schärfere Maßnahmen hinauszulaufen scheint?
Wir sind einfach nur froh über jedes Spiel, das wir spielen können. Der Trainingsbetrieb läuft nahezu normal, man hat sich an die Regeln gewöhnt, Masketragen ist ja nichts Weltbewegendes. Die Vereine sind auf jeden Fall alle extrem bemüht, dass wir mit Zuschauern und so normal wie möglich spielen können. Das fühlt sich für uns auch so an, und dafür sind wir echt dankbar. Da muss man allen Respekt zollen, weil der Aufwand schon groß ist.

Kurzfristige Änderungen im Spielplan, wie zuletzt die Vorverlegung des Potsdam- und Verschiebung des Straubing-Spiels, sind also kein Problem für Sie?

Im Gegenteil. Wir setzen alles daran, spielfreien Wochenenden aus dem Weg zu gehen, das hat das Team verstanden und stellt sich darauf ein, die Dinge zu nehmen wie sie kommen, und wenn es sich direkt am Morgen des Spieltages noch ändern würde. Es ist gut, dass jetzt die Liga und alle Vereine verstanden haben, dass solche Flexibilität unsere einzige Chance ist, unsere Saison durchzuziehen und den Ligabetrieb aufrechtzuerhalten. Es geht jetzt um weit mehr als siegen oder verlieren. Es geht darum, unseren Sport am Leben zu halten, präsent zu bleiben, nicht von der Bildfläche zu verschwinden. Deshalb, egal was kommt, Verlegungen oder Geisterspiele, wir ziehen das durch. (Text: Kathrin Wittwer)