Sportgelände des SV Dassow 24. Foto: Rene Heinzius

Dassow – Spannende Wochen liegen hinter dem SV Dassow 24 und die Zukunft verspricht ebenfalls nicht langweilig zu werden.

Keine Kündigungen: In Dassow steht man zusammen

Marko Kühl ist Vorsitzender des Vereins aus dem Kreis Nordwestmecklenburg und er ist froh, dass die Corona-Pandemie den SVD nicht so hart getroffen hat. „Angesichts der massiven Einschränkungen und der quasi Einstellung des sportlichen Vereinslebens steht unser Verein vergleichsweise gut da. Es gab weder Kündigungen von Mitgliedern oder Sponsoren, auch wenn die Zeit für unsere Sportler nicht einfach gewesen ist. Die Treue zum Verein, die Gelassenheit mit den Herausforderungen des Lock down und die Disziplin, den auferlegten Regeln zu folgen kann ich nur als vorbildlich bezeichnen“, sagt er. Die Mitgliederversammlung soll womöglich nachgeholt werden. Die turnusmäßige Veranstaltung konnte im Frühjahr nicht stattfinden. Die Dornbuschhalle steht als Ort vermutlich zur Verfügung.

Marko Kühl (Präsident beim SV Dassow 24)

Schnelle Hilfe vom Land

Finanziell hat die Krise nicht das ganz große Loch in die Kasse gerissen. Zwar fehlen Einnahmen aus dem Spielbetrieb durch die Kantine und eine Vermietung des Sportlerheimes war ebenfalls nicht möglich, aber „die Hilfe vom Land Mecklenburg-Vorpommern verlief unbürokratisch und schnell“, wie er glücklich berichtet. „Die laufenden Kosten sind durch die Mitgliedsbeiträge und Sponsorengelder gedeckt, hier profitieren wir von der guten und soliden Sacharbeit im finanziellen Bereich der vergangenen Jahre.“ Und Kühl sagt weiter: „Was wir aktuell brauchen ist, seitens der Verbände, schnell Klarheit über die Lockerungen und Bedingungen für den Sport zu erhalten. Planungssicherheit ist im Vereinsleben einfach notwendig.“

Sparten bekommen Zulauf

Während die Saison der Fußball-Herren in der Kreisliga mit dem Klassenerhalt endete, gibt es Zulauf – genauso wie im Kinder- und Jugendbereich. Doch nicht nur König Fußball ist gefragt, denn mit insgesamt 30 neuen Mitgliedern in allen Bereichen wuchs man in anderen Abteilungen. Beim Volleyball gründet sich gerade eine Jugendgruppe neu und mit Badminton wird eine bisher ruhende Abteilung wieder ins aktive Vereinsleben zurückgeführt. Somit zählt der SV Dassow 24 rund 400 Mitglieder. „Gesucht werden aktuell noch Mitstreiter bei den Herren im Fußball, da ist aktuell vereinsübergreifend eine merkwürdige Zeit“, wie Kühl mitteilt. Wer Interesse hat, soll sich bitte bei Marco Knickrehm (Telefon 01522/4894384) melden. Doch ohne Moos nichts los? Kühl: „Seitens Sponsoring ist neben den aktuell sehr aktiven Unterstützern und Sponsoren-Hilfe natürlich immer gern gesehen. Gerade wenn ein Verein im Jugendbereich (Radsport, Volleyball, Badminton) aktuell wächst gibt es immer Bedarf an Material und Bekleidung. Wer da die Möglichkeit sieht, uns zukünftig mit zu unterstützen ist herzlich willkommen.“

