Foto: Eckhard Mai/oH

Schwerin – Mit einem 3:1-Sieg beim Erzrivalen Stuttgart sicherte sich der SSC Palmberg Schwerin am Sonnabendabend im letzten Hinrundenspiel die Tabellenspitze der Volleyball-Bundesliga. Chefcoach Felix Koslowski zeigte sich im Halbzeitinterview entsprechend glücklich mit seinem Team. Sorgen bereitet dem Bundestrainer der deutschen Volleyballdamen allerdings das enorme Pensum vor allem der Nationalspielerinnen.

Felix Koslowski, hatten Sie mit einem Sieg gestern in Stuttgart gerechnet?
Wir wussten, wir hatten gute Chancen, wobei Stuttgart durch das Heimrecht sicher im Vorteil war. Unser Minimalziel war, einen Punkt zu holen, um den Abstand zur Tabellenspitze nicht zu groß werden zu lassen. Aber es waren alle heiß darauf, auf Biegen und Brechen mal wieder in Stuttgart zu gewinnen, und der Sieg war natürlich überragend, das war sensationell.

Kann man davon ausgehen, dass Sie nach diesem Abschluss mit der Hinrunde Ihrer Mannschaft zufrieden sind?
Auf jeden Fall. Wir hatten mit dem Spiel gegen Aachen einen schweren Einstieg, bedingt durch das Fehlen der Nationalspielerinnen, der wenigen gemeinsamen Trainingszeit und der Verletzung unserer Kapitänin Denise Hanke, mit der sie noch bis Ende November zu tun hatte. Das darf man nicht unterschätzen, das hat uns hart getroffen. Trotzdem hat die Mannschaft das gut gemacht und unter diesen Umständen sehr ordentlich abgeliefert. Letztlich haben wir nur zwei Spiele knapp 2:3 verloren, wobei das Ausscheiden im Pokal natürlich schmerzt. Aber wir haben den Supercup gegen Stuttgart geholt, sie jetzt an der Tabellenspitze abgelöst, haben schon mal auswärts in Potsdam, im Pokal-Viertelfinale, und in Dresden gewonnen, die zu den stärksten Konkurrenten zählen, und sind im Europapokal im Achtelfinale. Soviel haben wir also nicht falsch gemacht.


Eine Spielerin, die dabei konstant mit sehr guten Leistungen aufgefallen ist, ist Außenangreiferin Gréta Szakmáry. Füllt sie damit auch aus Ihrer Sicht die Lücke, die sie nach dem Weggang von Jennifer Geerties schließen sollte?
Ja, absolut. Gréta hatte sich letzte Saison als dritte Außen schon sehr gut verkauft, und ihre neue Rolle hat sie überragend angenommen und eine hervorragende Hinrunde gespielt. Uns war immer klar, dass sie im Angriff gute Akzente setzen kann, aber auch im defensiven Bereich hat sie sich bisher sehr gut präsentiert. Sie gehört zu unseren erfahreneren Spielerinnen, ist jetzt auch schon länger in Schwerin und hat sich hier ein gewisses Standing erarbeitet, ist schon allein über ihre Leistungen auf dem Feld eine der Führungsspielerinnen. Wir hoffen, dass wir dieses Niveau mit ihr weiter halten können.

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Wie groß ist die Erschöpfung des Teams nun nach dem finalen Kraftakt in Stuttgart, nachdem ein Großteil schon das ganze Jahr über zwischen Club und Nationalmannschaft changiert?
Der letzte Monat hat schon noch mal viel Kraft gekostet. Im Oktober und November hatten wir verhältnismäßig wenige Spiele und mussten jetzt erst mal in den Rhythmus finden mit den vielen Reisen und Spielen im Dezember, das war nicht ohne. So einen Spielplan, sage ich ganz ehrlich, muss man mal überdenken, wie der entstehen kann. Dass Stuttgart zum Schluss kam, ist sicher immer der Überlegung geschuldet, dass diese Spiele besonders spannend sind, weil sie eben über die Tabellenspitze entscheiden können. Das sind wir schon gewohnt. Dafür haben wir sie und auch Dresden in der Rückrunde als Heimspiele.

Wie geht es jetzt für das Team weiter? Können alle in Ruhe Weihnachten und Silvester feiern?
Unseren deutschen Nationalspielerinnen, also Denise Hanke, Marie Schölzel, Anna Pogany, Kimberly Drewniok, Nele Barber und auch Lea Ambrosius sind schon ab dem 25. Dezember mit den Schmetterlingen in Kienbaum. Am 5. Januar fahren wir ins niederländische Apeldoorn zur Olympiaqualifikation. Die geht bis maximal 12. Januar. Auch Beta Dumančić und Britt Bongarts, sind hier mit der kroatischen respektive holländischen Auswahl auf Qualifikationsmission. Alle anderen Spielerinnen haben jetzt eine Woche frei, am 1. Januar geht das Training nachmittags wieder los.


Das heißt, die Nationalspielerinnen haben nur drei Tage Verschnaufpause?
Ja, das wird hammerhart. Da habe ich wirklich Sorge um unsere Athletinnen. Vor allem, wenn wir die Quali bis zum Finale am 12. spielen können, dann am 13. Januar zurückkehren und am 14. schon wieder nach Aachen zum Auswärtsspiel reisen. Auch da kann man kritisch fragen, wer diesen Plan macht.

(PM)

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