Basketballer weichen aus, Dornbuschhalle noch geschlossen

Kühl gibt Einblicke in die aktuelle Corona-Lage: „Seit Anfang Juni werden ja bekanntermaßen schrittweise die Maßnahmen gelockert. Seit drei Wochen ist Training im Mannschaftsbereich wieder eingeschränkt und seit ein paar Tagen fast normal möglich. Aktuell ist es nur im Bereich Judo und Gymnastik ein Problem, da die Dornbuschhalle noch geschlossen bleibt und die Lockerungen hier nicht ausreichen. Wir hoffen, dass es zum Ende der Sommerferien ein Konzept für den Hallensport in Dassow gibt, sodass alle Vereine ihre Trainingszeiten dort wieder wahrnehmen können. Derzeit verlagert sich sehr viel auf das Sportgelände in der Grevesmühlener Straße, da neben Fußball auch Volleyball und Badminton dorthin ausweichen können. Der Radsport hat hier ebenfalls seinen Anlaufpunkt mit der Werkstatt. Die Basketballer werden im Sommer zunächst auf das Gelände am Gymnasium in Schönberg ausweichen.“

„Kommunikation zwischen Verein und Stadt ist gut“

Die Hygienekonzepte sind dabei ein Problem. Kühl dazu: „Die Schwierigkeit besteht in der unterschiedlichen Auslegung und Handhabung auf Ebene der Gemeinden. Was in Grevesmühlen gilt, wird in Dassow oder Schönberg wieder anders geregelt. In Dassow liegt das Problem in der Verwaltungsstruktur, da ist es mit den Zuständigkeiten schwierig. Das ist keine Kritik an Stadt oder Bürgermeisterin, es ist einfach auch aufgrund der teils wenig aussagefähigen Verordnungen des Landes schwer, vor Ort klare Aussagen zu machen. Der Kreissportbund hat uns hier jederzeit mit Rat zur Seite gestanden, das uns in der Zeit der Pandemie einiges erleichtert. Die Kommunikation zwischen Verein und Stadt ist gut, sobald etwas für uns in dieser Zeit geändert oder gelockert wurde, ist diese Info schnell weitergegeben worden. Hinsichtlich der Hallennutzung nach den Ferien bin ich zuversichtlich, dass es bis dahin eine gute Regelung gibt.“

Neues Sportgelände in Planung?

Die Zukunft in Dassow sieht rosig aus. Es wird über ein neues Sportgelände diskutiert. „Die bisherige Planung mit dem Neubau des Sportlerheimes scheint seitens der Stadt anderen Überlegungen zu weichen. Es gibt hier Anzeichen, dass es gegebenenfalls um eine Verlagerung des Sportgeländes gehen könnte. Der SV Dassow begrüßt jede Verbesserung der Bedingungen für den Breitensport in unserer Stadt. Sollte dies sogar den Neubau des Sportplatzes bedeuten, wäre dies eine langfristig tolle Lösung. Der Bedarf an modernen Sportanlagen wird in den nächsten Jahren steigen, darum ist es erfreulich, wenn hier ernsthaft an der Lösung gearbeitet wird“, hofft der SVD-Chef.

Kühl lobt Umgang und wünscht sich mehr Aktivität einiger

Viel los in Dassow. Darauf ist der Vereinsvorsitzende stolz. „Ein großes Plus in den vergangenen Jahren ist der Umgang untereinander, abteilungsübergreifend ist es sehr familiär geworden. Wo es früher Distanz gab, da ist jetzt ein Miteinander zu beobachten, was mich sehr freut. Die Arbeit im Vorstand ist sachlich und unkompliziert und die Sitzungen alle sechs bis acht Wochen sind sehr zielorientiert. Es ist aktuell sehr angenehm, diesem Verein vorzustehen.“ Doch Kühl hat auch eine Bitte: „Verbesserungswürdig ist die Beteiligung der Mitglieder an Veranstaltungen, die der Verein ausrichtet oder an denen er teilnimmt. Da wünscht sich der Vorstand und auch ich mir, dass sich nicht immer dieselben Helfer einfinden. Aber es wäre auch merkwürdig, wenn sich nicht etwas fände, das es zu verbessern notwendig wäre. In Zukunft hoffe ich, dass die Arbeit der vergangenen Jahre weiter Früchte trägt und der Verein in der Stadt als ein wichtiger Bestandteil des Gemeindelebens wahrgenommen wird. Ein Mitglied des SV Dassow, das soll einem mit Stolz und Selbstbewusstsein erfüllen, Teil dieser Familie zu sein.“

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